Abgang einer Legende

17. Mai 2018 11:15; Akt: 17.05.2018 15:53 Print

Gianluigi Buffon verlässt Juve nach 17 Jahren

Die italienische Goalielegende verkündet an einer Pressekonferenz unter Tränen den Abschied von Juventus Turin.

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Über 1000 Profispiele hat Gianluigi Buffon in seiner Karriere bestritten. Natürlich gibt es dazu zig Geschichten. Hier sind die wichtigsten Kapitel zur Karriere der italienischen Torhüterlegende. Lange muss man die Zeit zurückdrehen, um die Anfänge des Gianluigi Buffon zu beleuchten. Im Alter von sechs Jahren startet er seine Fussballkarriere, natürlich noch nicht als Profi, in Canaletto. Das war im Jahr 1984. Nach einigen Stationen schafft er es zuerst in die Jugendmannschaft von AC Parma. Vier Jahre spielte er dort. Dann gelang der Sprung zu den Grossen – der Sprung in die Serie A. 1995, im Alter von 17 Jahren, begann offiziell seine Profikarriere als Torhüter. Vor dem ersten Spiel gegen AC Mailand war er kaum nervös: «Das Glücksgefühl, es wirklich in die Serie A geschafft zu haben, übertraf jedwede Nervosität», sagte Buffon in einem Interview mit dem «Kicker». Das Spiel ging 0:0 aus. Ein neuer Star wurde entdeckt. Sechs Jahre hütete Buffon das Tor von Parma. 2001 kam es zum Wechsel. Es blieb der einzige in seiner gesamten Laufbahn. Juventus verpflichtete den 23-Jährigen, es ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Buffon vergleicht seine Anfänge bei den Turinern mit der Schulzeit: «In den ersten beiden Jahren war ich Student, erst im späteren Verlauf erlangte ich die Matura.» 655 Partien absolvierte «Gigi» für Juventus. Neun Meistertitel und fünf Cupsiege konnte er erringen. Doch: Der Gewinn der Champions League fehlt dem heute 40-Jährigen in seinem Palmarès. Nicht nur seine Clubs prägte Buffon jeweils, sondern auch die italienische Nationalmannschaft. Bereits 1993 hütete er, damals noch mit Mittelscheitelfrisur, das Tor der italienischen Nationalmannschaft – wenn auch nur bei den Junioren. Die kommenden Jahre arbeitete sich Buffon hoch. 1997 schaffte er dann den Sprung in die A-Nationalmannschaft. Auch dort wurden die Einsätze häufiger. Für die EM 2000 wäre Buffon bereits Stammtorhüter gewesen, verpasste die Endrunde aber wegen eines gebrochenen Daumens. Italien wurde dennoch Vize-Europameister. Buffons grosser Triumph sollte später kommen. Sechs Jahre später wird er als Stammtorhüter der italienischen Nationalmannschaft Weltmeister. Zwei Treffer liess «Gigi» an der Endrunde zu: ein Eigentor in der Vorrunde und einen Elfmeter von Zinédine Zidane im Endspiel. Buffon wird zum wertvollsten Goalie der WM gewählt. Es waren wohl seine besten Spiele – und der Höhepunkt seiner Karriere. Und jetzt? Nach 176 absolvierten Spielen für die Nationalmannschaft ist Schluss. Gerne hätte er noch die WM 2018 absolviert, daraus wurde aber nach der Niederlage in der Barrage gegen Schweden nichts.

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Er hat alles gewonnen in seiner Karriere. Fast. Nur die Champions League fehlt im gut gefüllten Trophäenschrank von Gianluigi Buffon. Nun tritt er ab, wohl ohne diesen Palmarès je zu vervollständigen. Es ist ein grosses Kapitel, das endet, wohl eines der grössten in Italien, gar des Weltfussballs. Am Donnerstagvormittag gab der 40-Jährige nach 17 Jahren und neun Meistertiteln unter Tränen seinen Abgang bei Juventus Turin bekannt. Sein letztes Spiel für die Turiner wird Buffon am Samstag bestreiten, der Absteiger Hellas Verona ist zu Gast. «Es wird sehr emotional sein», so der Goalie.

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Wie es für Buffon weitergeht, liess er noch offen. Es gebe Angebote auf und neben dem Platz, auch von Juventus, sagte er, und in den nächsten Tagen werde er seine definitive Entscheidung publik machen. «Der aufregendste Vorschlag für meine zukünftige Karriere neben dem Platz kam vom Präsidenten selbst», so Buffon weiter. Um was für einen Job es sich dabei handelt, verriet er nicht.

