Die wichtigsten Duelle des Jahres

09. November 2017 12:53; Akt: 09.11.2017 12:53 Print

Mit mehr Mut – und noch mehr Entschlossenheit

von E. Tedesco, Belfast - In Belfast kann die Nati zeigen, dass Nordirland nicht mehr als nur ein Umweg an die WM im nächsten Sommer in Russland ist.

Bildstrecke im Grossformat »
Für Vladimir Petkovic ist klar, dass er eine Entscheidung, wie den Penaltypfiff für die Nati in Belfast, akzeptieren würde. Gemeinsam mit dem Nati-Trainer stellten sich Stephan Lichtsteiner (M.) und Granit Xhaka den Fragen der Presse. Fabian Frei hat die Nati wegen eines Todesfalls in der Familie verlassen. Der Rückflug der Nati am Freitagabend aus Nordirland verzögerte sich um mehr als eine Stunde. Dies weil eine Flybe-Mschine in Belfast notlanden musste. Am Schluss landete dann die ganze Truppe gesund wenn auch etwas müde und spät auf heimischem Boden. Die Schweiz ist der WM in Russland einen grossen Schritt nähergerückt. Das Barrage-Hinspiel entschied sie dank einem verwandelten Penalty von Ricardo Rodriguez (r.) in Belfast für sich. Granit Xhaka (Nr. 10) und Denis Zakaria jubeln mit und führten im Mittelfeld eine feine Klinge. Die Szene, die zum Strafstoss führte, war allerdings sehr umstritten und wohl eher nicht elfmeterwürdig. Doch das war der Nati sowie den Fans letztendlich egal. Die Weichen fürs Rückspiel am Sonntag sind gestellt. Xherdan Shaqiri wirkt an der Pressekonferenz etwas skeptisch. Hauptsache, im Spiel am Donnerstagabend weiss er genau, was zu tun ist. Petkovic strahlt viel Ruhe aus. Und Behrami zieht sich bei ungemütlichen Temperaturen warm an. An einer Pressekonferenz in Belfast gibt der SFV kurze Zeit zuvor bekannt, dass Valon Behrami, der selber nicht an der PK teilnimmt, bei der Nati bleibt und nicht zu seinem Verein Udinese zurückkehren wird. Wenig später trainiert der Udinese-Söldner bereits wieder mit den Kollegen und ist bester Laune. Auch die anderen Nati-Spieler zeigen vollen Einsatz. Der angeschlagene Valon Behrami soll zu spät zur Nati eingerückt sein. Sein Verein Udinese verlangt nun die sofortige Freigabe seines Spielers und droht dem Schweizerischen Fussballverband SFV mit rechtlichen Konsequenzen, falls Behrami nicht zurückkehrt oder gegen Nordirland sogar eingesetzt wird. Die Nati landete am Dienstagabend in Belfast. Ein Autogrammjäger will ein Selfie mit Ricardo Rodriguez. Auf gehts nach Nordirland. Vladimir Petkovic (r.) und sein Assistent Antonio Manicone am Flughafen Basel. Steven Zuber, Remo Freuler und Haris Seferovic (v. l.) checken vor dem Abflug ihre Handys. Valon Behrami macht es sich im Flieger bequem. Zuvor gaben Behrami (M.), Seferovic (l.) und Fabian Schär den Medien Auskunft. Vladimir Petkovic, Trainer der Schweizer Nationalmannschaft, zeigt sich an der Pressekonferenz entspannt. Petkovic begrüsst einige Journalisten persönlich. Druck vor dem wichtigen Spiel in Nordirland am Donnerstag scheint der 54-Jährige keinen zu verspüren. Xherdan Shaqiri (r.) und Admir Mehmedi treffen im Hotel Marriott Courtyard in Pratteln BL ein. Breel Embolo kommt mit dem Teambus. Ebenso Yann Sommer (vorne) und Nico Elvedi (links hinten). Granit Xhaka mit pfiffiger Frisur. Valon Behrami weiss noch nicht, ob er wegen seiner Oberschenkelprobleme spielen kann. Captain Stephan Lichtsteiner. Denis Zakaria sieht beinahe wie ein Tourist aus. Steven Zuber (vorne) und Remo Freuler.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nur Portugal stand zwischen der Nati und dem direkten Ticket nach Russland. Immerhin der amtierende Europameister. Nach der Niederlage in Lissabon muss die Nati in eine Zusatzschleife namens Barrage. Gegen Nordirland. Die Ernüchterung nach der Rekord-Qualifikation – neun Siege in Folge hatte noch keine Schweizer Auswahl zuvor geschafft – war gross. Die Spieler von Vladimir Petkovic haben gegen Portugal eine gute Chance verpasst zu zeigen, was wirklich in ihr steckt. Aber das Schöne im Fussball ist, dass sich schon heute die nächste Gelegenheit bietet.

Umfrage
Schlägt die Schweiz Nordirland in der Barrage?

