Stadt Zürich

11. Januar 2018 11:22; Akt: 11.01.2018 11:22 Print

Bei schlechter Sicht fahren mehr Autos zu schnell

Bei Dunkelheit und Nebel sind Autofahrer besonders langsam? Von wegen! Laut einer Studie passiert in der Stadt Zürich genau das Gegenteil.

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Wenn die Sicht schlecht ist, drücken Autofahrer vermehrt aufs Gas. (Bild: Keystone/Klaus-dietmar Gabbert/ Symbolbild )

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Autolenker überschreiten die Höchstgeschwindigkeit öfter bei Dunkelheit und an nebligen Tagen: Diese Erkenntnis ergab eine Studie der Universität St. Gallen, die mit der Universität Bern, dem Max-Planck-Institut in Berlin sowie der Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich zusammengearbeitet hat. Analysiert wurden 1,2 Millionen Fahrbewegungen aus der Stadt Zürich.

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Fahren Sie bei schlechter Sicht manchmal zu schnell?

Die Daten stammen «von versteckten Messungen im Rahmen der Verkehrsplanung in verschiedenen Zürcher Quartieren», wie der St.Galler Assistenzprofessor Emanuel de Bellis zum «St. Galler Tagblatts» sagt. Die Messungen wurden an 71 Tempo-50- und Tempo-30-Strassen erhoben und datieren aus den Jahren 2007 bis 2009.

Fühlen sich Autofahrer im Dunkeln weniger beobachtet?

In der Nacht fuhren 18,3 Prozent der Verkehrsteilnehmer zu schnell, am Tag 14 Prozent, so der «Tages-Anzeiger». Laut Studienautor de Bellis widerspricht dies der Logik und ist nur schon deshalb relevant, weil ein Drittel der Verkehrstoten Opfer von Tempoüberschreitungen sind. Die Wissenschaftler haben für dieses Phänomen folgende Erklärungsansätze: etwa, dass die Geschwindigkeit von Objekten in kontrastreicher Umgebung, also bei Helligkeit, höher eingeschätzt werde als bei Dunkelheit. Daraus resultiert, dass sich Autofahrer im Dunkeln langsamer wähnen, als sie sind. Auch möglich ist, dass Verkehrsteilnehmer im Dunkeln eher glauben, nicht gesehen oder ertappt zu werden.

Einflüsse wie Alkoholkonsum oder ein anderes Publikum am Abend und in der Nacht können laut de Bellis ausgeschlossen werden, denn bei schlechten Sichtverhältnissen am Nachmittag fuhren ebenfalls mehr Autos zu schnell. Gemäss der Studie sollen nun Entscheidungsträger wach gerüttelt und Autofahrer wie Fahrlehrer sensibilisiert werden. Statistisch reduziere sich die Zahl der Unfälle um 15 Prozent, wenn 5 km/h langsamer gefahren werde.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zxman76 am 11.01.2018 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und 2.

    Das ist das eine, nur viele Fahren mit Tagfahrlicht weil sie ihre Farzeugtechnik nicht verstehen.

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  • Fred am 11.01.2018 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Daten 10 Jahre alt!

    Die Messungen datieren aus den Jahren 2007 bis 2009??? Leute die Zeit geht schneller vorbei als ihr denkt, wir sind schon 10 Jahre weiter. Diese Zahlen und Fakten kann man wohl in keiner Weise auf das heutige Fahrverhalten übernehmen.

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  • SueR am 11.01.2018 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Regen

    Nicht nur in der Stadt Zürich. Mich erstaunt immer wieder, weshalb Autos bei Regen so rasen. Dabei werden sie doch gerade gewaschen, wenn auch mit etwas saurem Regen. ;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Turicum04 am 11.01.2018 22:52 Report Diesen Beitrag melden

    Tiefere Tempolimiten

    Tiefere Tempolimiten sind angebracht: Eine Tempohalbierung (30/40/60) wäre ideal für Sicherheit/Waldsterben/Lärm.

  • John Doe am 11.01.2018 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Denkt mal nach

    Und wer denkt daran, dass mein bei schlechter Sicht sich viel mehr auf die Strasse konzentrieren muss, und weniger auf den Tacho starren kann. Und was ist sicherer - Auf die Strasse oder den Tacho konzentrieren? Beamtenlogik sagt Tacho ....

  • Dänu am 11.01.2018 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Trockene Theorie

    Wenn ich nachts auf der Autobahn 120Km/h fahre, habe ich in Etwa einen Bremsweg von rund 144m. Ein normaler Lichtkegel eines Auto reicht ca. 70m. Theoretisch darf ich Nachts also nicht schneller als 84Km/h fahren, will ich innerhalb der überblickbaren Strecke anhalten können. Somit ist fast jeder von uns Nachts zu schnell unterwegs ;-)

  • Berta Benz am 11.01.2018 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Alter Käse

    Was für eine eigenartige Studie! Und was für dizarre Interpretationen!! Fährt man an der 30er Messstelle mit Tempo 32 zu schnell?

  • Vorname Name am 11.01.2018 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstüberschätzer und Angsthasen

    Ich finde es gibt etwa gleich viele, die bei schlechten Bedingungen zu schnell fahren wie solche, die bei ein paar Regentropfen das Gaspedal nicht mehr finden. Als Normalo-Fahrer ist beides mühsam, vor allem wenn man einen Angsthasen vor sich und einen Drängler hinter sich hat.