Auch woher die Angebote für eine Fortsetzung der Karriere als Goalie kamen, behielt Buffon für sich. Nur so viel stellte er klar: «Ich will nicht in einer zweiten Liga spielen.» Was dafür sicher ist: Buffon wird nicht mehr für die italienische Nationalmannschaft auflaufen. Er sagt: «Es gibt viele junge Goalies, die Erfahrungen sammeln müssen, um zu wachsen.» Darum mache er nun Platz.

Gentleman und Vorbild

Mit Buffon verlieren Juventus Turin und die italienische Nationalmannschaft ein Aushängeschild. Jahrelang hat er den Serienmeister und die Squadra Azzurra als Captain angeführt, war auch bei gegnerischen Fans und Spielern äusserst beliebt. Buffon galt als Gentleman auf und neben dem Platz, als Vorbild, das für jeden noch so viele Umarmungen übrig hatte.

«Buffon ging mit dem Club durch die Hölle», sagte Juve-Präsident Andrea Agnelli an der Pressekonferenz. Damit sprach er den Zwangsabstieg in die Serie B an, den Juventus 2006 nach dem Manipulationsskandal antreten musste. Buffon trat mit dem Verein den Gang in die Serie B an, ungeachtet davon, dass er zahlreiche Angebote aus ganz Europa vorliegen hatte. «Wir werden für seine Loyalität immer dankbar sein», sagte Agnelli.

Der Nachfolger ist bereit

Auch zu seinem Nachfolger äusserte sich Buffon. Nachdem immer wieder die Namen der italienischen Goalietalente Mattia Perin (Genoa) und Gianluigi Donnarumma (Milan) durch die Medien geisterten, scheint sich Juventus nun auf die bisherige Nummer 2 Wojciech Szczesny festgelegt zu haben. «Mit Wojciech hat Juve einen exzellenten Torhüter, der auch noch 13 Jahre jünger ist als ich», sagte Buffon.

Und auch in Sachen Captain ist vorgesorgt. Aller Voraussicht nach wird Giorgio Chiellini das Amt von Buffon übernehmen, auch er schon eine Legende bei Juventus.

Nachdem sich sowohl Buffon als auch Präsident Agnelli bei zahlreichen Personen in Juves Umfeld bedankt hatten, schloss Letzterer die Pressekonferenz mit den Worten: «Etwa 30 Prozent all unserer Trophäen im Juventus-Museum tragen deinen Namen. Du verdienst unseren grössten Applaus.»

(mro)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • juventino am 17.05.2018 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Buffon

    Buffon ist eine LEGENDE! Gibt kein anderes Wort für ihn

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  • TongMick am 17.05.2018 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Grazie Mille Gigi

    Eine Ikone tritt zurück und der italienische Fussball wird nie mehr so sein wie einmal war. In diesem Sinne GRAZIE MILLE an Buffon. Wir werden ihn vermissen und an die tollen Paraden und die grosse Fairness zurückdenken!

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  • j.b. am 17.05.2018 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grande Buffon

    Einer der grössten Fussballer der Geschichte geht. Danke buffon für alles.

Die neusten Leser-Kommentare

  • AMALA am 18.05.2018 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Triplete

    Auf welchen Fakten basiert die Aussage, dass er bei gegnerischen Fans äusserst beliebt war?

    • Doria am 18.05.2018 15:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @AMALA

      Das ist nur wegen dieser ewigen positiven Meldungen. So ein langweiliger Typ diese Puffon.

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  • Gigi am 18.05.2018 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Forza Gigi

    Von Gigi könnten sich viele 3. liga spieler eine scheibe abschneiden , respekt an diesen mann.

  • yolo am 17.05.2018 23:00 Report Diesen Beitrag melden

    classic

    neben Federer ... der grösste Gentleman im Sport ever

  • Samuele am 17.05.2018 21:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ciao Gigi

    Eine Legende tritt ab. Da kann sich Shaqiri eine Scheibe abschneiden. Nicht immer dem Geld nach renne

  • Gritli am 17.05.2018 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz ist Italien im Fussball überlegen

    Die Schweiz spielt mittlerweile sogar besser Fussball als Italien. Wen wunderts bei diesem super-schwachen Buffon Torwart

    • Balz am 18.05.2018 16:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @witz des jahres

      Na immerhin ist Italien der Schweiz überlegen. Wenn du was anderes behauptest dan weiss ICH nicht was du geraucht hast.

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