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29. Oktober 2017 02:39; Akt: 29.10.2017 03:10 Print

Joshua bleibt Weltmeister

Der englische Schwergewichts-Boxweltmeister Anthony Joshua hat seine WM-Titel (WBA-Super und IBF) mit Erfolg verteidigen können.

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Der 28-jährige Anthony Jushua besiegte am Samstagabend in Cardiff den Herausforderer Carlos Takam durch technischen K.o. in der 10. Runde. Der Ringrichter nahm den Boxer aus Frankreich mit Wurzeln im Kamerun nach einer unbeantworteten Schlagserie von Joshua aus dem Kampf.

Takam wirkte zum Zeitpunkt des Abbruchs trotz Unterlegenheit und einem Cut über dem rechten Auge immer noch reaktionsfähig. Da Takam nach Punkten diskussionslos zurücklag, hätte er den Kampf indes nur noch mittels eigenem Knockout gewinnen können.

«Entscheid nicht nachvollziehbar»

Für Joshua war es der 20. vorzeitige Sieg im 20. Profikampf. «Ich habe meine Arbeit im Ring getan, der Ringrichter übernahm seinen Teil. Über dessen Entscheidungsbefugnis hatte ich keinen Einfluss. Mein Ziel war schon ein klarer K.o. Darauf hätte ich auch weiter hingearbeitet», sagte Joshua.

Für Takam war klar, dass Joshua zwar «ein grosser Boxer und Champion» sei, «aber der Entscheid des Ringrichters ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich würde gerne eine zweite Chance erhalten.» Der knapp 37-jährige Takam weist nun eine Bilanz von 35:4 Siegen (27 vorzeitig) und einem Remis auf.

Ringärzte liessen weiterboxen

Takam konnte Joshua zwar nur vereinzelt in Verlegenheit bringen, bestätigte aber seinen Ruf als harte Knacknuss, weil er aus einer äusserst kompakten Deckung heraus agierte und nicht einfach zu treffen war. Zum Ende der vierten Runde ging Takam nach einem linken Haken von Joshua kurz auf die Knie und wurde angezählt. Im gleichen Umgang hatte der Ringrichter auch kurz das Gefecht unterbrochen, um sich einen Blick über Takams Cut über dem rechten Auge zu machen. In der folgenden Runde sah sich auch der Ringarzt die Platzwunde an, liess aber weiter boxen.

In der 7. Runde, in der Takam selbst seine besten Treffer landete, erlitt Takam auch noch eine Schnittwunde am linken Auge. Vor der 9. Runde sahen sich gleich zwei Ringärzte vorab den rechten Cut von Takam an und liessen weiterboxen.

Der mit 115,1 kg knapp neun Kilogramm schwerere Joshua (1,98 m) setzte gegen den elf Zentimeter kleineren Herausforderer seine Reichweiten-Vorteile von Beginn an durch und beherrschte die Ringmitte. Ab der zweiten Runde drehte Joshua mit Hakenserien auf. Joshua agierte von da an auch deshalb aggressiver, weil er sich in diesem Umgang bei einem Kopfzusammenstoss eine blutige Nase holte. Später bestätigte Joshua, dass er sich beim Zusammenstoss die Nase gebrochen hatte.

«Anthony will alle WM-Gürtel holen»

Das Duell Joshua vs. Takam wurde vor 80'000 Zuschauern im überdachten Stadion von Cardiff ausgetragen. Eigentlich sollte der vom früheren Champion Wladimir Klitschko einst brutal k.o. geschlagene Kubrat Pulev gegen Joshua antreten. Der Bulgare musste aber wegen einer Schulterverletzung absagen. Auch der Kampf gegen Takam wurde nun als Pflichtherausforderung für Joshua gewertet.

Joshua strebt eine lange Regentschaft im Schwergewicht an. Der Engländer mit nigerianischen Wurzeln will 2019 einen Titel-Vereinigungskampf gegen den WBC-Weltmeister Deontay Wilder aus den USA oder WBO-Champion Parker austragen.

