UNO warnt

31. Oktober 2017 14:46; Akt: 31.10.2017 15:39 Print

CO2-Stopp oder Klimakatastrophe

Die Welt scheitert laut einem Bericht grandios an ihren Klima-Zielen. Das UNO-Umweltprogramm geisselt Kohlekraftwerke und fordert drastische Massnahmen.

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Treibhausgase müssen viel massiver gesenkt werden als geplant, um einen katastrophalen Klimawandel abzuwenden. Dies stellt das UNO-Umweltprogramm (UNEP) in einem am Dienstag in Genf vorgestellten Bericht fest.

Die Ziele des Klimaabkommens von Paris werden bei Weitem nicht erreicht, wenn alle Länder so weitermachen wie bisher. Selbst bei Einhaltung aller bisher von den Ländern vorgelegten Klimaschutzzusagen wird sich die Erdtemperatur laut UNEP um mindestens drei Grad im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung erhöhen.

Dieses mahnende Zwischenzeugnis, den sogenannten achten Emissions Gap Report, stellte das UNO-Umweltprogramm am Dienstag in Genf vor. In Paris hatten die Staaten vereinbart, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, auf jeden Fall aber auf deutlich unter 2 Grad. «Es besteht dringend Bedarf, die kurzfristigen Massnahmen zu beschleunigen und die langfristigen Ziele ehrgeiziger zu gestalten», heisst es im UNEP-Report.

Ziel von nur 1,5 Grad Erwärmung

Das Ziel von höchstens 2 Grad durchschnittlicher Erwärmung gilt als äusserste Grenze, um katastrophale Klimafolgen abzuwenden. Nach Angaben der Weltwetterorganisation (WMO) ist es bereits jetzt 1,2 Grad wärmer.

Viele Wissenschaftler warnen schon bei plus 1,5 Grad bis Ende des Jahrhunderts vor für die Menschheit kaum tragbaren Folgen: Schmelzen der Eiskappen, Anstieg der Meeresspiegel, mehr Wetterextreme. Deshalb hatte sich die Weltgemeinschaft im Abkommen von Paris 2015 geeinigt, die Erderwärmung möglichst schon bei 1,5 Grad zu stoppen – das ist 0,3 Grad höher als derzeit.

Kraftwerke für die Zukunft

«Baldigst handeln»

«Die alarmierende Zahl und Intensität der extremen Wetterlagen 2017, etwa die Hurrikans, Dürren und Überschwemmungen, machen es noch dringender, baldigst zu handeln», heisst es in dem Bericht. 2016 war das heisseste Jahr mindestens seit Beginn der Messungen 1880 und sogar das dritte Jahr in Folge, das den Rekord gebrochen hat.

Die gesamten Treibhausgasemissionen – neben Kohlendioxid (CO2) auch Methan und Distickstoffoxid – gingen laut UNEP 2016 leicht zurück. Sie entsprachen der Klimawirkung von 51,9 Gigatonnen (Gt) CO2. Im Jahr zuvor waren es noch 52,7 Gt CO2-Äquivalent. Eine Gigatonne entspricht etwa den Emissionen in der Europäischen Union durch den Verkehr, einschliesslich Flugzeugen, in einem Jahr.

Der weltweite CO2 von nun 35,8 Gt sei in den vergangenen drei Jahren relativ stabil geblieben. Ein Teil der Stabilisierung komme durch den Ausbau der erneuerbaren Energien vor allem in China und Indien. Ein Grund zum Feiern sei dies aber nicht: Wenn weiter Kohlekraftwerke gebaut würden, könne der Ausstoss schnell wieder nach oben gehen.

Kohlereserven im Boden lassen

«80 bis 90 Prozent der weltweiten Kohlereserven müssen im Boden bleiben, wenn die Klimaziele erreicht werden sollen», so der Bericht. Würden alle 6683 Kohlekraftwerke der Welt bis ans Ende ihrer geplanten Betriebszeit laufen, ergebe sich in der gesamten Zeit allein dadurch ein CO2 von geschätzt insgesamt 190 Gt. Zähle man noch die in Bau befindlichen und die geplanten Kraftwerke hinzu, seien es insgesamt allein durch Kohlenutzung 340 Gt.

Wenn das 1,5 Grad-Ziel erreicht werden soll, dürften im Jahr 2030 höchstens noch rund 37 Gigatonnen CO2-Äquivalent ausgestossen werden. Bei Fortführung der heutigen Pläne dürfte der tatsächliche Ausstoss im Jahr 2030 aber 16 bis 19 Gigatonnen höher sein, berechneten die Klimaexperten.

