GP von Austin

22. Oktober 2017 21:10; Akt: 22.10.2017 23:16 Print

Mercedes feiert WM-Titel – Hamilton noch nicht

Lewis Hamilton ist in Austin einmal mehr eine Klasse für sich und erringt im GP der USA vor Sebastian Vettel den neunten Saisonsieg. Mercedes feiert die Konstrukteursweltmeisterschaft.

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Zunächst eine «Taxifahrt» von Lewis Hamilton mit dem achtmaligen Olympiasieger Usain Bolt, danach die Vorstellung der 20 Fahrer durch den legendären Box-Ringsprecher Michael Buffer: Unmittelbar vor dem sechsten Grand Prix in Austin war den Zuschauern eine grosse Show mit reichlich Getöse geboten worden.

Im Rennen selbst hielt sich das Spektakel mit Ausnahme der ersten und letzten Runden eher in Grenzen - zu überlegen war Lewis Hamilton im Mercedes.

«Ich liebe Druck. Das ist Part of the Game», sagte der Brite vor dem viertletzten Rennen der Saison. Früher als von vielen gedacht geriet der 32-Jährige dann tatsächlich unter Druck, schliesslich zog schon unmittelbar nach dem Start Sebastian Vettel in der ersten Kurve am WM-Leader vorbei.

In Mexiko reicht Platz 5

Die Freude des Deutschen im Ferrari währte jedoch nur bis zur sechsten Runde, denn bereits da riss Hamilton die Führung wieder an sich - und zog auf und davon. Vettel vermochte dem Tempo des Briten zu wenig entgegenzusetzen.

Bereits am kommenden Wochenende, wenn die Formel 1 in Mexiko-City gastiert, wird Hamilton unter normalen Umständen der vorzeitige Gewinn des vierten WM-Titels nicht mehr zu nehmen sein; schon ein 5. Rang würde ihm hierfür im Autodromo Hermanos Rodriguez reichen.

Zwar konnte er heuer nicht wie 2015 in Austin den letzten Schritt zum WM-Titel machen, die Freude Hamiltons war in Texas gleichwohl riesig. Er siegte bei der sechsten Austragung des Grand Prix auf dem Circuit of the Americas zum fünften Mal.

Sauber ohne Punkte

Die beiden Sauber-Fahrer Marcus Ericsson und Pascal Wehrlein durften auf den Positionen 13 respektive 14 so weit vorne starten wie schon lange nicht mehr. Möglich gemacht haben dies Rückversetzungen diverser Konkurrenten. Für erstmaligen Punktezuwachs seit Ende Juni hat es gleichwohl auch in der texanischen Hauptstadt für die Hinwiler Equipe nicht gereicht.

Der Schwede Ericsson klassierte sich im 15. Rang, der Deutsche Wehrlein musste das Rennen nach einem Rencontre mit Kevin Magnussen (Haas-Ferrari) wegen eines beschädigten Unterbodens nach wenigen Minuten aufgeben.

Mercedes nicht mehr einzuholen

Zum vierten Mal in Folge sicherte sich derweil Mercedes den WM-Titel der Konstrukteure. Drei Rennen vor Schluss sind die Silberpfeile von Ferrari, das in Texas für den Aufschub der Entscheidung mindestens 17 Punkte mehr als der Rennstall mit deutscher Lizenz hätte erringen müssen, in der Teamwertung nicht mehr einzuholen.

«Wir wollen der erste Rennstall der Formel-1-Geschichte werden, der trotz massiven Regeländerungen seine Titel erfolgreich verteidigt», sagte der Mercedes-Teamchef Toto Wolff zuletzt in einem Interview mit der «NZZ». «Wir verbringen viel Zeit damit, darüber nachzudenken, welche Denkweise, welche Strukturen und Prozesse uns besser machen.»

Den WM-Titel der Konstrukteure hat Mercedes drei Grands Prix vor Saisonende unter Dach und Fach gebracht, jener bei den Fahrern wird dank Hamilton vermutlich folgen - wohl schon am nächsten Sonntag in Mexiko-City.

Austin, Texas. Grand Prix der USA (56 Runden à 5,513 km/308,405 km): 1. Lewis Hamilton (GBR), Mercedes, 1:33:50,993 (197,169 km/h). 2. Sebastian Vettel (GER), Ferrari, 10,143 zurück. 3. Kimi Räikkönen (FIN) 15,779. 4.* Max Verstappen (NED), Red Bull-Renault, 16,768. 5. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, 34,967. 6. Esteban Ocon (FRA), Force India-Mercedes, 1:30,980. 7. Carlos Sainz (ESP), Renault, 1:32,944. 8. eine Runde zurück: Sergio Perez (MEX), Force India-Mercedes. 9. Felipe Massa (MEX), Williams-Mercedes. 10. Danill Kwjat (RUS), Toro Rosso-Renault. 11. Lance Stroll (CAN), Williams-Mercedes. 12. Stoffel Vandoorne (BEL), McLaren-Honda. 13. Brendon Hartley (NZL), Toro Rosso-Renault. 14. Romain Grosjean (FRA/SUI), Haas-Ferrari. 15.** Marcus Ericsson (SWE), Sauber-Ferrari. 16. Kevin Magnussen (DEN), Haas-Ferrari. - * = 5-Sekunden-Strafe (Abkürzung). - ** 5-Sekunden-Strafe (Kollision mit Magnussen). Schnellste Runde (51.): Vettel in 1:37,766 (203,118; Rekord). - 20 Fahrer gestartet, 16 klassiert. Ausfälle: Nico Hülkenberg (GER), Renault (4. Runde/17. Rang): Technischer Defekt. Pascal Wehrlein (GER), Sauber-Ferrari (7./19.): Unterboden defekt nach Kollision mit Magnussen. Daniel Ricciardo (16./8.): Öl-Druck. Fernando Alonso (ESP), McLaren-Honda (26./8.): Motor.

