Fussball-WM

10. Juni 2018 13:54; Akt: 10.06.2018 13:54 Print

Mitfiebern kann brutal aufs Herz schlagen

Millionen Fussballfans werden in den nächsten Wochen wieder echte Krimis durchleiden. Für manche kann das schmerzhaft oder sogar tödlich enden.

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Ein echter Fussballfan schreit sich für seine Elf auch schon mal die Lunge aus dem Hals. Doch aus dem heiteren Mitfiebern kann schnell Ernst werden. Statistiken zeigen, das Fussballgrossereignisse oftmals nicht nur mit einem Anstieg von Überfällen, Alkoholexzessen oder Verkehrsunfällen einhergehen, ... ... sondern dass auch vermehrt Herzinfarkte auftreten. Emotionaler Stress verursacht oft einen Anstieg von Puls und Blutdruck. «Ein Mensch mit einem gesunden Herzen kann allein durch die Aufregung beim Anschauen eines Fussballspiels normalerweise weder einen Herzinfarkt noch einen plötzlichen Herztod erleiden», erklärt Thomas Meinertz von der Deutschen Herzstiftung. Bei Menschen mit Herzproblemen kann dieser emotionale Stress aber lebensbedrohlich werden. Bei Menschen mit koronaren Herzerkrankungen kann es in den vorgeschädigten Gefässwänden bei starkem Blutdruckanstieg und durch Ausschüttung von Stresshormonen zu kleinen Einrissen kommen, an denen sich Blutgerinnsel bilden. Das wiederum kann zur Verstopfung der Herzkranzgefässe führen. Der Herzmuskel wird dann nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt und kann in Teilen absterben. Es entsteht ein Herzinfarkt. Bei mangelnder Blutversorgung des Herzmuskels kann es auch zu Herzrhythmusstörungen kommen und im Extremfall zum plötzlichen Herztod. An der WM 2006 untersuchten Münchner Forscher, wie sich emotionaler Stress auswirkt. Ergebnis: Während der sieben Einsätze der deutschen Elf mussten fast dreimal so viele Patienten wegen akuter Herzprobleme ins Spital als an anderen Tagen. Bei Menschen mit einer Erkrankung der Herzkranzgefässe war das Risiko sogar fast viermal höher. Zu ähnlichen Ergebnissen kam eine Studie in Großbritannien: An dem Tag, an dem die Engländer 1998 gegen den Rivalen Argentinien verloren, stieg die Zahl der Herzinfarktpatienten um 25 Prozent. (Im Bild: Englands Torwart David Seaman tröstet seinen Teamkollegen Paul Ince, 1998) Wer auf Nummer sicher gehen will, kann vom Arzt prüfen lassen, ob ein zusätzlicher Blutdrucksenker, ein sogenannter Betablocker, genommen werden muss. Notfalls aber heisst es: Weg vom Fernseher und warten, bis sich das Spiel entspannt, denn jedes weitere Mitleiden und Wüten treibt den Stresspegel nach oben und erhöht das Infarktrisiko. Wer das Gefühl hat, dass der Blutdruck steigt, sollte sich hinlegen und eine Weile entspannen, raten Experten. Wichtig ist auch, ruhig und gleichmässig zu atmen, was zur Entspannung und somit zur Senkung des Blutdrucks sowie der Herzfrequenz beitragen kann. Menschen mit einem gesunden Herzen sind durch den WM-Stress normalerweise nicht gefährdet. Gleichwohl sollten auch sie in der nächsten Zeit auf eine ausgewogene Ernährung, Bewegung und einen mässigen Alkoholkonsum achten, um das Herz-Kreislauf-System nicht zusätzlich zu belasten. Wer sich sonst ausgewogen ernährt, kann sich ruhig mal Chips gönnen. Auch zu viel Alkohol kann den Blutdruck erhöhen. Der Herzmuskel muss das Blut dann gegen einen hohen Widerstand in die Blutgefäße pressen, was oft eine enorme Belastung für das Herz ist. Grosse Alkoholmengen können zudem zu Herzrhythmusstörungen führen. Gegen ein, zwei Bier oder ein Glas Wein ist aber nichts einzuwenden. Dann sollte dem der Nati Zujubeln nichts mehr im Wege stehen.

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Fussball ist zwar genau genommen bloss ein Spiel, doch manch ein Fan fiebert so mit, als würde sein Leben davon abhängen. In einigen Fällen kann das sogar lebensbedrohlich sein, wie die obige Bildstrecke zeigt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul am 10.06.2018 14:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ooooohhhh

    Ma dann lasst es bleiben wenn es sooo gefährlich ist.

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  • Megan N. am 10.06.2018 22:29 Report Diesen Beitrag melden

    Wir haben einen Vorteil....

    Naja als GC fan ist man sich einem Krimi gewöhnt und fast Herzinfarkte. Man schreit ja auch mehr als man jubelt also man ist trainiert. GC fans haben also einen Vorteil lol

  • Adi Mathiz am 11.06.2018 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Stress

    Ich denke es gibt viele andere Gründe die öfter zum Ableben führen können als Fussball gucken. So spannend ist das nun auch wieder nicht... Dann führt der Bierkonsum während der WM schon eher zum Kollaps, oder Schlafmangel weil man doch noch arbeiten muss und nachts zu lange TV geschaut hat, oder man wird nach einem Match von jubelnden Fans während des Autocorsos überfahren, oder Frau rächt sich weil Mann ihr wochenlang zu wenig Aufmerksamkeit zollt, oder man erstickt an einem Popcorn das man beim Freudenschrei wegen eines Goals verschluckt :)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mad Bungeejumper am 15.06.2018 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Die richtige Vorbereitung

    Ich nehme immer Biovital und meine Herztropfen mit, bevor ich mich in die Tiefe stürze...

  • Adrian Wüthrich am 12.06.2018 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WM 2018

    Fussball ist kein Sport, Fussball ist ein Geschäft.

    • Ueli am 12.06.2018 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Adrian Wüthrich

      Ja, und? Das sind Eishockey und Skifahren auch.

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  • Herr Paternoster Live us de Chnelle am 12.06.2018 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    deshalb ist in der Chnelle zur WM Zeit ab Donnerstag ein Doktor anwesend

  • Trompetensigi am 11.06.2018 21:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wir schaffen das

    Mit oder ohne Hymne: Hopp Schwiiz, die Hockeyaner waren schon sehr gut, aber Ihr könnts noch besser!

  • nicht so sportbegeistert am 11.06.2018 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Darum

    fiebere ich nie mit! Die Krieger sind eh alle gekauft!