Superfötation

03. November 2017 06:54; Akt: 03.11.2017 06:54 Print

Im 2. Monat wurde sie nochmals schwanger

Jessica Allen ist während ihrer Schwangerschaft noch einmal schwanger geworden. Nach der Geburt wird klar: Die Kinder haben verschiedene Eltern.

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Jessica Allen aus Kalifornien ist bereits Mutter von zwei gesunden Buben, als sie zustimmt, für ein chinesisches Paar als Leihmutter ein Kind auszutragen. Dafür soll sie 30'000 Dollar erhalten.

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Nach dem Einsetzen des fremden Embryos verläuft alles wie erhofft – bis etwa zur sechsten Schwangerschaftswoche. Dann entdecken die Ärzte, dass Allen nicht wie gedacht ein, sondern zwei Babys austrägt.

Die Überraschung ist gross, wie «Live Science» berichtet. Schliesslich sind die Chancen, dass sich ein Embryo spaltet, gering. Aber genau so muss es gewesen sein. Das denken zumindest alle Beteiligten.

Erste Auffälligkeiten

Auch als Allen statt der erwarteten eineiigen Zwillinge zwei nicht identische Kinder zur Welt bringt, wundert sich niemand. Und die Babys kommen wie geplant zu dem chinesischen Paar.

Das Paar meldet sich jedoch schon bald darauf bei Allen, wie diese der «New York Post» erzählt: Irgendetwas sei merkwürdig mit den Kindern. Sie sähen und seien sich überhaupt nicht ähnlich.

«Extrem seltenes medizinisches Phänomen»

Den Grund dafür liefern wenige Tage darauf DNA-Tests. Sie zeigten, dass die Babys zwar im selben Bauch herangewachsen, aber keine Geschwister sind: Während das eine Neugeborene die DNA des chinesischen Paars in sich trägt, besitzt das andere diejenige von Allen und ihrem Partner Wardell Jasper.

Das zeige, so Allen, «dass wir bei einem extrem seltenen medizinischen Phänomen auf natürliche Weise schwanger geworden sind». Mediziner sprechen in einem solchen Fall von Superfötation (Überbefruchtung, siehe Box).

20'000 Dollar zurück oder Adoption

Doch mit diesem Befund fangen für Allen und ihren Partner die Probleme erst richtig an. Das chinesische Paar gibt das Kuckuckskind zwar an die Agentur zurück, welche die Leihmutterschaft vermittelt hat. Aber es verlangt nun eine Entschädigung von rund 20'000 Dollar. Andernfalls werde das Kind zur Adoption freigegeben.

Allen und Jasper weigern sich ihr «eigen Fleisch und Blut zu adoptieren, als sei es eine Ware», berichten sie in der «New York Post». Als die Agentur dann ihrerseits weitere 7000 Dollar für den entstandenen Aufwand verlangt, reicht es dem Paar, und es schaltet einen Anwalt ein. Dieser erreicht schliesslich, dass Malachi, so der Name des kleinen Buben, dorthin kommt, wo er hingehört: zu seinen leiblichen Eltern.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Papi am 03.11.2017 07:48 Report Diesen Beitrag melden

    Armes Baby, kranke Welt!

    Ich fasse zusammen: Ein Chinesisches Paar bestellt via Agentur für 30'000 Dollar ein Baby bei einer fremden Person in Amerika. Diese lässt sich ein fremdes, befruchtetes Ei einpflanzen welches dann während 9 Monaten in ihrem Bauch heranwächst. Nach der Geburt gibt sie das "fremde" Kind den leiblichen (in wessen Leib ist es herangewachsen?) zurück. Allerdings gibt es quasi als Bonus ein zweites dazu. Nachdem man aber merkt, dass da wohl etwas nicht stimmt, gibt man das Baby der Agentur (!!!) zurück. Klingt fast wie bei Amazon... Und ich dachte immer, Menschenhandel ist verboten.

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  • Simple am 03.11.2017 07:38 Report Diesen Beitrag melden

    Versteh das Problem nicht

    Warum verlangte das chinesische Paar eine solch hohe Entschädigung? Bei einem solch seltenen Phänomen hätten sie das genetisch von ihnen stammende Kind einfach behalten und das andere den leiblichen Eltern überlassen können. Sie wollten eine Leihmutter für ein Kind, diese lieferte eines.

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  • Evita77 am 03.11.2017 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ware Mensch

    Und an die zwei Babys denkt natürlich keiner. Die beiden sind seit der Geburt wie Zwillinge aufgewachsen, sind bestimmt aufeinander geprägt und wurden dann einfach getrennt. Das passiert wenn Menschen sich Menschen wie Ware bestellen können. Nach der Drohung dieser Agentur mussten man den Verein schliessen. Das ist einfach nur Menschenhandel.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Autsch am 04.11.2017 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn lesen schwierig wird

    Autsch - wenn hier schon so viele um die 20'000 und wer nun was verlangt hat streiten, wundert mich nichts mehr. So entstehen täglich Missverständnisse...wer richtig liest: Es steht eindeutig, dass das Paar (..."es verlangt") die 20'000 verlangt. Wenn das falsch ist, müsste der Artikel umgeschrieben werden.

  • Sabine Seitz am 04.11.2017 04:52 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm und traurig!

    Besonders schlimm finde ich, dass die chinesischen Auftraggeber den Preis deswegen drücken wollten. Und auch traurig ist, dass ich die nicht "Eltern" nennen kann, sondern nur "Auftraggeber". :-(

  • seisler am 03.11.2017 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Ist der Bub nun der Chinese?

    Glück gehabt. Mädchen sind dort verpöhnt, die werden abgetrieben. Zum Zeit ist es zwar wieder eine gefragte Ware, weil sie zu wenige haben. Eine Familie wollen die HERREN dann doch alle Gründen. Aber in China werden viele Mädchen abgetrieben, die könnten die ja auch zur Adoption frei geben. Ware bleibt ja Ware!

  • ihr spinnt! am 03.11.2017 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück

    bin ich blond. Ich muss es nicht versehen

  • Corinna am 03.11.2017 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    Katastrophe

    Schlimm, wie man heute überall und mit allen Mitteln Kindern produzieren muss. Gibt doch schon genug?!?!