Auch 2-Grad-Ziel ambitioniert

Wird eine Erwärmung bis 2 Grad in Kauf genommen, könnten im Jahr 2030 zwar 42 Gigatonnen ausgestossen werden. Aber auch das Ziel würde bei den bislang versprochenen Anstrengungen um 11 bis 13,5 Tonnen verfehlt.

Anders berechnet: Wenn das Klimaziel 1,5 Grad erreicht werden soll, wäre das CO2-Budget für den Rest des Jahrhunderts bei gleichbleibenden Klimaschutzzielen bereits bis 2030 zu 100 Prozent aufgebraucht, bei einem 2-Grad-Ziel zu 80 Prozent.

Der Report zeigt auch konkrete Wege, wie Länder kostengünstig CO2 einsparen können. Erneuerbare Energien, mehr Energieeffizienz, Aufforstung und Vermeidung von Waldzerstörung könnten mit geringen Kosten umgesetzt werden oder sogar Gewinne bringen.

(rub/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Adrian am 31.10.2017 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Dann schraubt endlich die...

    ...Flugpreise aufs 10-fache hoch, ansonsten; schön haben wir darüber geredet...

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  • WerkKraft am 31.10.2017 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Kohle so ein Problem ist...

    ...wieso wird dann Atomenergie verteufelt? Es ist die Effizienteste Art energie zu gewinnen und CO2 NEUTRAL, aber nein, lieber Atomkraft abschaffen und noch mehr Kohlekraftwerke bauen... Übrigens, schonmal von Thorium gehört?

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  • Notfall am 31.10.2017 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grössenwahn

    Dass der Mensch das Klima steuern meint zu können ist reiner Größenwahn!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc Bjorg am 02.11.2017 05:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Blödsinn!

    Problem 1: Das Eis wird in Grönland und der Antarktis dicker. Problem 2: 403ppm CO2, das sind Anteile pro Million. Erst ab 60'000ppm ist CO2 giftig. Pflanzen benötigen es um zu wachsen. Problem 3: CO2 ist schwer, je höher um so weniger. Glashaus Effekt gibt es gar nicht. Problem 4: Der Plastik in den Ozeanen treibt das Klima viel mehr an als CO2, es isoliert und lässt die oberen 3m Wasser viel wärmer werden. 70% der Fläche sind halt Ozeane. Problem 5: Die CO2 Konzentration erreicht ihren Höhepunkt immer wenn das Klima schon wieder abkühlt. Fazit: Sozialismus mit massiven Einschränkungen ist das Ziel linker pseudo Wissenschaftler die keine Ahnung haben aber mit ihren vorhersagen die nichts taugen ihr Geld verdienen. Es sollen damit nur immer mehr Steuern und weniger Freiheit gerechtfertigt werden.

    • Pro Libertate am 05.11.2017 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marc Bjorg

      Gratuliere, endlich wieder mal jemand, der etwas von Wissenschaft versteht! Die Angstmacherei mit dem Klima ist nachweisbar reiner Betrug. Aber eben, grüne Energie verdient halt 1500 Milliarden $ pro Jahr...

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  • Bonita Eger am 01.11.2017 04:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Märkte erschliessen

    Bullschit! Klimakatastrophe = Geldmaschine und CO2 ist die Bedienungsanleitung!

  • Michel de Notredame am 01.11.2017 03:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nihil novi sub sole

    Nihil novi sub sole. Wie bei jeder Hochkultur, ist auch unsere Zeit begrenzt. Die Natur wirds regeln, so wird auch der Auswuchs Mensch einmal mehr in seine Schranken gewiesen. Keine Massnahme verhindert was nicht verhindert werden kann. Es ist nur ein hinauszögern des unumgänglichen. Die Natur gewinnt immer!! PROST

  • nino.russano am 31.10.2017 23:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke !

    Danke an alle, die mitgeholfen haben den Planeten Erde zu zerstören. Meine Generation darfs jetzt ausbaden ;)

  • Ist so am 31.10.2017 21:59 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsache

    Die einzige Massnahme ist und bleibt das sich die Spezies Mensch dezimiert. Zwei Kind Politik wäre eine Möglichkeit. Jeder Mensch dürfte maximal ein Nachkomme haben, macht auf ein Paar also zwei Kinder. Es ist auch bei anderen Lebewesen so, übersteigt die Population eine Grenze muss sie dezimiert werden, damit der Lebensraum erhalten bleibt. Ansonsten droht irgendwann der Krieg um die Resourcen, unweigerlich.