Kanton Zürich

11. Januar 2018 11:30; Akt: 11.01.2018 12:01 Print

4,5 Milliarden mehr für Bahninfrastruktur

Brüttenertunnel und Bahnhof Stadelhofen: Damit die Zürcher Bahninfrastruktur ausgebaut wird, will der Regierungsrat 11,5 Milliarden Franken ausgeben. 7 Milliarden sind zu wenig.

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Nur mit diesen beiden zwingend benötigten Schlüsselprojekten könnten die Engpässe in und um Zürich beseitigt werden, heisst es in den Mitteilungen vom Donnerstag. Der Bundesrat hat für den Ausbauschritt der Bahninfrastruktur 2030/2035 zwei Varianten in die Vernehmlassung geschickt. Ein kleineres Paket in der Höhe von 7 Milliarden Franken mit Realisierungshorizont 2030 sowie ein grösseres für 11,5 Milliarden Franken bis 2035.

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Für die Planungsregion Zürich, vertreten durch den Zürcher Verkehrsverbund (ZVV), und die Zürcher Regierung kommt ausschliesslich die 11,5-Mia.-Variante in Frage.
Denn mit der kleinen Variante für 7 Milliarden Franken könnten die Engpässe im Netz der Zürcher S-Bahn nur vereinzelt behoben werden, weil der Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen - einer der grössten und neuralgischsten Engpässe im Zürcher Schienennetz - nicht enthalten ist.

Ohne ein viertes Gleis akzentuiere sich die bereits vorhandene grosse Überbelastung am Bahnhof Stadelhofen. Das würde den gesamten Bahnbetrieb in der Region destabilisieren. Beide Bauvorhaben seien zwingend nötig, damit der Bahnverkehr im Grossraum Zürich (S-Bahn 2G, 2. Generation) und in Richtung Ostschweiz nachfragegerecht weiterentwickelt werden kann, heisst es weiter.

Forchbahn ebenfalls berücksichtigen

Regierungsrat und ZVV sind erfreut, dass der Vorschlag des Bundesrates nebst den genannten Schlüsselprojekten auch weitere kleinere und mittlere Infrastrukturanpassungen im Kanton vorsieht. So sind unter anderem Ausbauten auf der Strecke Uster - Aathal, Herrliberg-Feldmeilen - Meilen oder Doppelspurprojekte bei der Sihltal Zürich Üetliberg Bahn (SZU) zwingend nötig.

Regierungsrat und ZVV möchten allerdings, dass die notwendigen Investitionen bei der Forchbahn neu in die Botschaft an das Parlament aufgenommen werden. Überdies sollen die geplanten neuen S-Bahn-Haltestellen Winterthur Grüze Nord und Wädenswil Reidbach ermöglicht werden. Auch die Haltestelle Silbern soll im Zusammenhang mit der vorgesehenen Projektierung des Ausbaus der Strecke zwischen Zürich und Aarau weitergeplant werden können.

Nicht nur in Zürich sparen

Unterstützt wird das Anliegen des Bundes, die Kosten der Projekte wenn möglich zu optimieren. Die Suche nach Kosteneinsparungen müsse sich aber auf alle Regionen erstrecken. Sie dürfe sich nicht nur auf den Raum Zürich-Zentralschweiz beschränken. Um die Vorlage bestmöglich weiterzuentwickeln, ist der Planungsprozess zwingend mit den sechs Planungsregionen weiterzuführen. Die Planungsregion Zürich erwartet zudem, dass die Regionen dabei deutlich stärker einbezogen werden als bisher.
Dadurch soll sichergestellt werden, dass das Gesamtkonzept in sich stimmig ist und die Mittel aus dem Bahninfrastrukturfonds zielgerichtet und mit dem grössten Nutzen eingesetzt werden.

Die Eisenbahninfrastruktur wird im Rahmen von strategischen Entwicklungsprogrammen (STEP) schrittweise ausgebaut. Gemäss Bundesgesetz ist der Bund zuständig für die Finanzierung der Bahninfrastruktur und die Kantone für die Planung der Angebotskonzepte für den Regionalverkehr.
Die Kantone haben sich dazu in sechs Planungsregionen organisiert: Nordwestschweiz, Ostschweiz, Tessin, Zentralschweiz, Westschweiz und Zürich. Die Planung für die Region Zürich übernimmt der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV).

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • wuebba am 11.01.2018 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Symptombekämpfung

    Unglaublich, was alles unternommen werden muss, um das Bevölkerungswachstum dank Zuwanderung bewältigen zu können. Würde nan diese begrenzen, hätten wir einige Probleme weniger.

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  • huschmie am 11.01.2018 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Kosten pro Passagier

    Es ist nie optimal, wenn die einen wünschen und andere zahlen. Darum sollte beides besser verknüpft sein. Zürich als grosser Zahler in den Finanzausgleich, soll darum auch entsprechend von den Bundesgeldern profitieren können. Dazu kommt, dass dort wo viele Reisende sind, auch viel Geld fliessen soll. Also Kosten pro Zugpassagier sind ein gutes Kriterium.

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  • Reto U. am 11.01.2018 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Langsam genug verbuttert.

    Wer macht denn mal den Kosten nutzen Vergleich das wir Milliarde um Milliarde in die Zuwanderung stecken und alles Verbauen? Ist es so schwierig oder traut sich das niemand oder würde es nicht Veröffentlicht?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Johnny D am 16.01.2018 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Immer noch zu wenig

    Leider sind 11.5 Milliarden immer noch zu wenig. Und bis das umgesetzt wird, ist schon wieder alles zu klein. Prima

  • Tristan15 am 14.01.2018 23:16 Report Diesen Beitrag melden

    Problem löst sich bald!

    Da bald alle Schutzsuchen Autos besitzen, werden die Kapazitäten im ÖV stark abnehmen. Dann sehen wir sie nur noch im Tram und Bus.

  • Stefan T. am 12.01.2018 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Bahn-oder Pendlerinfrastuktur

    Der Kt.Zürich hat genug Geld(noch).Damit werden noch mehr Verspätungen gebaut und noch mehr Pendler vom der PF kommen nach Zürich .Dafür werden befristete Arbeitsplätze geschaffen .Vielen Dank für 5-lieber des Zürisee und der Automobilisten des Kt.Zürichs .

  • Edmo am 12.01.2018 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Immer mehr und mehr und mehr

    Der ÖV ist ein Fass ohne Boden. Deshalb können auch noch weitere 11 Milliarden hineingeschüttet werden, ohne dass es zu überlaufen droht. Oder 100 Milliarden und noch viel mehr... Blöd ist nur, dass Fässer ohne Boden weder im Weinbau noch im Schienenbau wirtschaftlich sinnvoll sind. Darüber nachzudenken gilt bei uns aber als potentiell staatsfeindlich und völlig unsolidarisch.

  • eleven am 12.01.2018 00:17 Report Diesen Beitrag melden

    Fokus auf das Wichtige

    Keinen Rappen für die Forchbahn, ist völlig unnütze Gesellschaft.

    • Onkel Elefant am 12.01.2018 16:19 Report Diesen Beitrag melden

      Also die Tante Frieda hats verdient!

      Es gibt völlig aufgeblasene Bahnlinien, die werden mit Milliarden bedacht. Aber unsere Tante Frieda, die auf schmaler Spur fahren muss und so bescheiden ist, dass sie sich von der Rehalp bis Stadelhofen mit dem Tramgleis zufrieden gibt, soll leer ausgehen? Niemals, die hat mindestens goldene Radreifen verdient!

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