Jude bespuckt

13. März 2018 16:46; Akt: 13.03.2018 16:49 Print

Neonazi muss zwei Jahre ins Gefängnis

Das Bezirksgericht Zürich hat den Sänger einer Rechtsrock-Band zu zwei Jahren Haft verurteilt. Er hat einen Juden bespuckt, beschimpft und attackiert.

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Ist einschlägig vorbestraft: Der angeklagte Sänger einer Rechtsrock-Band Amok. Bild: PD

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Ein mehrfach vorbestrafter Neonazi aus dem Zürcher Oberland musste sich heute Dienstag vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Er hat im Juli 2015 einen orthodoxen Juden angespuckt, beschimpft und attackiert.

Das Gericht bestraft den heute 30-Jährigen unter Einbezug einer früheren Strafe mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten sowie mit einer Busse von 1000 Franken. Zudem muss er die Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 100 Franken aus dem Jahr 2012 bezahlen. Das Opfer erhält eine Genugtuung und eine Prozessentschädigung.

Verteidiger wollte Freispruch

Der Verurteilte, der als Sänger der Rechtsrock-Band Amok bekannt wurde, war wegen Rassendiskriminierung und Tätlichkeiten angeklagt. Vor Gericht bestritt er die Vorwürfe. Sein Verteidiger forderte einen Freispruch, weil die Zeugenaussagen nicht klar seien.

Die Anklage bezieht sich auf einen medienwirksamen Vorfall im Juli 2015: Anlässlich eines Polterabends in Zürich-Wiedikon soll der 30-Jährige einen orthodoxen Juden dreimal bespuckt haben. Danach verfolgte er ihn und rief ihm gemäss Anklage «Scheissjude», «Wir werden euch alle vergasen» und «Wir schicken euch nach Auschwitz» nach. Zudem soll er seinen Arm zum Hitlergruss gehoben und «Heil Hitler» gerufen haben.

Er holte den flüchtenden Mann schliesslich ein und wollte ihn gemäss Staatsanwaltschaft schlagen. Dazu kam es aber nicht, da Passanten den Mann, der um Hilfe rief, beschützten.

(chk/sda)