Lugano-Leader Furrer

13. April 2018 19:10; Akt: 13.04.2018 19:10 Print

«Wir haben noch einige Waffen auf Lager»

von Marcel Allemann, Lugano - Das 0:1 im ersten Finalspiel ist für Lugano ein Wake-up-Call. Es braucht mehr. Vor allem mehr Emotionen. Werden nun Lapierre und Co. von der Leine gelassen?

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Letztlich war es nur ein Tor Unterschied. Bis zur letzten Sekunde konnte der HC Lugano hoffen, durch einen Lucky-Punch noch den Ausgleich zu schaffen und sich in diesem ersten Finalspiel in die Verlängerung zu retten. Doch daraus wurde nichts. Und so blieb den Luganesi einzig die Erkenntnis, dass sie dominiert wurden, über die Bücher gehen und etwas ändern müssen.

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Ihr erstes Problem ist der Gegner. Böse Stimmen sagen, dass Lugano bloss Mickey-Mouse-Teams schlagen musste, um es in den Final zu schaffen. Ein Fribourg, das es nicht auf die Reihe brachte, Lugano wirklich gefährlich zu werden. Und ein Biel, das sich nach der 2:0-Führung in der Halbfinal-Serie in seiner Naivität und mit seiner Playoff-Unerfahrenheit primär selber schlug.

«Es bloss zu versuchen, reicht nicht»

«Ganz klar, der Gegner ist von einem ganz anderen Kaliber als das, was wir bis jetzt im Playoff hatten. Die Zürcher sind sehr stabil und haben sehr konstant gespielt, wir konnten sie nicht wirklich überraschen», sagt Luganos Verteidiger-Patron Philippe Furrer denn auch. «Wir konnten zu wenige Torchancen kreieren. Es bloss zu versuchen, reicht nicht. Wir müssen einen Weg finden, um vermehrt in die gefährlichen Zonen zu kommen.»

Also muss Lugano dringend etwas ändern. Nach den verletzungsbedingten Ausfällen der beiden torgefährlichen Stürmer Dario Bürgler und Damien Brunner fehlt den Tessinern schlicht die Qualität und Tiefe, um über vier Blöcke mit den enorm ausgeglichen besetzten ZSC Lions spielerisch dagegen halten zu können.

Furrer wendet zwar ein: «Das sehe ich anders. Auch wir haben vier starke Linien, die gefährlich sein können.» Was will er auch anderes sagen. Er kann ja nicht gut den Lückenbüssern wie beispielsweise Romanenghi, Morini, Vedova oder Zorin die Fähigkeit absprechen, in diesem Playoff-Final etwas Kreatives beisteuern zu können.

«Wir müssen unser Energielevel nach oben schrauben»

Aber Furrer bestätigt zumindest, dass es mehr Aggressivität und mehr Emotionen braucht. Diese fehlten am Donnerstag. Provokateur Maxim Lapierre war so zahm wie eine träge Hauskatze. Auch von Julian Walker, Raffaele Sannitz und Alessio Bertaggia muss in dieser Hinsicht ebenfalls viel mehr kommen. Der Einzige, der die Zürcher gelegentlich reizte, war Sébastien Reuille. Das ist zu wenig. Auch die vom Gegner oft gefürchteten Tifosi der Curva Nord kamen so nicht wirklich auf Touren.

«Wir müssen unser Energielevel nach oben schrauben. Unsere Energie habe ich im ersten Spiel nicht so gespürt wie sonst. Das müssen wir ändern, so dass jeder Einzelne davon zehren kann und wir als Team stärker werden.» Ernsthafte Sorgen macht sich Furrer noch nicht: «Wir haben schon noch ein paar Waffen auf Lager. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir daraus lernen und Zürich in Zürich schlagen können.»

Nati-Verteidiger Furrer ist bei Lugano einer der grossen Leader. Was er sagt hat Gewicht. Und so ist denn auch damit zu rechnen, dass Lapierre und Co. nun am Samstag im Hallenstadion von der Leine gelassen werden. Denn einen neuerlichen 0:2-Rückstand in der Serie wollen sich die Luganesi nicht leisten. Sie wissen: Die ZSC Lions sind nicht der EHC Biel.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stedi63 am 13.04.2018 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hart spielen

    Für Lugano kann es nur über ein hart gespieltes Eishockey gehen. Hart aber regelkonform.

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  • Roli Leu am 13.04.2018 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Z for Champion

    Echt schwierige Aufgabe für den HCL. DLeue sind stark... hopp Z!

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  • Dani am 13.04.2018 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hopp ZSC

    Hoffentlich hat der HCL noch mehr zu bieten als gestern gezeigt... Der Z' aber garantiert auch. Möge der Bessere gewinnen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • W.Höfi am 14.04.2018 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lugano= Unsportlichste Mannschaft

    Bin sicher Cunti und co. werden versuchen den Torhüter aus dem Spiel zu nehmen,währe ja nichts neues

  • Donpascha am 14.04.2018 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lustig

    Es ist schon sehr amüsant, Lugano musste also nur mickey mouse teams schlagen... Vor drei Wochen war hier noch zu lesen, dass biel mit Lugano ein freilos hätte... Fähnlein im Wind sage ich da nur...

  • Dani am 13.04.2018 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hopp ZSC

    Hoffentlich hat der HCL noch mehr zu bieten als gestern gezeigt... Der Z' aber garantiert auch. Möge der Bessere gewinnen!

  • Prof.dr.med M. Håsselbørg am 13.04.2018 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Eishockey bei Lugano?

    Zum Titel: «Wir haben noch einige Waffen auf Lager» Mit provozieren und Schlägereien?

  • Stedi63 am 13.04.2018 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hart spielen

    Für Lugano kann es nur über ein hart gespieltes Eishockey gehen. Hart aber regelkonform.

    • Nikon am 13.04.2018 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stedi63

      Hart und Regelkonform ging bei Lugano noch nie. Die werden eine Strafe nach dem anderen ziehen.

    • Lars am 14.04.2018 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nikon

      bitte nehmen Sie wieder Ihre Medikamente ein, ohne die, Halluzinieren Sie... ; ) Forza Lugano

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