Housesitting-Boom

26. Juli 2016 05:45; Akt: 26.07.2016 05:45 Print

Profis hüten fremde Wohnungen in den Ferien

Katzen füttern und Pflanzen giessen: Zunehmend stellen Zürcher während ihrer Ferien dafür Housesitter ein. Sie wollen nicht auf die Nachbarn angewiesen sein.

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Bei Housesittern herrscht jetzt um die Sommerferien Hochsaison. «Wir haben derzeit drei- bis viermal mehr Anfragen als sonst», sagt etwa Lukas Blum, Co-Geschäftsführer von Home Attendant. Seit 2012 leert die Zürcher Firma während der Ferienabwesenheit ihren Kunden Briefkästen, lüftet die Wohnungen, giesst Pflanzen oder versorgt Haustiere.

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«Einige wollen auch, dass jemand regelmässig schaut, ob alles in Ordnung ist», so Blum. Etwa ein Hauseigentümer am Zürichsee: «Bei ihm haben Passanten sonst immer in seinem Garten Picknick gemacht.» In 85 Prozent der Fälle kümmern sich seine Mitarbeiter aber um Katzen – laut Blum eine Alternative zum Tierheim. Seine Firma ist in der ganzen Schweiz tätig, am meisten Kunden hat sie aber in städtischen Gebieten: «Auf dem Land fragen die Leute vielleicht eher Nachbarn oder Verwandte.»

Nicht auf den Goodwill der Nachbarn angewiesen sein

Vor allem in der Stadt Zürich unterwegs ist Home-Butler.ch. Alle Altersschichten seien bei der Kundschaft vertreten, wie Co-Geschäftsführer Patrik Wirth sagt. Man müsse auch nicht extrem vermögend sein, um sich die 29 bis 35 Franken pro Standard-Besuch leisten zu können.

Gemäss Wirth nehmen viele das Geld in die Hand, weil sie nicht ständig auf den Goodwill von Freunden oder Nachbarn angewiesen sein wollen oder mehr Diskretion wünschen. Seit der Firmengründung vor bald acht Jahren sind laut Wirth immer mehr Expats als Kunden hinzugekommen: «Sie kennen hier weniger Leute und in ihrer Heimat sind solche Dienste viel populärer als hier.»

Unseriöse Haussitter

Dass diese aber auch hierzulande boomen, bestätigen ein Bericht des «Zürcher Unterländer» und eine kurze Internet-Recherche. So bieten Privatpersonen kleinere und grössere Firmen Housesitting-Dienste an. Für Albert Leiser, Geschäftsführer des Zürcher Hauseigentümerverbands, ist das nicht verwunderlich: «Gerade in städtischen Gebieten ist alles viel anonymer. Man ist eher bereit jemanden zu bezahlen, der sich ums Haus kümmert.»

Dem Housesitting-Trend kann Martin Spörri aus Zufikon AG, Inhaber von Spörri's Tier- und Hausbetreuung, beipflichten: «Leider gibt es auch einzelne Anbieter, die schwarzarbeiten, keine Ausbildung in Tierpflege haben oder zu sehr in die Privatsphäre eindringen.» Diskretion sei für ihn Pflicht – seine Firma auf dem Mutschellen betreut vor allem Anwesen und Tiere von vermögenden Kunden: «Auf Wunsch übernachten wir auch dort.» Denn gerade bei seiner Klientel seien Einbrüche eine reelle Gefahr: «Diese sinkt, wenn das Haus belebt aussieht.»

Patrik Wirth erklärt sein Business


(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin am 26.07.2016 06:27 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt zu denken

    Hunderte von Facebook-Freunden haben, aber keine Beziehung zum Nachbarn nebenan, damit er die Katzen kurz füttern oder Blumen gießen könnte.

    einklappen einklappen
  • Tom am 26.07.2016 06:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geben und nehmen

    Warum kein Goodwill? Meine Nachbarin hat meine Wohnung "gehütet" als ich in den Ferien war, ich jetzt ihre, da sie für 2 Wochen weg ist....

    einklappen einklappen
  • Angela am 26.07.2016 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Geschäftsidee

    Finde ich eine gute Idee! Wir haben zwar Nachbarn die unsere Pflanzen giessen und Briefkasten leeren, aber nicht jeder hat das oder sie sind vielleicht mal gleichzeitig verreist.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bordell-Betreiber am 27.07.2016 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Schicke meine Katzen in die Ferien,

    wenn ich in Urlaub fahre!

  • Jerich Ladyn am 27.07.2016 04:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prof.

    Wir alles in der Schweiz teuer..

  • Titanmaster_87 am 26.07.2016 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    g.. Idee!!

    Tolle Sache! Vertrauen vorrausgesetzt!

  • Pebo am 26.07.2016 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausrede

    Leider ein Armutszeugnis für die Stadtbewohner , man kennt den Nachbar nicht! Nicht abhängig sein vom Nachbarn, ist dann eine ausrede

  • Worm77 am 26.07.2016 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Brauche ich nicht

    Finde das eine gute Geschäftsidee, aber ich brauche das nicht. Habe weder Pflanzen noch Haustiere. Wenn ich mal länger weg bin, lasse ich die Post auf der Poststelle zurück behalten und sie wird mir dann nach meiner Rückkehr zugestellt. Wenn die aber auch putzen und aufräumen würden, sähe das wieder anders aus :-)