WM-Barrage

09. November 2017 22:56; Akt: 10.11.2017 08:03 Print

Ein grosser Schritt Richtung Russland

Die Schweiz gewinnt in Nordirland nach einer umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidung das Barrage-Hinspiel knapp 1:0.

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Ein perfekter Volley von Xherdan Shaqiri und eine zumindest ungeschickte Abwehrbewegung von Corry Evans, die Schusstechnik des Premier-League-Professionals und die leicht verzögerte Reaktion des beim englischen Drittligisten beschäftigten Mittelfeldspielers - innerhalb von einer Aktion in der 56. Minuten akzentuierte sich der Qualitätsunterschied der Beteiligten: ein umstrittener Handspenalty, dann der souveräne Vollzug durch Ricardo Rodriguez.

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Reicht der Nati das 1:0 aus dem Hinspiel für die WM-Quali?


(Quelle: SRF)

Die Schweizer waren in jener heiklen Strafraumszene bis zu einem gewissen Mass vom Zufall und Wohlwollen des Schiedsrichters begünstigt, aber zum kursweisenden Vorteil gelangten sie nicht ohne Grund. Sie hatten die zuvor proklamierte Reife demonstriert und verhielten vor dem aufgeputschten Anhang der Briten so ruhig wie geplant. Angriffsflächen fand das Ensemble von Michael O'Neill keine vor, auf Fehlpässe wartete das berauschend laute Publikum vergeblich.

Mit ihrem abgebrühten Auftritt im Stadion einer Mannschaft, die zuvor in den letzten zwei Qualifikations-Kampagnen einzig gegen Weltmeister Deutschland (1:3) ein Heimspiel verlor, haben sich die Schweizer eine nahezu perfekte Ausgangslage erspielt. Im St.-Jakob-Park bietet sich die grosse Chance zur vierten WM-Teilnahme in Serie. Die Zahlen, Fakten und Eindrücke sprechen für die SFV-Auswahl: Im eigenen Land hat Petkovics Ensemble seit September 2014 nicht mehr verloren.

Bereit für den Kampf

Zwei, drei Minuten hatten den Nordiren zunächst genügt, ihre Wucht und teilweise brachialen Stil auf den Rasen zu bringen. Sie forcierten den Nahkampf ohne eine Sekunde Verzögerung. Steven Zuber, von Petkovic anstelle der in Leverkusen ausser Form geratenen SFV-Stammkraft Admir Mehmedi nominiert, bekam die ungefilterte Härte der Einheimischen sofort zu spüren.

Seine Reaktion auf die wilden Körperchargen fiel aus, wie es die Schweizer im Vorfeld angekündigt hatten: Er liess sich die Schmerzen nicht anmerken, die Einschüchterungsversuche perlten am Hoffenheimer Flügelspezialisten ab. Mit seiner Haltung und Bereitschaft stand er nicht alleine. Jeder der Gäste wehrte sich, keiner liess sich nachhaltig aus dem Konzept bringen oder in energieraubende Scharmützel verwickeln.

Entschlossene Schweizer

Als doch etwas Hektik aufzukommen drohte, setzte Fabian Schär mit einem Foul knapp am tolerierbaren Limit einen Akzent mit Signalwirkung. Der zentrale Verteidiger bezahlte für seine Grätsche zwar mit einer Verwarnung, gab dem Herausforderer aber zu verstehen, dass sie in der Not gewillt sein würden, Petkovics Devise umzusetzen: «Wir dürfen die Beine nicht zurückziehen.»

Viel mehr als einen energischen Auftakt gestanden die Schweizer dem Achtelfinalisten der letzten EM nicht zu. Stattdessen kontrollierten sie die Partie dank ihrer typischen Veranlagung, den Ball zu einem hohen Prozentsatz in den eigenen Reihen zirkulieren zu lassen. Granit Xhaka steuerte die offensiven Bemühungen und verschaffte sich früh zwei ansprechende Schussgelegenheiten.

Keine ernsthaften Probleme

Die beste Szene der ersten Hälfte beanspruchte aber Haris Seferovic für sich. Benficas Stürmer scheiterte nach einem gekonnten Zuspiel Shaqiris am perfekt reagierenden Norwich-Keeper Michael McGovern. Das Geschehen spielte sich mehrheitlich in der Platzhälfte McGoverns ab, was die Stabilität der FIFA-Weltnummer 11 verdeutlichte.