WM-Stand (17/20)Fahrer: 1. Hamilton 331. 2. Vettel 265. 3. Bottas 244. 4. Ricciardo 192. 5. Räikkönen 163. 6. Verstappen 123. 7. Perez 86. 8. Ocon 73. 9. Sainz 54. 10. Massa 36. 11. Hülkenberg 34. 12. Stroll 32. 13. Grosjean 28. 14. Magnussen 15. 15. Vandoorne 13. 16. Alonso 10. 17. Palmer 8. 18. Wehrlein 5. 19. Kwjat 4. Teams: 1. Mercedes 575 (Weltmeister). 2. Ferrari 428. 3. Red Bull-Renault 315. 4. Force India-Mercedes 159. 5. Williams-Mercedes 86. 6. Toro Rosso-Renault 53. 7. Renault 48. 8. Haas-Ferrari 43. 9. McLaren-Honda 23. 10. Sauber-Ferrari 5. Nächstes Rennen: Grand Prix von Mexiko in Mexiko-City am 29. Oktober.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maler 50 am 22.10.2017 23:01 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Schade dass...

    Verdtappen wäre verdienter 3er, aber die Schiedsrichter bestrafen ein Super Überholmanöver.Mit solchen Entscheidungen macht man das Rennen kaputt, vorallem wenn es anscheinend verschiedene Linien gibt!

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  • Panini am 22.10.2017 23:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So macht mann diesen Sport kaputt!

    Die Formel 1 macht sich selber kaputt! Was mit Verstapen passiert ist (Strafe für nichts und wieder nichts) hat nichts mit Formel 1 zu tun. So macht mann diesen Sport kaputt!

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  • Ein Mann am 23.10.2017 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Kennt ihr das Regelbuch?

    Man sieht schon das einige Leute die F1 Regeln nicht kennen. Ja das ganze Weekend wurden Kurven geschnitten. ABER... nicht während dem man einen Gegner überholt hat.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sepp Blatter am 29.10.2017 20:18 Report Diesen Beitrag melden

    Absicht

    Vettel hat hamilton mit absicht den reifen aufgeschlitzt. Man sah, dass er einen kurzen aber gezielten ruck nach rechts machte. Dieser typ kann einfach nicht fair fahren

  • unglaublich am 23.10.2017 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    aber wahr

    Seit 1950: WM Punkte Ferrari 7990,27/ Mercedes 3764,14 WM Titel: Ferrari 16 / Mercedes 4 Siege: Ferrari 228 Mercedes 75 / Poles: Ferrari 212 Mercedes 86 / Podien: Ferrari 544 Mercedes 97 Starts: Ferrari 946 Mercedes 165. Dazu kommt dass Mercedes in den Rennsport einsteigt nur wenn es sich lohnt. Was bei Ferrari nie so war. Das heisst eben: "PASSION" von wegen Mercedes.........

    • Marc am 23.10.2017 22:40 Report Diesen Beitrag melden

      Es war einmal Ferrari...

      Prozentual (Teilnahme/Siege usw.) gesehen, ist Mercedes erfolgreicher. Ferrari war mal, diese Zeiten sind vorbei...

    • Abc am 23.10.2017 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marc

      Wenn es bei Mercedes wider mal nicht läuft, steigen sie aus der Formel 1 aus. So kann man die Statistiken auch verschönern.

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  • Formel1kenner am 23.10.2017 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Max

    der Holländer bei Mercedes fahren würde, hätte der Mann aus Afrika keine Chance um Weltmeister zu werden.

  • Italia Nix WM am 23.10.2017 13:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon wieder

    Ein weiteres Jahr ist vergangen und wieder heisst es: Italia nix WM, Fiatrarri nix WM, Rossi nix WM, mag es ganz Italien von ganzem Herzen gönnen.

    • Peter am 23.10.2017 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Italia Nix WM

      Hollst du dir Einen runter wenn Sauber auf den letzten Platz fährt?

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  • r der denker am 23.10.2017 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    idee!!

    was wäre wenn: alle fahrer in einem sauber f1 boliden mal ein rennen veranstalten oder in einem merzedes? was wäre intressanter?

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