Young Boys

16. Mai 2018 17:53; Akt: 16.05.2018 18:25 Print

Hütters Abgang trifft den Meister hart

von Fabian Ruch - So logisch der Wechsel zu Eintracht Frankfurt für ihn persönlich sein mag: Bei YB hinterlässt Adi Hütter eine grosse Lücke.

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Der Meistertrainer vor dem Absprung: Adi Hütter soll nächste Saison Eintracht Frankfurt coachen. Dies, nachdem der Österreicher die Young Boys zum ersten Meistertitel seit 32 Jahren geführt hat. Offenbar wird ihm zugetraut, die Frankfurter Multikulti-Truppe zu führen, wie er es in Bern geschafft hat. Erst im November 2017 hatte YB den Vertrag mit Adi Hütter bis im Sommer 2019 verlängert. Für Hütter geht mit dem Job in Frankfurt ein Traum in Erfüllung. Letzten Herbst hatte er ein Angebot von Werder Bremen noch ausgeschlagen. «Er passt mit seiner Art hervorragend zu YB und unserer Strategie», sagte YB-Sportchef Christoph Spycher einst über Adi Hütter. Der Österreicher übernahm im September 2015 das Ruder bei YB, nachdem im Monat zuvor Uli Forte entlassen worden war. YB-Trainer Adi Hütter begeistert mit attraktivem Pressingfussball. Der Österreicher gilt als unaufgeregter Trainer, dem grosses Tamtam an der Seitenlinie lästig ist. «Mein Ansatz ist nicht, ein 1:0 zu verteidigen, ich strebe das 2:0 an», sagte der Österreicher in einem Interview mit der Berner Zeitung. Hütter coachte vor seinem YB-Engagement Red Bull Salzburg. Und das erfolgreich: Er holte in der Saison 2014/15 mit Red Bull Salzburg zwei Titel. Trotz des Gewinns der österreichischen Meisterschaft und dem Sieg im ÖFB-Cup wollte er nach nur einer Saison – und trotz gültigen Vertrags – nicht mehr Trainer in Salzburg sein. Hütter: «Ich sehe mich als Entwicklungstrainer. Spieler aufbauen und dann in die Mannschaft integrieren.» Eines der ersten Bilder im Stade de Suisse nach Hütters Präsentation in Bern.

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Adi Hütters Wechsel nach Deutschland ist keine Überraschung. Der YB-Trainer hat stets betont, dass es sein Ziel sei, irgendwann in der Bundesliga arbeiten zu wollen. Er sagte im letzten Herbst beispielsweise Werder Bremen ab, weil seine Arbeit in Bern noch nicht beendet war. Und weil er selbstbewusst genug war, auf bessere Angebote zu warten. Im kleinen Kreis sprach er von einem Top-8-Club, den er übernehmen möchte.

Der Zeitpunkt des Wechsels ist für Hütter perfekt. Er wurde in seiner Heimat Österreich Meister und Pokalsieger mit Red Bull Salzburg. Er führte die Young Boys zur ersten Meisterschaft seit 1986 - und verlässt die Schweiz vielleicht ebenfalls als Doublesieger. Am 27. Mai im Final gegen den FCZ ist YB klar favorisiert. Was hätte der Österreicher bei den Young Boys noch mehr erreichen wollen? Natürlich wäre es reizvoll gewesen, YB erstmals in die Champions League zu führen - aber die Bundesliga ist in jeder Beziehung deutlich grösser und interessanter als die Super League.

Bloss ein weiterer Zwischenschritt?

Ein wenig überraschend mag für einige Beobachter vielleicht einzig der neue Verein Hütters sein. Frankfurt hat zwar lange Zeit eine starke Spielzeit absolviert, schwächelte aber in den letzten Wochen - und beendete die Saison schliesslich als Achter. Ein Top-8-Club ist die Eintracht aber nicht, bei schlechter platzierten Vereinen wie Wolfsburg und Gladbach sind die wirtschaftlichen Möglichkeiten erheblich besser. Doch Frankfurt ist ein Traditionsclub und in der smart geplanten Karriere Hütters genau der richtige Arbeitgeber. Es würde keineswegs erstaunen, wenn der 48-Jährige in einigen Jahren zu einem noch prominenteren Club wechselt. Der aktuelle Eintracht-Coach Niko Kovac geht im Sommer zu den Bayern.

