Milliardenprojekt

11. Januar 2018 15:44; Akt: 11.01.2018 16:06 Print

Schweiz hilft bei EU-Supercomputer mit

Die Europäische Union soll neue Supercomputer bekommen. Kostenpunkt: eine Milliarde Euro. Die Schweiz macht als einziges Nicht-EU-Land beim Projekt mit.

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Die EU-Kommission schlug am Donnerstag in Brüssel einen Plan zum Aufbau einer sogenannten Höchstleistungsrecheninfrastruktur von Weltrang vor. Die Schweiz beteiligt sich an diesem Projekt.

«Supercomputer sind der Motor der digitalen Wirtschaft. Die EU muss in diesem harten Rennen aufholen, denn wir haben noch keine Supercomputer in der weltweiten Top-Ten-Liste», lässt sich EU-Vizekommissar Andrus Ansip in einem Communiqué zitieren.

Eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde

Die neue Höchstleistungsrecheninfrastruktur soll gemäss Brüssel spätestens 2023 in der Lage sein, mindestens eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde auszuführen. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, sieht der Plan den Ankauf von zwei etwas langsameren Supercomputern vor. Nach Angaben der EU-Kommission würden die neuen Supercomputer in der Lage sein, in Echtzeit riesige Datenmengen zu verarbeiten. Dies könnte es ermöglichen, die Strom- und Wasserversorgung effizienter zu machen oder die Vorhersage von Wirbelstürmen und Erbeben zu verbessern. Im Bereich der Medizin helfen Supercomputer bereits heute, schneller Diagnosen zu stellen und die Wirkung neuer Arzneimittel zu simulieren.

«Eine bessere europäische Supercomputer-Infrastruktur bietet enormes Potenzial für die Schaffung von Arbeitsplätzen und ist von zentraler Bedeutung für die Digitalisierung der Industrie sowie die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft», sagte die für digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständige Kommissarin Mariya Gabriel.

Auch die Schweiz ganz vorne dabei

An dieser Höchstleistungsrecheninfrastruktur beteiligen sich zurzeit 13 Länder: die 12 EU-Staaten Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande, Portugal, Spanien, Belgien, Slowenien, Bulgarien, Griechenland und Kroatien sowie als einziges Nicht-EU-Land die Schweiz. Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung mit den anderen EU-Staaten sei man «vorerst keine direkten finanziellen Verpflichtungen» eingegangen, heisst es beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) auf Anfrage. Ob und wie sich die Schweiz direkt «am Bau der Rechner beteiligen wird, ist zurzeit noch nicht bekannt».

Durch eine möglichen Zusammenarbeiten mit der EU hofft die Schweiz, «ihre gute Ausgangslage im Bereich des Hochleistungsrechnen zu bewahren beziehungsweise weiter auszubauen». Gemäss SBFI ist die Schweiz im Bereich Hochleistungsrechnen bereits «gut aufgestellt». Das Centro Svizzero di Calcolo Scientifico (CSCS) in Lugano ist das Hochleistungsrechenzentrum der Schweiz und Teil der ETH-Zürich. Die dortigen Supercomputer «stehen für Forschungsprojekte und Mandate von nationalem Interesse zur Verfügung». Dazu gehören etwa die Wettervorhersagen von Meteo Schweiz. «Seit 2013 zählt der Rechner »Piz Daint« in Lugano zu den leistungsfähigsten Rechnern der Welt und ist seit 2017, nach einem umfangreichen Hardware-Upgrade, de-facto auch der leistungsstärkste Rechner in Europa», schreibt das SBFI weiter.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leo us Züri am 11.01.2018 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ich versteh es einfach nicht

    Wir werden von der EU überall ausgenommen und herumkomandiert. Wir müssen sogar unser geliebtes Bankgeheimnis aufgeben. Und dann sind wir noch so dumm und geben als Dank dafür der EU in den unendlichen Schlund??? Wieso lassen wir uns so ausnutzen?

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  • L.P.M. am 11.01.2018 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Goldesel Schweiz

    Warum nicht alle EU Länder. Dachte die machen alles zusammen. Dafür muss die Schweiz wieder bezahlen.

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  • W.Spahni sen. am 11.01.2018 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Supercomputer brauchen wir?

    Aber für die AHV haben wir kein Geld! Super-Regierung.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • P.S. am 15.01.2018 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig....

    Das ist ja mal ne Kommentarspalte, die Hälfte kriegt nen Hals weil die Schweiz und die EU etwas zusammen planen und die andere Hälfte sieht Echtzeit-Überwachungsstaat a la 1984 kommen, obwohl die Schweiz schon lange solche Supercomputer hat.

  • Floppy Bürger Mc.Donalds Schweiz am 14.01.2018 22:33 Report Diesen Beitrag melden

    Rechnungsaufgaben gesucht

    19'590'000'000'000'000 Gleitkomma-Operationen pro Sekunde hat unser Taschenrechner im Tessin namens Piz Daint.

  • Ruedi am 14.01.2018 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Kroatien

    Tschuldigung, aber Kroatien ist definitiv auch kein EU-Mitglied.

    • Dux am 14.01.2018 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ruedi

      Zuerst überlegen, dann es rauslesen.

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  • Daisydream am 14.01.2018 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die reiche Schweiz

    Vorerst keine finanziellen Verpflichtungen. Die Betonung auf vorerst. Warum betteln wir denn nur immer wieder darum, zu zahlen? Anscheinend haben wir wirklich zuviel Geld. Noch geht es uns zu gut, als dass der Schweizer auf die Barrikaden gehen würde. Aber das wird nicht immer so sein.

    • max62 am 14.01.2018 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Daisydream

      Klar gibt es hier zuviel Geld, wie es verteilt wird ist eine ganz andere Sache.

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  • Streber am 14.01.2018 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    Der Staat soll's wieder mal richten

    Wenn diese direkt oder indirekt (Uni, ETH) von der Privatwirtschaft benötigt werden, sollten diese zur Kasse gebeten werden. Das ist doch das, was die Liberalen sich wünschen? "De Foifer ond Weggli" geht doch einfach nicht. Keine Steuern bezahlen und dann alles vom Staat finanziert bekommen.