Einzelkritik

10. November 2017 08:05; Akt: 10.11.2017 09:07 Print

Ein grosses Versprechen und ein Ausfall

von E. Tedesco, A. Stäuble, K. Müller - Sie zauberten oder brillierten nicht. Aber es war ein abgeklärter und guter Auftritt nach dem Schock in Portugal. Die Schweizer gegen Nordirland in der Einzelkritik.

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Wurde im Regen von Belfast stehen gelassen – und das ist gut so! Die offensiv harmlosen Nordiren vermochten unsere Nummer 1 nicht zu prüfen. Aber wenn er da sein musste, überzeugte er. Ein sicherer Rückhalt. Was er in der eigenen Hälfte zu erledigen hatte, lief für den erfahrenen Rechtsverteidiger unter «courant normal». Wusste in der Offensive mit seiner Präsenz und seinen Flanken zu gefallen. Ein Leader wie er wurde gebraucht. An der Präzision kann der Captain noch feilen. Die Null steht! Der Djourou-Ersatz zeigte ein abgeklärtes Spiel und reichte die Bewerbung für das Rückspiel vom Sonntag in seinem Heimstadion ein. Physisch ist der FCB-Verteidiger sehr stark und ungemein aufsässig. Ein grosses Versprechen! Auweia! Wenn der Innenverteidiger bereits in der 5. Minute Gelb sieht, dann ... Säbelte quasi im Niemandsland Dallas um und hatte Glück, dass es nur der gelbe Karton war. Fand danach zu seiner besonnenen und coolen Art zurück. Musste sich während der restlichen 85 Minuten gegen die offensiv harmlosen Nordiren kaum in heiklen Szenen beweisen. In der 58. Minute wurde aus dem unermüdlichen Flanken-Garanten ein Penalty-Garant: Behielt vom Punkt die Nerven und erzielte das immens wichtige 1:0. Seinen defensiven Pflichten kam er ohne Makel nach. Solidarisch, konzentriert und kämpferisch, wie seine Teamkollegen auch. Darf sich am Sonntag wahrscheinlich feiern lassen: Als Torschütze jenes Treffers, der die Schweiz nach Russland brachte. Flehte phasenweise fast um eine Verwarnung. Doch sein Einsatz endete ohne einen Gelben Karton. Gut so, denn er wäre im Rückspiel gesperrt gewesen. Vladimir Petkovic hat die richtige Wahl beim Ersatz für Behrami getroffen. Zakaria war präsent, trat selbstbewusst und ballsicher auf und leistete wertvolle Arbeit. Ein Versprechen an der Seite von Xhaka. Umsichtiger Regisseur, Ruhepol, Antreiber, Pass- und Taktgeber. Kein Angriff lief nicht über sein Schaltpult. Zwei Dinge, die sein Repertoire eigentlich beinhaltet, wollten Xhaka in Belfast aber nicht gelingen: 1. Die satten Abschlüsse (10. und 12.) landeten knapp neben dem Tor. 2. Den «tödlichen» Pass in die Tiefe konnte er seinen Mitspielern nicht liefern. Vielleicht vermag er das nordirische Bollwerk im Rückspiel zu knacken. Liess vor der Pause nur einmal aufblitzen, warum er der Mann für die überraschenden Momente ist, als er Seferovic mit einem Traumpass bediente. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel verpasste er die Führung nur um Zentimeter, als sein Schuss übers Lattenkreuz streifte. Seine überraschendste Aktion hatte er aber nach 56 Minuten – weil Schiedsrichter Hategan zum Erstaunen aller auf den Penaltypunkt zeigte, nachdem Shaqiri Corry Evans aus kurzer Distanz angeschossen hatte. Begann mit einem Fehlpass und rutschte wenig später aus, als er aus neun Metern zum Schuss kam und dieser geblockt wurde. Seine beste Aktion war eine flache Hereingabe in der zweiten Hälfte, die Seferovic im Strafraum nur knapp verfehlte. Konnte nicht verbergen, dass sein Club die Saison schon beendet hatte. In dieser Form ohne Zukunft in der Stammformation. Ein Gewinn auf links, vor allem vor der Pause. Belebte seine Seite und setzte Xhaka nach einer schönen Einzelleistung bestens in Szene, der Arsenal-Profi schoss jedoch übers Tor (12.). Nach einer starken ersten Halbzeit baute er immer mehr ab. Dennoch würde es erstaunen, sollte er am Sonntag in Basel wieder Mehmedi Platz machen müssen. Hätte die Schweizer Nerven früh beruhigen können, als er Shaqiris massgeschneiderte Vorlage in der 18. Minute mit der rechten Fussspitze aufs Tor brachte, aber in Goalie McGovern seinen Meister fand. Gute Laufwege, sehr aktiv, aber zu wenig konkret in der gegnerischen Box. Darf sich gern noch steigern. Wenn einer das nordirische Bollwerk aus dem Spiel knacken kann, dann er. Kämpferisch, wie man ihn kennt, konnte seine Wucht aber nicht in ein zweites Schweizer Tor ummünzen. Blieb den Nachweis schuldig, schon einen Platz in der Startelf zu beanspruchen. Der Mainzer kam für Blerim Dzemaili ins Spiel, stand aber zu kurz auf dem Platz, um bewertet zu werden. Löste in der 87. Minute Steven Zuber ab, war aber zu kurz im Spiel für eine Bewertung.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joel am 10.11.2017 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    Frischer Wind tut gut

    Akanji, Zakaria und Zuber waren gestern die Besten auf dem Platz. Bei Akanji könnte man meinen, der bringe 20 Jahre Erfahrung mit sich. Zakaria war kämpferisch einsame Spitze und Zuber brachte Spielwitz und neue Ideen in das sonst eher monotone Angriffsspiel der Schweiz. Bärenstark von allen 3!

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  • Aldo Rütschi am 10.11.2017 08:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    leistung???

    wie kann man (petkovic) einen dzemaili 83 min auf dem platz lassen. da het der trainer genauso gepennt wie der spieler. beide ungenügend!

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  • Simon am 10.11.2017 08:16 Report Diesen Beitrag melden

    Embolo überbewertet

    Embolo ist rein gar nichts gelungen gestern. Da hätte man besser Seferovic auf dem Platz gelassen oder Gavranovic eingewechselt. Ich verstehe nicht wieso immer noch so ein Hype um Embolo besteht. Er soll sich zuerst einmal bei Schalke zurückkämpfen, dann kann man weiterschauen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • bidi am 11.11.2017 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verdienter sieg

    die schweiz hat mich nicht überzeugt, aber trotzdem verdient gewonnen, denn nordirland hat gar nicht stattgefunden, vielleicht ein verdienst der schweizer? wäre toll wenn's am sonntag nochmals so läuft.

  • Dani am 11.11.2017 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz gewinnt

    Jetzt wird die Schweiz Weltmeister! Jemand anderer Meinung?

  • EdyM am 10.11.2017 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwäche Angreifer

    Ach noch was Schweiz hat keine Gute Stürmer

  • coira am 10.11.2017 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zakaria

    Zakaria unglaublich dynamisch - für mich bester Spieler auf dem Platz. Wenn er so weiter macht, wird er ein ganz Grosser

  • Gol am 10.11.2017 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oberdusel

    Die Schweizer werden gegen die Nordiren die Barrage schaffen. Mit Dusel und Schiripfiffen. In Russland werden sie als zweitklassiges Team Kanonenfutter sein.