Und spätestens nach dem Penaltytor Rodriguez wurde deutlich, weshalb Nordirlands Coach O'Neill immer wieder betont hatte, primär das Spiel ohne Ball gut zu beherrschen. Mit dem Druck, etwas Konstruktives zu schaffen, taten sich die limitierten Einheimischen schwer. Herz und Seele allein reichten nicht aus, um eine Verbandsauswahl vor ernsthafte Probleme zu stellen, die in den letzten 13 Jahren nur eine Endrunde verpasst hat.

Nordirland - Schweiz 0:1 (0:0)
Windsor Park, Belfast - 18'269 Zuschauer - SR Hategan (ROU)
Tor: 58. Rodriguez (Handspenalty) 0:1.
Nordirland: McGovern; McLaughlin, McAuley, Jonny Evans, Brunt; Norwood; Magennis, Davis, Corry Evans (65. Saville), Dallas (52. Ward); Kyle Lafferty (77. Washington).
Schweiz: Sommer; Lichtsteiner, Schär, Akanji, Rodriguez; Zakaria, Xhaka; Shaqiri, Dzemaili (83. Frei), Zuber (87. Mehmedi); Seferovic (77. Embolo).
Bemerkungen: Schweiz ohne Behrami, Djourou und Moubandje (alle verletzt). Schweizer Ersatzspieler: Bürki, Hitz, Lacroix, Elvedi, Lang, Freuler, Edimilson Fernandes, Gelson Fernandes, Gavranovic.
Verwarnungen: 5. Schär (Foul). 57. Corry Evans (Hands/im Rückspiel gesperrt).

(ll)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rotwis am 09.11.2017 21:19 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Schwitz

    Zakaria und Zuber sind eine riesen Bereicherung für die Mannschaft und ist eine freude denen zuzuschauen. Sollten definitv öfter spielen.

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  • Martin am 09.11.2017 20:42 Report Diesen Beitrag melden

    Es gilt nur eis...

    Rännet und Kämpfet!

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  • Alexis Sanchez am 09.11.2017 22:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kritik hier und da

    Unfassbar, wie alle die Leistung der Schweizer vernichten. Auswärtssieg ! Nordirland hatte keinen Stich ! Steht hinter unserer Nati oder schaut voice of Germany

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Die neusten Leser-Kommentare

  • PiriReis am 12.11.2017 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Handspiel.... Wo das?

    Das ist sehr hart gepfiffen... für mich ist das niemals ein Penalty ... Trotzdem happy das unsere Nati gewonnen hat...

  • Stone am 11.11.2017 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nati Schweiz

    Schade : In unserer Nati spielen schon länger sogenannte Stars, die bei ihren Klubs auf der Bank sitzen , weil die Leistung nicht stimmt . Doch in unsrer Nati dürfen sie immer wieder spielen ! Wir haben doch gute junge Spieler die der Nati viel mehr bringen als diese Mitläufer . Diese Jungs haben es wirklich verdient . Hopp Schwiz !!!!!!!!

  • Peter am 11.11.2017 10:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sieg ist Sieg

    Elfer hin oder her, dass Endresultat ist 0:1 und Fertig. Fehlentscheidunngen gehören zum Fussball dazu, und da kann auch mal ein Fehlentscheid zum Sieg führen. Mag es den Schweizern gönnen da sie eine fast Perfekte Quali gespielt haben.

  • Al Z. am 10.11.2017 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Glück als sonst was ...

    Sind wir mal ehrlich, schön dass sie Schweiz gewonnen hat, das Spiel der Schweizer war aber Oberlausitz. Der Elfer geschenkt, jener der Iren nicht gegeben. Das geht besser!

  • Jaque am 10.11.2017 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine 2 Rappen

    Der Kommentator hat wieder mal gezeigt, dass er eine Pfeife ist. Das Rrrrrrr, welches nebenbei total bescheiden geklungen hat, hätte er sich mehr als sparen können. Und wenn, dann bei einem schön herausgespielten Tor oder auch Standardsituation, aber nicht bei einem völlig unberechtigtem Elfmetertor...

    • PiriReis am 12.11.2017 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jaque

      Finde ich auch... einfach peinlich diesem Typen zu zu hören... bei einigen Sportanlässen kann man zum Glück auf andere Sendern umschalten.

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