Massives Wachstum

11. März 2018 16:18; Akt: 11.03.2018 18:07 Print

Bald eine halbe Million Einwohner in Zürich

Stadtpräsidentin Corine Mauch geht von einem massiven Anstieg der Zürcher Stadtbevölkerung aus – bis ins Jahr 2030 könnte die Einwohnerzahl um 62'000 Personen ansteigen.

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Die Stadt Zürich hat bei den Stadtratswahlen letzten Sonntag klar entschieden – Corine Mauch wurde zum vierten Mal zur Stadtpräsidentin gewählt. Nun äussert sich die wiedergewählte Politikerin in der «NZZ am Sonntag» über das Zürich der Zukunft.

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In den letzten Jahren sei die Stadt enorm gewachsen. Die Zahl der Einwohner stieg seit 2008 um mehr als 40'000, die Zahl der Arbeitsplätze um mehr als 50'000. Und daran soll sich in Zukunft kaum etwas ändern : «Zürich wird stark weiterwachsen, ja, Zürich muss stark weiterwachsen.» Grund dafür seien die raumplanerischen Vorgaben des Kantons. Diese haben laut der Zeitung Verdichtung der Stadt zum Ziel. So schreibt er in seinem regionalen Richtplan von «einer möglichen Zunahme der Einwohnerzahl um 62'000 Personen» bis 2030. Das wären also beinahe eine halbe Million Einwohner.

Bezahlbare Wohnungen und effizienterer Verkehr

Dabei wolle man aber die hohe Lebensqualität und Attraktivität der Stadt bewahren, so Mauch. Dazu will man auch künftig eine aktive Standortpolitik betreiben und attraktive Bedingungen für Unternehmen schaffen.

Ebenfalls brauche Zürich mehr bezahlbare Wohnungen und wegen des Wachstums soll auch der Verkehr noch effizienter gemacht werden. Dabei spiele der öffentliche Verkehr eine zentrale Rolle. Autofahrer sollen dabei aber nicht vergrault werden, man wolle den Gesamtverkehr flüssiger machen. Dafür sollen gemäss Mauch auch Velowege stärker ausgebaut werden.

Politiker sind skeptisch

Bei den Stadtzürcher Parteien kommen die Wachstumspläne unterschiedlich an. FDP-Fraktionspräsident Michael Schmid gehört etwa zur Pro-Wachstums-Fraktion: «Es wird zwar eine grosse Herausforderung, aber ich denke, dass wir das bis 2030 erreichen.» Er befürchtet aber, dass die Stadtpräsidentin beim Ausbau der Infrastruktur zu wenig den Autofahrern entgegenkommt: «Das verkehrstechnische Gesamtsystem kann zukünftig nicht nur auf Velowegen und öffentlichem Verkehr beruhen», sagt er. Was den Bau von genügend zahlbaren Wohnungen betrifft: «Auch da haben wir noch Nacholbedarf, jedoch soll die Finanzierung nicht nur staatlich erfolgen – wir müssen auch Private in diesen Prozess miteinbeziehen.»

Kritischer sieht man den Wachstum bei der SVP, Parteipräsident Chef Mauro Tuena hofft jedenfalls nicht, dass die Einwohnerzahl auf 500'000 ansteigen wird: «Mehr Wohnungen könnte man nur noch durch verdichtetes Bauen erstellen. Doch fühlen sich dann auch die Menschen wohl, wenn es so eng ist?» Auch glaubt er nicht, dass die Infrastruktur an ein derartiges Wachstum angepasst werden kann: «Uns fehlen freie Flächen für neue Schulhäuser, Strassen und ÖV-Linien.»

Infrastruktur reicht nicht aus

Auch der Fraktionspräsident der Grünen Zürich Markus Kunz hält den massiven Bevölkerungsanstieg von einer halben Millionen unrealistisch. «Das ist ein Wunschdenken und bis 2030 nicht erreichbar.» Der Wohnraum wäre nicht das Problem – «in die Höhe lässt sich bekanntlich immer bauen.» Aber die Infrastruktur reiche nicht aus.

Nicht mal bei Mauchs Partei der SP Zürich ist man begeistert: «Es ist nicht so, dass wir das gefordert haben – wir führen nur das aus, was uns von oben vorgegeben wurde», sagt Davy Graf. Das Problem dabei: «Einerseits müssen wir das machen, auf der anderen Seite werden uns nicht mal genug finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt», so der SP-Fraktionspräsident.

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike am 11.03.2018 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Steuerzahler?

    .. und wer von denen bezahlt wirklich Steuern?

  • gugusli am 11.03.2018 16:34 Report Diesen Beitrag melden

    mehr, mehr, mehr ... Wachstum: wozu?

    Immer wieder dieses kurzfristige Denken: bis ins Jahr 2030 ... und danach? - Und ich höre schon wieder das tägliche Gejammer: STAU in und um Zürich...

  • Zürifäscht am 11.03.2018 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Dann eine grosse Mauer drumherum und es passt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • cibill am 11.03.2018 23:09 Report Diesen Beitrag melden

    blind?

    solange zusätzliche räumlichkeiten für die schulen nicht teil der planung sein müssen, ist ein weiterer zuwachs der bewohner schlicht eine katastrophe für den unterricht - immer grössere klassen, lektionen wie turnen, werken etc. können nicht mehr (gemäss lehrplan) durchgeführt werden, die bildungsqualität sinkt gezwungenermassen, zielorientiertes und vielseitiges unterrichten weicht zusehends einem über die bühne bringen des tages. ich verstehe nicht, wie man als raumplaner, politiker, etc. so kurzsichtig und ignorant sein kann. schade für die kids. und die steuergelder..

  • Hi, it's me am 11.03.2018 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bedenklich

    Was soll eigentlich an einem derartigen Einwohnerzuwachs so toll sein? Und wieso wird das von Rot/Grün noch unterstützt? Die Aussage von einem grünen Politiker «in die Höhe lässt sich bekanntlich immer bauen.», ist mehr als bedenklich. Es würde guttun, die Fehler, die in Amerika mit den Wolkenkratzern gemacht wurden, hier nicht zu wiederholen. Dazu rate Herrn Kunz, einen Sommer in New York zu verbringen. Das würde sein Statement sofort relativieren!

  • Dingsda am 11.03.2018 22:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ran an den Speck, SP!

    "Einerseits müssen wir das machen, auf der anderen Seite werden uns nicht mal genug finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt" Richtig so :) jetzt ist Kreativität, Effizienz und wirtschaftliches Denken gefragt.

  • Mr. Jister am 11.03.2018 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sture Stadtregierung

    Autobahn dreispurig und unterirdisch durch die Stadt bauen und eine U Bahn wäre ebenfalls nötig bei so vielen Einwohnern.

  • stromer am 11.03.2018 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "autofahrer sollten dabei nicht vergrault werden"

    schon lange passiert. aufgrund meines berufs als elektroinstallateur bin ich auf einen service wagen angewiesen. nach 27jahren hab ich der stadt den rücken gekehrt. diese systematische schikanieren der autofahrer ist eine frechheit sondergleichen.