Moto2

27. Oktober 2017 07:08; Akt: 31.10.2017 08:09 Print

Aegerters Teamchef Stefan Kiefer verstorben

Stefan Kiefer sei überraschend mit 51 Jahren gestorben. Das Team von Dominique Aegerter verzichtet deshalb auf eine Teilnahme am GP Malaysia.

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Mit zwei Einsätzen in der Saison 2006 lanciert Dominique Aegerter (r.) seine Karriere. Er ist nicht der einzige Schweizer in der Moto3-Klasse: Weltmeister Thomas Lüthi (l.) und Randy Krummenacher im Paddock in Portugal. 2006 bestreitet der Oberaargauer seine erste Saison in der damaligen 125er-Klasse. Sein bestes Resultat ist ein 11. Rang beim GP von Japan. In der Saison 2007 fährt er mit Multimedia Racing auf Aprilia sieben WM-Punkte heraus. 2008 macht der Schweizer einen weiteren Schritt nach vorne. Insgesamt vier Top-10-Plätze schauen in seiner dritten Saison heraus. Ein lädierter Finger kann dem jungen Motorrad-Piloten nichts anhaben. Die Laune ist bestens, auch wenn Aegerter in Australien die Ziellinie nicht überquert. In seiner letzten Saison in der untersten Klasse, 2009, fährt der Rohrbacher insgesamt siebenmal in die Top 10. 2010 beginnt mit dem Einstieg in die Moto2-Klasse eine neue Zeitrechnung. Aegerter startet auf einer Suter für das Technomag-Team. Teamchef Fred Corminboeuf posiert stolz mit seinem Fahrer. Der Einstand in die höhere Klasse glückt. Ein 7. Rang in Aragon ist sein bestes Saison-Resultat. Aegerter startet gut in die Saison 2011. Im dritten Rennen in Portugal fährt er auf den 4. Platz. Im letzten Saisonrennen in Valencia fährt der Berner als Dritter den ersten Podestplatz in der Moto2 heraus. Schweizer Duo: 2013 wird Randy Krummenacher Teamkollege von Dominique Aegerter. Anders als 2012, steht Aegerter in diesem Jahr in Assen als Dritter wieder einmal auf dem Treppchen. 2014 gibt es wieder einen neuen Teamkollegen aus der Schweiz: Robin Mulhauser folgt auf Krummenacher. Die Saison 2014 ist die bislang stärkste in der Karriere Aegerters. Er bejubelt zwei dritte Plätze, einen zweiten und ... ... den bislang ersten Triumph. Auf dem Sachsenring steht Aegerter erstmals zuoberst. 2015 wartet eine neue Herausforderung auf Aegerter. Tom Lüthi wird sein Teamkollege. Das Technomag-Team geht quasi mit einem Trio in die neue Saison: Aegerter, Lüthi und Muhlhauser (v.l.) Mit insgesamt fünf Piloten ist die Schweiz so gut vertreten wie noch nie: Randy Krummenacher, Dominique Aegerter, Jesko Raffin, Thomas Lüthi, und Robin Muhlhauser (v.l.) heissen die Moto2-Schweizer. Die Saison 2015 beginnt harzig. Mitte Saison erreicht Aegerter mit einem dritten Platz beim GP von Italien sein bestes Saisonresultat. Denn die Saison 2015 endet nach einem schweren Sturz in Aragon Ende September vorzeitig. Reha anstatt Rennstrecke: Aegerter kämpft sich nach seiner Lungenquetschung und Brüchen an der rechten Mittelhand und an vier Lendenwirbel-Querfortsätzen zurück. 2016 läuft es dem Oberaargauer überhaupt nicht nach Wunsch. Zudem endet die Saison unschön. Im Oktober gibt Aegerter bekannt, dass er das Team wechseln wird. Daraufhin sperrt ihn sein Team für den Rest der Saison. Tapetenwechsel nach fast sieben Jahren: Aegerter geht ab 2017 für das deutsche Team Kiefer Racing auf Punktejagd. Mit einer Suter-Maschine. Zuvor war er zwei Jahre auf Kalex unterwegs. Am 10. September 2017 jubelt Aegerter (m.) zuerst über Historisches. Er gewinnt vor Tom Lüthi den GP von Misano. Fünf Tage später wird ihm der Sieg aberkannt. Aegerter soll mit einem nicht zugelassenen Motorenöl unterwegs gewesen sein. Schock am 27. Oktober 2017. Aegerter trauert um seinen Teamchef Stefan Kiefer. Der deutsche Teamchef wurde vor dem GP in Malaysia tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Er wurde 51 Jahre alt.

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In der Rennbox von Dominique Aegerter wird es an diesem Wochenende beim Grand Prix von Malaysia keine Motorengeräusche geben. Das Moto2-Team trauert um Teamchef Stefan Kiefer.

Der 51-jährige Deutsche verstarb völlig unerwartet in der Nacht auf heute. Stefan Kiefer soll im Schlaf verstorben sein, die Todesursache ist noch ungeklärt. Aus Respekt vor der Familie werden an diesem Wochenende in Sepang weder Dominique Aegerter noch sein britischer Teamkollege Tarran Mackenzie an den Start gehen.

Stefan Kiefer, der früher selbst Motorrad-Rennen fuhr, betrieb Kiefer Racing gemeinsam mit seinem Bruder Jochen. 1998 gründeten sie das Team und wagten 2003 den Sprung in die WM. Das erfolgreichste Jahr gelang 2011, als Stefan Bradl vier Rennen gewinnen konnte. Der Deutsche wurde ausserdem Moto2-Weltmeister vor dem heutigen MotoGP-Star Marc Marquez.

Weiterer Schock für Aegerter

Dominique Aegerter bestritt seine erste Saison für das Kiefer Racing Team und hatte vor etwas mehr als einem Monat seine Vertragsverlängerung mit den Deutschen bekannt gegeben. «Mir fehlen die Worte. Das, was letzte Nacht geschehen ist, ist für uns alle ein riesiger Schock», schrieb der 27-jährige Oberaargauer via soziale Medien. «Wir werden Stefan alle schrecklich vermissen. Er war einer der besten Chefs, die ich je hatte, eine fantastische Person und ein guter Freund. Wir können uns an diesem Wochenende nicht mehr auf Rennen konzentrieren.»

Für Aegerter ist es nicht das erste Mal, dass er in der Motorrad-Szene mit einem Todesfall im näheren Umfeld konfrontiert ist. Im September 2010 verunfallte sein damaliger japanischer Teamkollege Shoya Tomizawa im Alter von 19 Jahren beim Grand Prix von San Marino schwer und verstarb im Spital.

(sep)

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