Transfusion

20. Oktober 2017 07:09; Akt: 20.10.2017 07:09 Print

Frauenblut kann Männer töten

Männer, die eine Bluttransfusion bekommen, sterben eher, wenn die Konserve von einer Frau stammt, die bereits ein Kind geboren hat.

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Vor einer Bluttransfusion müssen zunächst einige Tests durchgeführt werden. So muss zum Beispiel die Blutgruppe vom Spender mit der des Empfängers übereinstimmen. Zum anderen muss die Konserve auf Krankheitserreger getestet werden.

Seitdem so vorgegangen wird, sind Komplikationen nach der Transfusion selten geworden. Auftreten können sie aber trotzdem – und sogar zum Tod führen. Zum Beispiel wenn es zu einer sogenannten transfu­sions­assoziierten akuten Lungeninsuffizienz (TRALI, siehe Box) kommt.

Diese tritt nach der Erfahrung von Ärzten in der Regel dann auf, wenn das gespendete Blut von einer Frau stammt, die schon einmal ein Kind geboren hat.

Todesfälle ausgezählt

Forscher um Rutger Middelburg vom Medizinischen Zentrum der Universität Leiden in den Niederlanden sind dem Verdacht, dass frühere Schwangerschaften eine Rolle spielen, nun in einer Studie nachgegangen.

Dafür werteten sie die Daten von mehr als 31'000 Patienten aus, die zwischen 2005 und 2015 total 59'320 Bluttransfusionen erhalten hatten, und setzten sie mit der Zahl der Todesfälle in den ersten drei Jahren nach der Transfusion in Beziehung.

Männer gefährdet, Frauen nicht

Demnach erhöht das von bereits einmal schwanger gewesenen Frauen gespendete Blut die Sterblichkeit von Männern um 13 Prozent, schreiben Middelburg und seine Kollegen im «Journal of the American Medical Association».

Erhielten andere Frauen die Konserve, war das Risiko hingegen nicht erhöht. Auch das Blut von Frauen, die niemals schwanger waren, war mit keinem erhöhten Risiko für die Blut-Empfänger verbunden.

Weitreichende Folgen

Sollte sich das Ergebnis in weiteren Studien bestätigen, könnte das eine «bedeutende klinische Implikation haben», wie Ritchard Cable von den American Red Cross Blood Services und Gustaf Edgren vom Karolinska Universitätsspital in Stockholm in einem Kommentar zur Studie schreiben. Doch vorerst sei eine Veränderung des Vorgehens nicht zu erwarten.

Offen ist auch, warum das Blut von ehemals schwangeren Frauen für Männer so gefährlich ist. Die Forscher vermuten aber, dass Veränderungen im Immunsystem einer werdenden Mutter dafür verantwortlich sein könnten.

(fee)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lima am 20.10.2017 07:29 Report Diesen Beitrag melden

    Bluttransfusionen sind ja schliesslich

    lebenswichtig. Mich erstaunt, das da offensichtlich nicht automatisch solche Daten erfasst und ausgewertet werden. Wenn es wirklich so ist, hätte das nicht schon längst entdeckt werden müssen?

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  • Peter Silie am 20.10.2017 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...also

    wer heute mein Blut bekommen sollte, darf einfach mindestens 24 Stunden nicht Auto fahren.. Schöns weekend und TGIF

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  • Rolf am 20.10.2017 09:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Volksverdummung

    Dieser Artikel strotzt nur so von Fehlern und Unwissenheit. Wie kommen Sie auf die Idee niederländische Forschungsergebnisse zu verallgemeinern? In der Schweiz wird immer ein Antikörpersuchtest durchgeführt und in Deutschland das Spenderblut auf die Antikörper getestet, die TRALI auslösen kann. Seitdem ist die Wahrscheinlichkeit des Auftretens in diesen Länder bei weniger als 1 zu einer Millionen und damit ein seit Jahren gelöstes Problem. Sie werben für Ihren Wissenskanal und verbreiten Halbwissen ohne Ende? Wie soll das funktionieren?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • lexy am 21.10.2017 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Also ich möchte eifach nur mal allen Blutspender Danke sagen. Den ohne Spenden würden ein paar Menschen nicht mehr leben.

  • Walti53 am 20.10.2017 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum wohl?

    Ich kenne, respektive kannte insgesammt 5 (fünf) Personen, die Fremdblut bekommen haben: 1 Mädchen (ca 12 Jh), lebt noch; 2 Männer (zwischen 45 - 50 Jh) sind jeweils Tage/Wochen später gestorben, jeweils mit der Erklärung Blutanomalie; 1 Mann (78 Jh) starb Tage später; Und 1 Frau, 84 Jh, starb Tage später... Aussage des Spitals, man muss unbedingt Blut geben...! Warum wohl? Nun 4 von 5 sind 80%!!! Frage nochmals, warum???

  • Reto am 20.10.2017 16:56 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenes Blut...

    Es steht jedem frei, alle 40 Tage eigenes Blut zu entnehmen und zu konservieren.

  • Black am 20.10.2017 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grins

    Sah gestern Alien 2, uff, wusste gar nicht das Frauenblut so tödlich bzw. ätzend ist. :-))

  • Tammy am 20.10.2017 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz korrekt

    TRALI ist normalerweise bei Plasmatransfusionen ein potentielles Problem und nicht bei normalen Bluttransfusionen. Und da ist es für Frauen genauso gefährlich wie für Männer... Genau darum sind Plasmakonzentrate auch nie nur von 1 Person sondern von verschiedenen, damit diese Gefahr so gut wie möglich minimiert werden kann. Aber dies ist eine extrem seltene Komplikation. Und leider lassen sich nie alle Gefahren definitiv beseitigen