MRSA

21. Juni 2018 18:12; Akt: 21.06.2018 18:12 Print

Basler Forscher finden Lösung gegen Spitalkeime

Die Behandlung multiresistenter Keime stellt Ärzte vor grosse Probleme, da viele Antibiotika dagegen wirkungslos sind. Eine Therapie aus Basel könnte helfen.

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Forschende in Basel haben herausgefunden, wie sich einer der häufigsten multiresistenten Keime bekämpfen lässt. Entwickelt haben sie Designerzellen, mit der sich eine Infektion mit diesem Bakterium verhindern lässt, wie das Basler Universitätsspital (USB) am Donnerstag mitteilte.

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Weil Bakterien zunehmend gegen Antibiotika resistent werden und dies schon viele Menschen das Leben gekostet hat, wird weltweit nach Lösungen für diese Problematik gesucht. Was nun Forschenden des Departements Biomedizin der Uni Basel und des USB sowie des in Basel domizilierten Departements für Biosysteme der ETH Zürich gelungen ist, sei ein «spektakulärer Erfolg», heisst es im Communiqué.

Synthetischer Beschleuniger

Konkret geht es um sogenannte MRSA-Bakterien (Methicillin resistenter Staphylococcus aureus), die gegen viele Antibiotika resistent sind. Diese Keime können zu Infektionen führen, die sich äusserst schwer behandeln lassen, hohe Kosten für das Gesundheitswesen verursachen und sogar tödlich verlaufen können, wie das USB festhält.

Mit der von Teams um Martin Fussenegger und Nina Khanna entwickelten Designerzellen lassen sich MRSA nicht nur erkennen, sondern gezielt eliminieren, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Dies geschehe über einen synthetischen Beschleuniger. Dieser fördert die Freisetzung eines Enzyms, das Bakterien zersetzen kann.

Die neue Therapie, über die auch die Fachzeitschrift «Cell» berichtete, ist nach Überzeugung der Basler Forschenden einer klassischen Behandlung mit Antibiotika überlegen. Gezielte Therapien zur Behandlung von Infektionen werden gemäss der Mitteilung immer mehr an Bedeutung gewinnen. Prof. Nina Khanna, Forschungsgruppenleiterin am DBM sowie Leitende Ärztin Infektiologie und Spitalhygiene am USB sagte dazu: «Durch die regulierbare und reversible Freisetzung von antibakteriellen Substanzen könnte der Entwicklung von Antibiotika-Resistenzen entgegengewirkt werden.»

(jcg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heidi am 21.06.2018 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Mein Bruder war letztes Jahr leider an den Spitalkeime gestorben. Da er sehr sehr lange, 3 Sorten Antibiotika nehmen musste wurde er immer schwächer, er war auch 5 Monate ununterbrochen im Spital.

  • Pflegefachfrau am 21.06.2018 21:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die ewigen Schuldzuweisungen

    Traurig wie wenig die Bevölkerung über MRSA weiss, denn sehr viele Träger wissen nichts und sind gesund. Dies bedeutet dass man den MRSA selber auch ins Spital mitbringt, und er im Anschluss erst zum Problem wird. Wettert nur weiter gegen das Gesundheitspersonal oder aber denkt über eure eigene Hygiene nach, im Alltag oder auch als Besucher/Angehöriger im Krankenhaus. Ich als Pflegefachfrau werde es ihnen danken.

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  • Ex MRSA Patientin am 21.06.2018 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht wohl noch Jahrzehnte

    ...könnte. Bis wann wird eine solche Behandlung realistisch sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • xxx am 22.06.2018 22:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    How long?

    Wie lange bis es eingesetzt werden kann?