Joshua würde auch in diesen Kämpfen als deutlicher Favorit kämpfen. Wirklich gefährlich könnte ihm wohl nur sein im Ring schwer auszurechnender Landsmann Tyson Fury werden, der allerdings aus diversen Gründen in nächster Zeit kein Thema sein wird. «Anthony will sich alle WM-Gürtel holen und wird deshalb gegen jeden antreten. Wer auch immer da kommt, es gibt keine Ausnahmen», sagte Joshuas Promoter Eddie Hearn.

(roy/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Erdling am 29.10.2017 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Harter Hund

    Habe den Kampf gesehen dieser Takam war ein echt harter Kerl. Der hat Schläge weggesteckt das war nicht mehr normal. Der Abbruch des Schiedsrichter war abrupt und absurd. Dieser Takam hätte es auch bis zur 12 Runde geschafft.

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  • janes am 29.10.2017 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    top mann

    aj hat echt eine klasse einstellung. keine diva, keine ausreden keine protzerei und zurschaustellung seines reichtums. der boxt einfach weil er es liebt und ist sich für keinen gegner zu schade.

  • Maler50 am 29.10.2017 06:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nichts zu rütteln

    Ist Nu Mal ein Entscheid des Ringrichters, daran gibt's nichts zu rütteln. Im allgemeinen wäre ich dafür dass es nur einen Weltmeistertitel pro Gewichtsklasse gäbe!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • PatH am 29.10.2017 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso erst 2019?

    Weshalb soll der grosse und lang ersehnte Kampft gegen Wilders erst 2019 statt finden? Das ist doch das einzige was die Boxwelt im Moment interessieren würde!

  • Dieter am 29.10.2017 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abbruch..warum?

    Zum glück ist das mumienboxen klitschko endlich vorbei..aber wenn ein kampf so gewonnen/abgebrochen wird..und BEIDE boxer dies nicht verstehen..naja naja..da wird einem schon wieder mulmig zumute..hoffe das nicht wieder klitschko zeiten anbrechen und alles zu gunsten des weltmeisters manipuliert wird..

  • Blauäuger am 29.10.2017 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ich boxe nicht im Ring !

    Wäre doch langweilig wenn immer nur der gleiche gewinnt- oder?

  • dm am 29.10.2017 10:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vereinigungskampf

    Also die Redaktuere sollen mal besser recherchieren: Joshua wird nicht als Favorit gegen Wilder in einem Vereinigungskampf stehen. Niemals. Dafür ist wilder zu gefährlich und dieser Tyson Fury, der wird auch nie eine grosse gefahr mehr werden.

    • Mark am 29.10.2017 12:35 Report Diesen Beitrag melden

      seh ich anders

      Wilder ist sehr explosiv und ein Top-Athlet, aber boxtechnisch hat er grössere Defizite, von dem her wäre Joshua klarer Favorit. Doch Wilder besitzt durchaus eine KO-Chance, das ist so. Er hatte bisher aber noch keine wirklichen Top-Gegner. Ein Kampf der beiden wäre sehr interessant, aber wird 2018 kaum kommen, denke Wilder wird noch länger handverlesene Gegner in den USA boxen. Fury wäre auch sehr interessant, aber der muss sich zuerst wieder in Form bringen und eine Lizenz erhalten, vor 2019 wird da nichts Grosses gehen. Evt. könnte Joshua 2018 gg. Parker (WBO-Titel) boxen.

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  • bscyb1898 am 29.10.2017 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zum schlafen

    Dieser Kampf war langweilig und AJ boxt auch langweilig..... es ist jedesmal zum einschlafen und jedesmal wird abgebrochen ohne das es der Gegner versteht...

    • Madridsta98 am 29.10.2017 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @bscyb1898

      Beim gestrigen Kampf gebe ich dir Recht da hätte der Ringeichter nicht so schnell abbrechen sollen. Aber gegen Klitschko hat der Ringrichter gut gehandelt weil Klitschko keine Chance mehr hatte.

    • Point Man am 29.10.2017 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Madridsta98

      Der Ringrichter hat ihm eine Vernichtende Niederlage erspart darüber sollte er froh sein. Sein Rechtes Auge war sowieso angeschwollen und gegen Angriffe von Links war er verwundbar. Eine weitere Runde hätte er nicht mehr durchgehalten. Nicht nach so vielen Kopftreffer in dieser Runde. Man kann es Positiv sehen der Ringrichter hat ihm einen Spital Besuch erspart.

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