Die Schweizer trauen sich diese Qualifikation zu. Völlig zu Recht. Aber sie müssen nicht nur davon reden. Sie müssen es auf den Platz bringen. Anders als gegen Portugal müssen sie die Vorgaben des Nati-Trainers umsetzen, agieren, nicht reagieren. Mit mehr Mut und noch mehr Entschlossenheit den Kampf aufnehmen und mit Stolz, Überzeugung und Vertrauen in die eigene Qualität die Nordiren in ihrer eigenen Festung in die Knie zwingen.

Nicht in Schönheit sterben

Und dieser Kampf muss nicht schön aussehen. Die Schweizer müssen nicht in Schönheit sterben, sondern die Leidenschaft aufleben lassen, die sie in der Vergangenheit an den Tag legte, wenn sie die Wand im Rücken spürte. Wie beim heroischen 3:2-Sieg gegen Slowenien in Basel, als sie drohte die EM 2016 zu verpassen. Und auch im Oktober 2016, als sie gegen Ungarn in extremis 3:2 siegten. Da war Pfeffer drin.

«Wir wollen wieder jene Schweiz sein, die ich kennen gelernt habe. Mit dem eigenen, offensiven Stil. Und mit Qualität», lautet auch die Forderung von Nati-Trainer Vladimir Petkovic. Die wollen auch wir am Donnerstag wieder sehen, um dann am Sonntag in Basel definitiv das Ticket nach Russland zu lösen.

Wiedergutmachung für Lissabon

Ein Sieg in Belfast wäre die halbe Miete, aber auch ein Remis, im optimalen Fall mit mindestens einem Auswärtstor, würde die Schweiz nah ans Ziel bringen. Natürlich muss man dem Gegner Respekt entgegenbringen. Schliesslich war Deutschland in den letzten vier Jahren das einzige Team, das in Belfast gewonnen hat – und Deutschland ist Weltmeister. Aber ein Schwergewicht des Weltfussballs sind die Nordiren mit Verlaub nicht.

Die Nati hat nicht nur die Niederlage in Lissabon gutzumachen. Sie hat die Chance zu zeigen, dass die vielen Siege zuvor kein Zufall waren. Und dass wir die WM verdient haben.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maya am 09.11.2017 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Schwiiz!

    Ich bin überzeugt, dass unsere Nationalmannschaft eine erfolgreiche Barrage spielen kann, wenn sie sämtliche Kräfte abrufen und sich auf dem Feld gut organisieren können. Eines sollten sie aber keinesfalls machen: Nämlich die Nordirren zu unterschätzen - denn das wäre das sichere Aus für unsere Jungs. Zeigt euch kämpferisch, gebt alles und macht uns stolz. Wir glauben an euch!

  • Josef Bättig am 09.11.2017 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Interessanter Fussballmatch heute Abend

    Das wird sicher ein sehr interessanter Fussballmatch heute Abend. Trotzdem braucht es das lange Geschnatter im SRF nicht. Ich jedenfall schalte SRF 2 erst so um 20:40 ein. Zudem wünsche ich mir, dass es keine bösartigen Fouls gibt von beiden Mannschaften.

    einklappen einklappen
  • Tello am 09.11.2017 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    HOPP SCHWIIZ!!

    Selbst mit einer starken geschlossenen Teamleistung wird es unheimlich schwierig heute zu gewinnen. Aber eine gute Ausgangslage (gutes Resultat, keine Verletzungen & Sperren) schaffen sollte drin liegen. Dann schnellst möglich sich auf das Spiel am Sonntag konzentrieren. DAS PACKEN WIR, RUSSLAND WIR KOMMEN!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Freewather am 10.11.2017 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Wenn die Schweiz so an der WM spielt wirds ne kurze Wm ;-)

  • Klaus-Peter ;-) am 10.11.2017 00:31 Report Diesen Beitrag melden

    Den konnten wir gut gebrauchen

    Zum Glück war Schiri Hategan ein Schweizer, der konnte uns weiterhelfen!

  • Gardner Lodge am 09.11.2017 23:18 Report Diesen Beitrag melden

    Swissurbicon

    Bravo. Jetzt haben sie sich wahrlich ein Sandwich und ein volles Glas Milch verdient. Saubi!

  • Peterson am 09.11.2017 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte realistisch bleiben

    Die Nordiren haben in den letzten vier Jahren daheim nur ein einziges Spiel verloren (gegen Deutschland). Optimismus gefragt!

  • Hungi am 09.11.2017 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp CH-Schütteler

    Wie so oft bei Fussballmatches mit Start 20:45 wird das Plaaplaa von dem Duo Hüppi und/oder Salzgeber schon um 20:10 beginnen mit irgendwelchen Experten. Das verursacht ziemlich hohe Kosten und gehört abgeschafft.

    • Roland Seetaler am 09.11.2017 17:10 Report Diesen Beitrag melden

      @Hungi

      In der Halbzeitpause und nach dem Matchende wird dieses Duo mit den Experten weiter reden und diskutieren. Dieses immense Gerede sollte wirklich gekürzt oder noch besser abgeschafft werden.

    • cartagena am 09.11.2017 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hungi Dieses..

      ..für Sie " blabla" wird in allen Ländern, wenn das Heimteam spielt vom jeweiligen TV so praktiziert. Schalten Sie doch einfach kurz vor Beginn ein, und beim Schlusspfiff schnell aus.

    einklappen einklappen