Firmenkrise

30. Oktober 2017 08:18; Akt: 30.10.2017 08:18 Print

Die Krise als Chance nutzen

So handelt man richtig, wenn es im Betrieb so richtig knallt.

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Als Geschäftsführer und CEO der SBO Business School sieht Frank Pohl Schweizer KMU's in Sachen Krisenmanagement gut aufgestellt. (Bild: ZVG)

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Frank Pohl, CEO der SGO Business School, erläutert, wie man die Krise auch als Chance nutzen kann.

Was ist der häufigste Grund, weshalb Schweizer KMUs in eine Krise geraten?
Krise bedeutet für mich Verlust der Handlungsfähigkeit. Die meisten Schweizer KMUs sind hervorragend aufgestellt. Krisen erlebe ich, wenn sich Unternehmen strategisch verzetteln und wenn falsche Personalentscheidungen getroffen werden.

Wie manifestiert sich eine solche Krise im Unternehmen?
Erkannt werden Krisen teilweise über Frühwarnsysteme, Controlling und Reporting oder Gespräche mit diversen Stakeholdern. Oftmals ist es zunächst nur ein Bauchgefühl. Erste Interventionen sind dann oft hektisch, zufällig, austestend und wenig nachhaltig. Es folgen Aussprachen und Analysen. Auch Problemlösungskonzepte, Ideen oder Handlungsoptionen ändern ja zunächst nichts an der Situation.

Welche Sofortmassnahmen sind da angesagt?
Wichtig ist, die Krise zunächst für sich selbst einzugestehen und intelligent zu kommunizieren, intern vor extern. Niemals dem Wunsch zur Beschönigung verfallen. Die Sofortmassnahme lautet, ein Krisenmanagement zu beschliessen und die Prognose anzupassen.

Gibt es allgemeingültige Strategien für die Bewältigung von Krisen?
Schlagkräftige Strukturen schaffen und Eskalationsebenen klar und unmissverständlich regeln. Die Kunst besteht darin, in Krisensituationen keine absoluten Commitments auf Prognosen zu geben und dennoch mit dem «Rücken von der Wand» wegzukommen Wichtig ist vor allem, die Komplexität zu reduzieren und Kostenbewusstsein zu schaffen und durchzusetzen.

Eine Krise ist immer auch eine Chance. Was braucht es für einen erfolgreichen Turnaround?
1. Konzentration auf wertschöpfende Prozesse und Tätigkeiten, 2. Denken von aussen nach innen: Was wird gebraucht statt was können wir, und 3. vor allem harte und viel Arbeit.

Ihr persönlicher Tipp an Unternehmer, welche sich mit ihrem Betrieb in einer Krise befinden?
Fakten hören nicht auf zu existieren, wenn man sie absichtlich
übersieht, und einen Fehler macht man nicht dadurch besser, dass man weitere Fehler begeht.

www.sgo.ch

(rb)