Post von früher

09. März 2014 21:37; Akt: 09.03.2014 22:52 Print

Was ein trauriger Soldat vor 1800 Jahren schrieb

100 Jahre nach seiner Entdeckung ist der Brief eines ägyptischen Soldaten aus der Antike endlich entziffert worden. Das Schreiben zeigt, dass Heimweh keine neue Erscheinung ist.

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Nach 1800 Jahren wurde die Botschaft des ägyptischen Soldaten endlich entziffert. (Bild: Bancroft Library/University of California Berkeley)

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«Ich bin besorgt, weil ihr mir noch nie zurückgeschrieben habt, obwohl ihr bereits mehrere Briefe von mir erhalten habt» – diese Worte richtete der ägyptischer Soldat Aurelius Polion vor rund 1800 Jahren in einem Brief an seine Familie. Weiter kündigte er an, sich zu überlegen, die Legion zu verlassen und die Daheimgebliebenen zu besuchen. Es ist deutlich, wie sehr sich der Kämpfer nach seiner Familie sehnte. Es ist ein Gefühl, das auch moderne Soldaten – trotz besserer Kommunikationsmöglichkeiten – kennen.

Was lange währt, wird endlich gut

Die Zeilen hat Religionswissenschaftler Grant Adamson von der Rice University im US-Bundesstaat Texas nun erstmals dechiffriert und übersetzt. Zwar war der Brief bereits vor mehr als einem Jahrhundert gefunden worden. Jedoch hatte bisher niemand die Zeit gefunden, die antiken Worte zu entschlüsseln. Bis jetzt, wie der Forscher im «Bulletin of the American Society of Papyrologists» berichtet. Um die grossteils zerstörte Botschaft besser lesen zu können, hatte Adamson zunächst Infrarotaufnahmen von ihr gemacht.

Ob die Angeschriebenen jemals auf den Brief reagierten oder ob der Soldat tatsächlich die Heimreise antrat, kann Adamson nicht sicher beantworten. Allerdings gehe er davon aus, so der Forscher gegenüber «Life Science», dass das Schreiben sein Ziel erreicht habe. Schliesslich sei der Brief an Ägypter adressiert gewesen – und in der Nähe eines Tempels in der ägyptischen Stadt Tebtunis aufgetaucht.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kay Hug am 10.03.2014 05:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar!

    Ich bin immer wieder von den technischen Errungenschaften der letzen Paar Jahre beeindruckt. Die Nachricht ist quasi vollständig zerstört und irgend wie eben doch noch lesbar. Einfach unglaublich faszinierend.

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  • Meldivina am 10.03.2014 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    kein einfacher Soldat

    Der Briefschreiber war sicher kein einfacher Soldat, wer zu der Zeit lesen und schreiben konnte kam aus gutem Hause.

  • KevinS am 10.03.2014 01:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schreibfehler

    Wenn ich den Brief so lese scheint er einige Schreibfehler gemacht zu haben ;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Meldivina am 10.03.2014 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    kein einfacher Soldat

    Der Briefschreiber war sicher kein einfacher Soldat, wer zu der Zeit lesen und schreiben konnte kam aus gutem Hause.

  • Kay Hug am 10.03.2014 05:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar!

    Ich bin immer wieder von den technischen Errungenschaften der letzen Paar Jahre beeindruckt. Die Nachricht ist quasi vollständig zerstört und irgend wie eben doch noch lesbar. Einfach unglaublich faszinierend.

    • Steven am 10.03.2014 06:42 Report Diesen Beitrag melden

      Glauben

      oder der Wissenschaftler wollte etwas Berühmtheit erlangen indem er einfach etwas behauptet, was in fast jedem Brief steht, der von einem Soldaten verfasst wird.

    • n.v. am 10.03.2014 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Steven

      das waren auch meine Gedanken!

    • Frank am 10.03.2014 08:05 Report Diesen Beitrag melden

      Beeindruckt

      Ich bin immer wieder beeindruckt, wie gut es uns gehen muss, dass wir Zeit und Geld dafür haben einen Uralt-Brief eines Soldaten an seine Familie mit einer Infrarot-Kamera abzufotographieren um es zu entschlüsseln.

    • Joko am 10.03.2014 08:37 Report Diesen Beitrag melden

      Glauben

      @Steven: Apropos Glauben...Sie scheinen den Glauben an Faszination oder Unfassbarem verloren zu haben.

    • Bruno am 10.03.2014 11:01 Report Diesen Beitrag melden

      Frank

      Frank, die meisten Leute haben Zeit und Geld sich mit Chips und Bier Fussball im TV anzuschauen. Ist das etwa spannender? Anderen genügt das eben nicht und suchen sich interessantere Beschäftigungen

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  • m.odi am 10.03.2014 01:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heimweh

    Super Sache. Schön sowas zu lesen.

  • KevinS am 10.03.2014 01:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schreibfehler

    Wenn ich den Brief so lese scheint er einige Schreibfehler gemacht zu haben ;)

    • Dr.mundo am 10.03.2014 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Lol?

      Wie kannst du denn text lesen? Da sieht man ja gar nichts

    • El Mac am 10.03.2014 08:55 Report Diesen Beitrag melden

      @Dr.mundo

      Hast du dir mal gedacht, dass er die hieroglyphen (?) wahrscheinlich auch so nicht entziffern kann, und noch weniger die Schreibfehler finden?

    • heinz k am 10.03.2014 09:02 Report Diesen Beitrag melden

      Hehe

      verstehst du sarkasmus?

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  • beresina am 09.03.2014 23:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    heimweh, wer hats erfunden?

    gibt doch die geschichte von den schweizer söldnern die für napoleon in russland kämpften. die wurden wehmütig, weil sie fern der heimat im elend steckten. es wurde von der krankheit der schweizer gesprochen, das heimweh.

    • peter am 10.03.2014 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      fast

      das ganze mit der Geschichte stimmt zwar. aber sie ist älter als der russladfeldzug. schweizer haben ja nicht nur da gedient.

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