Für die Young Boys ist der Verlust Hütters schwierig aufzufangen. Wahrscheinlich trifft es den Meister sogar härter als die zu erwartenden Abgänge talentierter Fussballer. Hütter ist es gelungen, in Zusammenarbeit mit Sportchef Christoph Spycher in einem viele Jahre unruhigen Verein ein bemerkenswertes Leistungsdenken zu etablieren. Seine Mannschaft agierte grösstenteils offensiv, attraktiv, erfolgreich. Hütter hinterlässt in Bern eine grosse Lücke.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Housi am 16.05.2018 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aurevoir YB

    Wie prophezeit... der Ausverkauf beginnt..

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  • A_z am 16.05.2018 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausverkauf

    Die Frage die sich stellt oder bald geklärt wird, welche Spieler wird er mitnehmen?

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  • Markus K. am 16.05.2018 18:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Erfolg in Hessen ausbleibt

    Wenn Erfolg in Hessen ausbleibt In Bern hatte man nach dem frühen Cup aus im Herbst 2016 sehr viel Geduld mit Hütter. Ich kann mir vorstellen dass wenn der gewünschte Erfolg in Frankfurt ausbleibt die Herren dort wohl kaum so viel Geduld aufbringen werden wie in Bern. Dann ist er ganz schnell wieder weg und würde sich wünschen wieder in Bern zu sein. Stichwort Haifischbecken Bundesliga. Ich wünsche ihm trotzdem alles Gute und viel Erfolg. Hoffe er gewinnt mit YB noch den Cup und bin gespannt wer sein Nachfolger wird.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 17.05.2018 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Glaube nicht..

    Schade wars. Aber ich denke es wird kein grosser Trainername kommen. Was möchte so einer bei einer CH Mannschaft respektive bei YB? Nichts. Der einzige Verein in der CH der einen Top Trainer holen könnte es aber nicht macht ist Basel. Der Grund ist nicht dieser das der FCB Serienmeister und so ist, sondern wegen den abkommen respektive Partnerschaften mit Barcelona, Gladbach, Bayern München und Liverpool. Deshalb könnte höchstens von denen ein Nachwuchstrainer in die Schweiz kommen. Hat YB auch abkommen mit anderen Vereins? Oder nicht?

  • tom am 17.05.2018 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja

    was will er noch bei yb erreichen die luft ist draussen !

  • Adi am 17.05.2018 09:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hütter

    Alle sie sagen, er würde dem Geld nach gehen haben keine Ahnung. Hütter ist der beste Trainer der schweizer Liga in den letzten paar Jahren, mit Abstand. Ein unglaubliches Fachwissen, ein gutes Händchen im Umgang mit den Spieler und stets ein hochprofessionelles Auftreten. Ich wünsche ihn viel Glück in Frankfurt!

    • Bladi am 17.05.2018 13:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Adi

      ...und nur einen Titel. International ? Nichts!

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  • Youngboyser am 17.05.2018 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    YB Herz

    Vielen Dank für die tolle Arbeit Adi! Ganz Bern wünscht dir alles Gute beim neuen Klub auch wenn Dortmund von den Farben her besser gepasst hätte

  • X.Y. am 17.05.2018 06:05 Report Diesen Beitrag melden

    Träumereien

    Es geht nur um Kohle, Kohle und noch einmal Kohle und es gibt keine moralische Verpflichtungen mehr gegenüber einem Club, dass kannst du vergessen. Alles andere sind nostalgische Träumereien.

    • A.B. am 17.05.2018 08:53 Report Diesen Beitrag melden

      X.Y.

      Sie wären nicht besser. Wenn Sie bei Mayer arbeiten und bei Müller einen besseren Lohn, mehr Ferien etc. kriegen würden, würden auch Sie wechseln. Falls Sie überhaupt arbeiten.

    • M.B. am 17.05.2018 10:59 Report Diesen Beitrag melden

      X.Y. ist dir langweilig im Büro????

      Adi Hütter hat schon immer gesagt, dass er gerne in die Bundesliga gehen würde. Er hat bei YB einen super Job gemacht und hat es vollkommen verdient, seine Karriere nach oben zu pushen. Ich gönne es ihm von Herzen und hoffe, dass Spycher einen guten Ersatz findet.

    • nino bosch am 17.05.2018 13:37 Report Diesen Beitrag melden

      Alter Zopf

      @ X.Y. Umgekehrt hat ein Verein auch keine moralische Verpflichtung gegenüber Trainern! Auch ein A.Hütter würde bei YB nach ein paar Niederlagen ausgewechselt...! Moralische Verpflichtung....ein 50 Jahre alter Zopf...nicht mehr zeitgemäss, vergesst das endlich und Fussball ist schon lange auch ein Beruf ....

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