Erstmals in Europa

11. Juli 2008 15:26; Akt: 11.07.2008 16:26 Print

Niederländerin stirbt an Todesvirus

Wenige Wochen nach einer Afrika-Reise ist eine 40-jährige Niederländerin an dem seltenen Marburg-Virus gestorben. Gegen das Todesvirus gibt es weder Impfstoff noch Gegenmittel.

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Es ist das erste Mal, dass ein Mensch das 1967 entdeckte Marburg-Virus von Afrika nach Europa einschleppte.

Die Patientin erlag in der Nacht zuvor der Infektion, gegen die es kein Heilmittel gibt, teilte das Reichsinstitut für Gesundheit am Freitag mit. Erst am Donnerstag war der gefährliche Erreger identifiziert worden.

Die Frau war im Juni nach Uganda gereist und hatte dort die für ihre Fledertiere berühmten Grotten im Maramagambo-Wald besichtigt. Nach Angaben des niederländischen Instituts ist das Virus vermutlich dort übertragen worden.

Es sei bekannt, dass in bestimmten Regionen Fledertiere Träger dieses Virus sind. Es könne auch bei Affen, Mäusen, Ratten und Antilopen vorkommen. Übertragen werde es aber nur durch Kontakt mit Körperflüssigkeit wie Speichel, Urin oder Schweiss. Das Virus führt in acht von zehn Fällen zum Tode. Das Reichsinstitut riet dringend davon ab, die Höhlen in Uganda zu besuchen.

Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes wollte das Institut keine Einzelheiten über den Krankheitsverlauf in den letzten Lebenstagen der Patientin machen. Sie war einige Tage nach ihrer Rückkehr aus Afrika am 5. Juli in ein Spital der Stadt Helmond aufgenommen worden.

Das Spital wies nachdrücklich darauf hin, dass für andere Patienten, Besucher und Personal keine Ansteckungsgefahr bestehe. Rund 100 mögliche Kontaktpersonen der Patientin werden medizinisch beobachtet, um eine Ausbreitung der tödlichen Krankheit zu verhindern.

Das Marburg-Virus ist verwandt mit dem Ebola-Erreger. Die Erkrankten bekommen schwere innere Blutungen und hohes Fieber und sterben gewöhnlich binnen einer Woche nach Ausbruch der Krankheit. Bislang gibt es keine wirksame Impfung oder Behandlung gegen das Virus.

(sda)