«Big Fucking Rocket»

29. September 2017 13:59; Akt: 29.09.2017 15:55 Print

Von Zürich nach Sydney in 50 Minuten

Milliardär Elon Musk möchte seine Vision umsetzen, dass Menschen innerhalb von einer Stunde an jeden Platz der Erde reisen können.

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Der US-Technikvisionär Elon Musk enthüllte heute seine Pläne für eine neue Rakete, die wie eine Weltraumrakete vertikal starten und landen können soll. Sie soll beispielsweise eine Reise von Sydney nach Zürich in 50 und von New York City nach Tokio in gerade einmal rund 30 Minuten ermöglichen, wie der Chef des Raumfahrtunternehmens SpaceX auf einer Präsentation (im Video unten) in Australien sagte.

«Wenn man aus der Atmosphäre raus ist, ist es weich wie Seide, keine Turbulenzen, nichts», sagte Musk. Dort oben gebe es «kein Wetter». «Wenn wir dieses Ding bauen, um zum Mond oder zum Mars zu fliegen, warum dann nicht auch zu anderen Orten auf der Erde?» SpaceX hat es bereits geschafft, kleinere Raketen senkrecht landen zu lassen. Wie das technisch und kommerziell umsetzbar sein soll, ist allerdings noch vollkommen offen. Das geplante interplanetare Transportsystem trägt laut Musk derzeit den Namen BFR (Big Fucking Rocket).

Transporter zum Mars

Zudem erläuterte Musk die Idee, bis 2022 Raumtransporter zum Mars zu schicken. Der Bau des ersten Raumtransporters werde in sechs bis neun Monaten beginnen, kündigte Musk an. Er sei «ziemlich zuversichtlich», dass der Start in fünf Jahren erfolgen könne.

2022 sollen mindestens zwei Transporter auf dem Mars landen – zum Aufbau einer Energieversorgung, lebenswichtiger Infrastruktur und für Bergbautechnik. Hauptziel der Mission sei es, die besten Wasserquellen auf dem Roten Planeten zu finden. Nach Musks Plänen sollen bereits 2024 weitere Raumtransporter Menschen, Ausrüstung und Vorräte auf den Mars bringen.

Finanzieren will der Milliardär das Projekt unter anderem durch den Transport von Satelliten ins All, Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation ISS und Mondmissionen. Das BFR-System soll daher so konzipiert sein, dass es im kleinen Rahmen «alles machen kann, was im weiteren Erdorbit an Aktivität gebraucht wird», bevor es dann zum Mars gehe.

Neue Raketen sollen Reisezeit zwischen Weltstädten drastisch verkürzen. (Quelle: YouTube/SpaceX)

(nag/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul P. am 29.09.2017 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ja bitte!

    Natürlich ist es eine Vision un vielleicht wird es auch nie Wirklichkeit werden. Aber SpaceX ist das eigentliche Wunderwerk von Musk! Unglaublich dass dieses Unternehmen die Raumfahrt praktisch im Alleingang revolutioniert....keine extrem kostspieligen Projekte der Nasa, sondern ein Unternehmer der es viel effizienter schafft! Einfach nur geil... soryy

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  • Raoul am 29.09.2017 14:29 Report Diesen Beitrag melden

    Stichwort Verkehrskollaps

    Leider brauche ich von Zuhause bis zum Raketenstandort ca. 2 -3h (mit dem Auto) ;)

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  • Poodel am 29.09.2017 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ja aber...

    ...von Bern nach Zürich u.U. 3 Stunden (Stau, SBB Pannen, usw.)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Du oder ich? am 03.10.2017 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    Genial daneben

    Die Möglichkeit es zu tun können ist faszinierend. Die Vorstellung das Menschen vielleicht den Jahresverbrach an Energie benötigen um ein par Stunden früher in Paris oder London zu sein ist erschreckend.

  • Bettina am 02.10.2017 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Olche Ideen gab...

    ..es seit den fünfziger Jahren massenweise immer wieder. Daraus was geworden ist nie. Aber Hauptsache, die Presse schreibt darüber.

  • Stefan Meier am 30.09.2017 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wie weit.......

    Ohne Erdanziehungskraft wäre es einfacher. ein Helikopter steigt auf und bleibt in der Luft stehen, die Erdkugel dreht sich und wenn das Ziel kommt landet er wieder. Natürlich nur wenn A und B auf der gleichen Linie wäre. Daher kommt die Frage auf wie weit eine Rakete über die Erdatmosphäre fliegen müsste um das gleiche Ergebnis zu erwirken. Oder wie viel Kilometer ist die Gravitation wirksam?

    • A. Stronomer am 01.10.2017 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stefan Meier

      Gravitation ist unendlich weit wirksam... bezüglich Orbitalmechanik: eine Rakete steigt nicht senkrecht auf und ist dann oben, die Gravitation würde unweigerlich dafür sorgen, dass das Raumschiff wieder zurückstürzt. Eine Rakete startet meist in Richtung Osten um den Schwung der Erdrotation mitzunehmen und eine Umlaufbahn zu erreichen, wo sich Gravitation und Fliehkraft die Waage halten. Fliehkraft ist abhängig von der Umlaufgeschwindigkeit. Bei Erde ca. 27500km/h.

    • A. Stronomer am 01.10.2017 14:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stefan Meier

      Erdumfang am Äquator 40'074km, einmal rundherum in 24h, ergibt Rotationsgeschwindigkeit am Äquator von rund 1670km/h.

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  • Klingonen Guätnachtgeschichte am 30.09.2017 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Onkel vom Mars.

    Die Transporter sind auf dem Mars. Die Leute kommen an. Nach 1 Jahr Flug frisch, erholt und völlig fit. Dann die Überraschung: Die Energie Aggregate sind defekt. Ersatzteile keine, Der Sauerstoff sowieso schon knapp und der Funkverkehr dauert 16 Minuten von Frage bis Antwort. Houston. Wir hatten ein Problem. Ciao zämä.

    • A. Stronomer am 01.10.2017 14:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Klingonen Guätnachtgeschichte

      Bitte zuerst informieren. Sämtliche Systeme sind zwei-mehrfach redundant, d.h. von jedem System gibt es mind. 2 gleiche, die unabhängig voneinander sind und jedes für sich die volle Kapazität abdecken kann. z.B. landen im 2022 zwei voll ausgerüstete Transporter mit allem in doppelter Ausführung. im 2024 dann nochmals zwei Transporter und 2bemannte. d.h. bis zu 4-facher Redundanz. Behaupten ohne Fakten und Wissen wirkt stammtisch-mässig.

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  • Prof. Dagobert am 30.09.2017 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!

    Habe auch ein Projekt gestartet: 2021 sollen drei Transporter auf dem Uranus landen. Alles andere ist noch offen.