  • Frau52 am 22.06.2018 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    es wäre so einfach

    Das einfachste und effizienteste Mittel gegen alle Keime, Bakterien und Viren ist und bleibt das Wasserstoffperoxid. Nur, niemand möchte es einsetzen, weder zu medizinischen Zwecken, noch zur Desinfektion denn, es ist zu kostengünstig. Dabei sollte selbst dem grössten Laien klar sein, dass keine Bakterien oder Viren eine Chance haben gegen reinen Sauerstoff. Lieber forschen und Gelder verschleudern die man dann der Allgemeinheit aufbürden kann.

    • MeinSenf am 22.06.2018 22:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frau52

      und wie bringst den Wasserstoffperoxid z.B. in die Lunge? in die Hirnhaut? Im Darm? übrigens gibt es den in jeder Apotheke für Oberflächenanwendung zu kaufen. Zur Anwendung auf der Hautm Mit dem Hinweis, ihn keinenfalls zu verschlucken.

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  • Dieog am 22.06.2018 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Resistente Keime

    entstehen durch das ständige Desinfizieren. Jetzt baut man eine Zelle, also eine genmanipulierte Variante einer Zelle und denkt das habe keine Auswirkungen auf den Menschen? Als Opium Ersatz wurde ja auch Heroin erfunden.

  • Pedro am 22.06.2018 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Tierhaltung Antibiotika

    Wieso wird Antibiotika in der Tierhaltung nicht verboten ? So könnten wir uns die Toten sparen!

    • Dr am 22.06.2018 10:04 Report Diesen Beitrag melden

      Jaja immer sinds die andern

      Den Einfluss von Antibiotika in der Tierhaltung auf Resistenzen wird bei ca 5% vermutet. Das würde also eigentlich nichts bringen. Man sollte den Lwuten halt nich wegen jedem kleinen Infekt gleich antibiotika geben oder gar Blind drauflos behandeln.

    • Heidi Heidnisch am 22.06.2018 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr

      Laut einem Report der US-FDA wurden 2009 14.5 Millionen Kilo an Antibiotika in der Fleischproduktion verwendet! 80% aller Antibiotika die in den menschlichen Organismus gelangt, stammt von daher. Wo haben Sie ihre Zahlen her?

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  • Dan y el am 22.06.2018 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaft u Ausbildung

    Es gibt auch natuerliche Antibiotika,.....nur ......als ich die Aerztin gefragt habe ob ich das von Ihr mir verschriebene Medikament durch mein Naturprodukt ersetzen koenne. .....wusste sie dies nicht. ....."Ich kenne dieses Produkt nicht"

    • Franz am 22.06.2018 14:08 Report Diesen Beitrag melden

      @Dan y el

      Logisch, denn an Ihrem Naturprodukt verdient der Arzt und big Pharma nichts. Persönlich gehe ich nie zum Arzt. Die Natur bietet uns alles, was wir brauchen und ohne Nebenwirkungen. Ein geheilter Patient ist ein verlorener Kunde... Die Daumen runter sollten mal darüber nachdenken.

    • Frau52 am 22.06.2018 17:58 Report Diesen Beitrag melden

      Antwort@Dan y el

      Natürliche Produkte sind beispielsweise kolloidales Silber, oder Wasserstoffperoxid. Letzteres ist ein uraltes Heilmittel das, verständlicherweise nie Einzug in die Medizin gehalten hat. Klar denn, es ist zu günstig. Ich spreche dabei aus Erfahrung. Meine Kinder hatten Anfang Jahr eine Grippe mit starken Halsschmerzen. Verdünntes Wasserstoffperoxid 3% brachte binnen 1 Stunde die Rötung im Hals weg. Übrigens, ich trinke tag täglich Wasserstoffperoxid. Einfach Warnhinweis beachten. Allerdings schaden Medikamente wahrscheinlich mehr als reiner Sauerstoff.

    • MeinSenf am 22.06.2018 23:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frau52

      Wasserstoffperoxid als uraltes Heilmittel? Der wurde gerade mal vor genau 200 Jahren das erste Mal hergestellt.

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