Strafe ist eine «Sauerei»

23. Oktober 2017 15:11; Akt: 23.10.2017 15:11 Print

Verstappen senior und Niki Lauda sind ausser sich

Max Verstappen wurde beim GP der USA der dritte Platz aberkannt. Der Red-Bull-Pilot ist sauer – sein Team, sein Vater und Mercedes-Mann Niki Lauda ebenfalls.

Max Verstappens Überholmanöver in der letzten Runde. (Video: Tamedia/SRF/Sky)
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Max Verstappen wurde in Austin unmittelbar nach dem Überqueren der Ziellinie mit einer 5-Sekunden-Strafe und einem Strafpunkt belegt. Der Holländer, der sich von Startplatz 16 bis auf Position 3 vorgekämpft hatte, schnappte sich in der letzten Runde Kimi Räikkönen, verliess dabei jedoch kurz die Strecke.

Die Quittung der Rennleitung kriegte der Red-Bull-Pilot prompt: Er musste sich mit Rang 4 hinter Lewis Hamilton, Sebastian Vettel und Räikkönen begnügen. Entsprechend aufgebracht war der 20-jährige Niederländer nach dem Rennen. Sein Zorn richtete sich vor allem gegen eine Person: Rennkommissar Garry Connelly. «Es ist dieser eine Idioten-Steward da oben, der immer Entscheidungen gegen mich trifft.»

Sein Vater Jos Verstappen hat eine andere Theorie. Der ehemalige F1-Fahrer erhob schwere Vorwürfe gegen den Automobil-Weltverband. Die FIA dürfte seinen Twitter-Post ebenfalls zur Kenntnis genommen haben. Der 45-jährige Niederländer machte aus Fédération Internationale de l'Automobile kurzerhand Ferrari International Assistance. Die Botschaft ist unmissverständlich: Die FIA hat bewusst zugunsten von Ferrari entschieden.


Horner und Lauda ausser sich

Mit seiner Anschuldigung stand Verstappen senior nicht alleine da. Red-Bull-Teamchef Christian Horner machte ebenfalls keinen Hehl daraus, war er von der Sanktion hält. «Ich denke, da wurde im Eifer des Gefechts eine schlechte Entscheidung getroffen. Es ging um das Podium und darum, dass die richtigen Leute auf dem Podium stehen. Diese Entscheidung passt nicht zu anderen Situationen, die sich im Rennen ereignet haben. Sie war einfach nur dämlich», sagte er gemäss Motorsport.com.

Red Bull hätte erwartet, dass die FIA Verstappen nach dem Rennen zumindest anhört. «Man kann sehen, dass Kimi in der Rechtskurve ein paar Probleme hat. Max hätte sagen können, dass er ihm ausweichen wollte.» Horner ging es vor allem darum, dass ähnliche Aktionen vorher nicht sanktioniert worden sind.

«Schlimmste Entscheidung»

Prominente Rückendeckung kriegte Verstappen auch aus dem gegnerischen Lager. Niki Lauda holte zum Rundumschlag gegen die FIA aus. «Es war ein normaler Überholvorgang. Wenn man ihn dafür bestraft, dass er 30 Zentimeter über das rote Ding fährt, dann ist das eine Sauerei. Rennfahrer sollen Rennfahrer sein und die da oben sollen sich nicht ständig einmischen. Das ist die schlimmste Entscheidung, die ich je gesehen habe», zitiert Speedweek.com den Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzenden.

Man habe sich vor einem Jahr mit Renndirektor Charlie Whiting und FIA-Präsident Jean Todt zusammengesetzt, um das pingelige Eingreifen der Rennkommissare zu thematisieren. «Eine weisse Linie ist keine Grenze. Darauf hatten wir uns auch geeinigt», polterte der Österreicher weiter.

Mit der Aktion gegen Verstappen sind «wir wieder in die Steinzeit zurückgefallen», so Lauda. «Wir müssen so schnell wie möglich mit Charlie reden und ihm sagen, dass das schlecht für den Sport ist. Es ist lächerlich, dass wir den Sport mit diesen Entscheidungen kaputt machen.»

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mr. smith am 23.10.2017 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Pingelig?

