36 Monate Gefängnis

14. Juni 2018 18:10; Akt: 14.06.2018 18:10 Print

Gammelhäuser-Verwalter hat Drogen geschmuggelt

Über 2000 Kilogramm Drogen wurden in die Schweiz eingeführt. Daran beteiligt war auch der 50-Jährige, der die Stadtzürcher Gammelhäuser verwaltete.

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Der 50-jährige Verwalter der Stadtzürcher Gammelhäuser hat Drogen geschmuggelt Das sind zwei der drei sogenannten Gammelhäuser, die der Zürcher Stadtrat Anfang Februar 2017 für total 32,3 Millionen Franken gekauft hat. Die beiden Häuser wurden Mitte Januar 2016 geschlossen und verbarrikadiert. Zuvor herrschten in beiden Gebäuden «inakzeptable Zustände», wie der Stadtrat es formulierte. Überall auf dem Boden lag Unrat, es hatte unzählige Spritzen und Blutflecken. Die Häuser gehörten Peter S.* Er und drei seiner Mitarbeiter - darunter der Hauswart - waren im Herbst 2015 vorübergehend festgenommen worden. Verhaftet wurden die vier wegen des Verdachts auf Mietwucher. Am Dienstagmorgen, 20. Oktober 2015, hatte die Polizei die Neufrankengasse abgesperrt und die Bewohner der beiden Hausnummern 6 und 14 sowie eines Hauses an der Magnusstrasse befragt. So sah es im Treppenhaus der Hausnummer 14 am Tag der Polizeikontrolle am 20. Oktober aus – überall lag Abfall herum. Die Türen, auch jene des Lifts, waren teils demoliert. Der 43-jährige Ljubisa Grulovic wohnte damals in einer angeblichen Eineinhalbzimmer-Wohnung mit rund 15 Quadratmetern im dritten Stockwerk und bezahlte dafür 1100 Franken im Monat. Die Wohnung war vermutlich Teil einer einst grösseren Wohnung - daraus wurden später zwei. Die Küche scheint nachträglich eingebaut worden zu sein und verfügte bloss über zwei mobile Herdplatten. Nicht einmal ein Spülbecken hatte es. Auf der anderen Seite des Gangs, der die Küche sein sollte, gab es lediglich dieses kaputte Lavabo. Dieses gehörte aber eigentlich ... ... zur Dusche und dem WC daneben. Die Duschkabine war voller Essensreste, da ja das Lavobo kaputt war. Blick in das Badezimmer einer anderen Wohnung. Andreas Widmer wohnte damals in der Neufrankengasse 6 – für seine 1-Zimmer-Wohnung bezahlte er ebenfalls 1100 Franken. In seinem Badezimmer war das Lüftungsrohr zum Schutz vor Ungeziefer zugeklebt. Nebst Sozialhilfeempfängern, Drogensüchtigen und Prostituierten lebten auch Familien hier: Sharmin Akther mit Sohn Saifan Khan in ihrer Wohnung an der Neufrankengasse 6. «Hier werden keine Drogen verkauft!» Warnhinweise an einer Wohnungstür. Nach der Razzia sah es in den Häusern an der Neufrankengasse ordentlicher aus. Ein neuer Hauswart putzte. Vorher lagen hier überall Zigarettenstummel und teilweise auch Spritzen herum. Ein Sanierungsfall blieb die Liegenschaft gleichwohl. Auch im Keller war es nach dem Eingreifen der Polizei ordentlicher.

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Er verwaltete die Gammelhäuser im Zürcher Stadtkreis 4 und schmuggelte Drogen im grossen Stil. Deshalb musste sich der 50-Jährige am Mittwoch vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Zwei weitere Gehilfen standen ebenfalls vor Gericht.

Der 50-Jährige war für den Transport verantwortlich, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Er war das einzige Mitglied des Verwaltungsrats jenes Aargauer Busunternehmens, mit dessen Cars Drogen in die Schweiz eingeführt wurden – insgesamt über 2000 Kilogramm Marihuana und Cannabis.

36 Monate Freiheitsstrafe

Der Beschuldigte akzeptierte den Urteilsvorschlag des Staatsanwalts, der eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 36 Monaten wegen Drogenschmuggels und Gehilfenschaft zu Geldwäscherei verlangte. Sechs Monate davon soll der Beschuldigte absitzen. Zudem verpflichtete er sich, dem Staat 100'000 Franken aus dem Erlös abzuliefern.

(tam)