Empfehlung der Stadt

10. November 2017 12:32; Akt: 10.11.2017 12:32 Print

Velofahrer sollen nicht auf Vortritt beharren

In den letzten fünf Jahren ist die Anzahl von Velounfällen um 50 Prozent gestiegen. Die Stadt rät, auf den Vortritt zu verzichten, und schult gleichzeitig mit 360-Grad-Videos.

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Um die Videos im 360°-Player von Youtube zu betrachten, folgen Sie bitte den Anweisungen unten. (Bild: youtube.com)

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Die Stadt Zürich hat 360-Grad-Filme zu den Gefahren für Velofahrer erstellt, die sie in Schulklassen abspielt. In den Videos werden heikle Situationen gezeigt, wie beispielsweise Fussgänger, die plötzlich vor das Velo auf die Strasse springen. Zusätzlich sind die sechs Filme à rund 1,5 Minuten auf Youtube zu sehen.

Die Videos empfehlen eine defensive Fahrweise. Sie sollen auch aufzeigen, dass es für Velofahrer häufig sinnvoll sei, auf den Vortritt zu verzichten, um einer Gefahr frühzeitig aus dem Weg zu gehen, sagt Wernher Brucks, Leiter Verkehrssicherheit der Dienstabteilung für Verkehr bei der Stadt Zürich zur NZZ: «Es sollte nicht darum gehen, auf seinem Recht zu beharren, sondern darum, Unfälle zu verhindern.»

Verkehrsteilnehmer überschätzen sich

Auslöser dieser Aktion ist laut Brucks auch der Fakt, dass immer mehr Velofahrer in Zürich unterwegs sind, was auch politisch gewollt sei. Dadurch sei aber auch die Anzahl der Unfälle in den letzten fünf Jahren um rund 50 Prozent gestiegen: «Wir beobachten diese Entwicklung mit grosser Sorge.»

Der Verkehrspsychologe Markus Hackenfort schildert im Zeitungsbericht, womit das zusammenhängen könnte: Alle Verkehrsteilnehmer würden sich konstant überschätzen und seien so mit falschen Gewissheiten unterwegs.

Blindflug-Fahrt auf Quartierstrassen

Bemerkenswert ist auch, dass besonders viele Unfälle auf Quartierstrassen und nicht auf unübersichtlichen Kreuzungen passieren. Diese Tatsache erklärt Hackenfort damit, dass man sich der Gefahr auf einer grossen Kreuzung viel bewusster sei und somit aufmerksamer fahre, währenddessen auf Quartierstrassen viele Velofahrer in einer Art Blindflug seien.

Zum defensiven Fahren rät auch Dave Durner, Präsident von Pro Velo Zürich. Den Ratschlag, auf Vortritt zu verzichten, betrachtet er aber mit gemischten Gefühlen. «Natürlich verzichte ich privat auf meinen Vortritt, wenn es nötig ist. Es ist aber schade, dass es so weit kommen muss, dass die Stadt solche Empfehlungen geben muss», so Durner zu 20 Minuten.

Der Geschäftsführer des Umweltschutzvereins Umverkehr, Silas Hobi, sagte zur NZZ, dass die Velofahrer überall als Sündenböcke gezeigt würden. Die einzige Möglichkeit, Unfälle zu reduzieren, sei der Ausbau von sicheren und durchgängigen Velorouten.


Video 1 (Lastwagen):

So gehts: Das 360°-Video lässt sich auf verschiedenen Geräten (Desktop-Computer, Smartphone, VR-Brille) auf unterschiedliche Weise ansehen. Wichtig: Alle Browser und Apps müssen auf dem neuesten Stand sein. Auf dem PC können Sie das Video im Youtube-Player betrachten und mit der Maus den Blickwinkel verändern: linke Maustaste gedrückt halten und Mauszeiger im Video herumbewegen (Link zum Video siehe unten).

Auf dem Smartphone kann man das Video in der Youtube-App betrachten (jeweilige Links untenstehend). Bewegt man dann das Handy, ändert sich auch der Blickwinkel. Wer eine geeignete VR-Brille (z.B. Cardboard) besitzt, kann sogar das volle Virtual-Reality-Erlebnis nutzen. Dafür muss bei laufendem Video in der Youtube-App das Brillensymbol (rechts unten) geklickt werden, worauf das Video geteilt wird (Splitscreen).

Nutzer der 20-Minuten-App: Hier gehts zum Video (öffnet in der Youtube-App )

Nutzer der mobilen Website von 20 Minuten: Hier gehts zum Video (öffnet in der Youtube-App).

PC-Nutzer (Desktop-Website): Hier gehts zum Video.