    Fakt ist, dass Verstappen mit allen 4 Rädern über der weissen Linie war. Hätte man keine Strafe ausgesprochen, könnte ja in Zukunft jeder abkürzen mit der Begründung "Das ist Racing". Die Strafe finde ich gerechtfertigt, ich sehe das Problem eher darin, dass die Stewards keine klare Linie haben. Wieso wurde z.B. Magnussen für seine Kollision mit Wehrlein nicht bestraft?

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  • D.Ricciardo am 23.10.2017 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Verstappen sen...

    Regeln sind nun mal Regeln. Wer sich nicht daran hält, der soll bestraft werden. Alle 4 Reifen ausserhalb der Strecke in dieser Kurve gleich Rennvorteil gleich Strafe. Was mir persönlich tierisch auf den Senkel geht, ist das kindische Verhalten von Verstappen Senior. Dieser Mann, hatte in seiner ganzen Karriere wohl nur immer Hinterreifen und Bremslichter gesehen, äusserst sich gegen die Ferrari Crew auf peinliche Art und Weise. Nicht das erste Mal das diese Familie herumjammert. Da ist mir Daniel Ricciardo einiges symphatischer.

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  • Roberto am 23.10.2017 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Pech ja, aber...

    Das ist wirklich schade für ihn und seine Leistung. Lauda hat aber nicht recht; beim Überfahren der für alle klar sichtbaren weissen Linie muss man halt konsequent sein. Sonst ruft eben derselbe Lauda nächstes mal aus, dass die Stewards nicht einmal eine weisse Linie sehen können...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • P.Parker am 23.10.2017 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kimi

    Was wäre ohne Strafe passiert, wenn Ferrari gegen das Manöver wegen dem Verlassen der Strecke geklagt hätte? Oder umgekehrt, wenn Kimi den Verstappen so überholt hätte! Der Jos, Marko und Co würden gleich jammern! Alles Heulsusen! Aber der grösste nörgeler ist der Vettel. Keiner kann besser reklamieren! Er wird gleich noch unfair und zeigt sein wahres Gesicht. Da lobe ich dem Lewis! Ein richtiger Champ! Nicht jammern, alles geben und gewinnen!!! So geht das!

  • ferrari fan am 23.10.2017 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    regeln sind regeln

    also ich finde verstappen einen guten rennfahrer. er muss einfach noch viel lernen. zum beispiel mit köpfchen zu fahren und nicht mit der brechstange. wenn du da voll reinhälltst muss raikönen ja zurückziehen weils sonst knallt. auf der anderen seite machen solche manöver die formel 1 wieder spannend. nun ja man kann nicht alles haben. die strafe an sich finde ich gerechtfertigt...die regeln bestehen und jeder kennt sie. ich kann auf der strasse auch nicht rummjammern wenn ich geblizt werde weil ich zu shnell gefahren bin...ch kenne die regeln und soll mich daran halten denn sonst brauchts keine regeln. ich bin selbst hobby rennfahrer und fahre autoslalom. auch bei uns gibts regeln. wer sich nicht daran hält muss mit einer strafe rechnen. punkt.

  • housi am 23.10.2017 19:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fertig itz!

    Regeln sind Regeln und fertig! Was Max da gemacht hat war regelwidrig und hat ihm sogar eine Position eingebracht. Vollkommen richtige Entscheidung! Da gibt es keine 2 Meinungen!

  • Karl Z. am 23.10.2017 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    abtreten

    Zu Niki Lauda möchte ich nur sagen "Jedes Ding hat seine Zeit", die Zeit von Niki Lauda in Sachen Rennsport ist definitiv vorbei. Es wäre schön, wenn er sein Alter irgendwo anders verbringen könnte. Seine Kommentare wirken mittlerweile peinlich

  • Mario Andretti am 23.10.2017 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lauda und Verstappen Senior ins Tourbillon statt i

    Fakt ist, dass wir mit Lauda und Jos Verstapen ins Steinzeitalter zurück gekehrt sind. Nur weil der Maxli seinem Papi gefallen will und dessen 0-Erfolge kompensieren muss, fährt er wie ein Kamikaze im Kreis herum. Dabei fährt er rücksichtslos gegen seine Konkurrentenund geht unnötige Risiken ein. Der gehört in die Gokart Klasse relegiert. Lauda war als Fahrer nur ein ewiger Nörgler. Nach ihm gab es erfolgreichere Piloten. Er soll doch endlich gehen, so wie Eckelstone.

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