Video 2 (Fussgänger):

Nutzer der 20-Minuten-App: Hier gehts zum Video (öffnet in der Youtube-App )

Nutzer der mobilen Website von 20 Minuten: Hier gehts zum Video (öffnet in der Youtube-App).

PC-Nutzer (Desktop-Website): Hier gehts zum Video.

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pit Hugentobler am 10.11.2017 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig!

    Finde ich auch für Fussgänger. Auch wenn da ein Zebrastreifen ist, und ich eigentlich Vortritt hätte, gehe ich davon aus, dass mich der Autofahrer nicht sieht! Was nützt es mir, wenn ich am Boden liege, und dem Polizist erkläre: "Aber ich hatte Vortritt!". Aktuell häufen sich ja wieder die Meldungen von Personen die beim Fussgängerstreifen angefahren wurden.....

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  • Dave74 am 10.11.2017 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Vermittlung

    Das sollte man aber endlich auch auf den Strassen vermitteln gehen und nicht nur Filmchen basteln.

  • Knaller am 10.11.2017 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    nicht egoistisch agieren

    Die Velofahrer müssen sich einfach bewusst sein, dass sie "schwächer" sind. Auf den Vortritt zu beharren wäre fahrlässig! Bei dem grossen Verkehrsaufkommen und ständig die Blitzkasten und dadurch die Tempolimite zu beobachten ist schnell ein Unfall passiert.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • fahr frei am 11.11.2017 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    liebe stadt zürich.. macht was.

    mit freundlichkeit und einem lächeln geht es besser. ich erlebe das im allgemeinem.. wir müssen besser aufeinander achten. mit nur rechthaben kommt niemand weiter... am schluss geht es hier auch um menschen.. die schwer verletzt werden können.

  • roman manser sen. am 11.11.2017 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Rechthaberische Verkehrsteilnehmer !

    Es scheint mir Angenehmer zu sein,wenn man von Autos / LKW s angefahren wenn man sich im Vortrittsrecht glaubt. Offenbar nimmt man dabei weniger Schaden.

  • Zerst Luege am 11.11.2017 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    Streifenplage

    Nicht nur Velofahrer auch den Fussgänger das Klar macher das man nicht eifach auf die Strasse läuft.

    • Roman Manser sen. am 11.11.2017 12:24 Report Diesen Beitrag melden

      Danksagung an BR Leuenberger,gut gemacht

      Das Resultat der Bundesrätlichen Gegesetzgbung dass Fussgänger und Fahrradfahrer immer Vortritt haben,statt wie vorher, Lose- Luegä- Laufä.Handzeichen etc. Klar,ist ja heute auch viel Verlangt.

    • Turicum04 am 11.11.2017 13:05 Report Diesen Beitrag melden

      Autos verbieten!

      Wenn man das Auto verbieten würde, wäre der Radler nicht mehr der schwächste Verkehrsteilnehmer. Ich jedenfalls habe mit meinem Velo immer Vortritt! Den lasse ich mir von keinem wegnehmen!

    • Markus Schneider am 11.11.2017 18:08 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Zeit für Velofahren

      @ Turicum04 Wenn die Autos verboten wären, hätten Sie nicht die Möglichkeit diesen Kommentar zu schreiben, da Sie weder einen Laptop, noch einen Telefon bzw. kein Internetanschluss hätten. Ferner würden Sie noch auf Feuer kochen. Mit Holz Heizen. Für das Velofahren hätten Sie keine Zeit, da Sie für die Wärme Holz sammeln müssten.

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  • Lexx Luthor am 11.11.2017 09:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Du lesen und verstehen

    An alle Gaspedalfans: Es geht hier nicht darum, dass ihr euren ganzen Hass und Frust auf fittere, gesündere und umweltrespektierende VelofahrerInnen rausheult, sondern darum, dass sich schwächere Verkehrsteilnehmer im Vortrittsrecht zurückhalten sollen, weil ihr es nicht im Griff habt. Rechtlich gilt der Rechtsvotritt immer noch.

    • B. Anton am 11.11.2017 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wer ist schuld

      wie wär's, mit Licht Bremsen verstand Kopf und Anstand Velofshren, nicht wie auch schon gesehen, freihändig Musikhöhren und SMS Schreiben, nach Motto, schuld sind so oder so die Gaspedaler.

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  • Lexx Luthor am 11.11.2017 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Sichtweise

    Wenn die feigen und frustrierten Gaspedalfreaks mir die Beleidigungen auf der Straße ins Gesicht sagen würden, die sie hier auf schmutzige und hinterhältige Art publizieren, so würde ich sie korrigieren, das schwöre ich