Volksabstimmung

26. Oktober 2017 07:06; Akt: 26.10.2017 07:06 Print

Werden Jäger bald aus Zürich verbannt?

30 bis 50 staatliche Wildhüter sollen die 1300 privaten Jäger im Kanton Zürich ersetzen. Das fordert eine Initiative der Tierpartei Schweiz.

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Damit soll bald Schluss sein: Ein privater Jäger in seinem Hochstand in Kloten ZH. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Mit rund 7300 Unterschriften hat die Tierpartei Schweiz (TPS) beim Kanton Zürich die Initiative «Wildhüter statt Jäger» eingereicht. Die Zürcher Bürger werden darüber abstimmen, ob im Kanton Zürich bald keine Jäger mehr arbeiten und die ganze Überwachung Wildhütern übergeben wird, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Wann genau die Initiative vors Volk kommt, ist noch unklar.

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Was genau die Initiative jedoch fordert, ist klar: So sollen die 1300 «Hobby- und Milizjäger», wie sie die TPS nennt, keine Wildtiere mehr erlegen dürfen. Bis dato taten sie dies, um den Bestand zu regulieren. So haben die Jäger im Kanton Zürich 2016 rund 7800 Wildtiere geschossen, wovon rund 4400 Rehe und zirka 2400 Füchse waren.

Gleiches Modell in Genf seit 1974

Der Vorwurf der TPS ist unter anderem, dass die Jäger den Bestand an Wildtieren bewusst und künstlich hoch halten: «Sie schiessen jedes Jahr so viele Rehe, dass sie im darauffolgenden Jahr den Bestand wiederum regulieren können – das heisst, dass sie wieder auf die Jagd gehen können», so die Tierpartei-Präsidentin Monika Heierli.

Anstelle jener Jäger sollen zwischen 30 und 50 staatliche Wildhüter im Einsatz sein. Diese dürften aber nur noch kranke und verletzte Tiere erlegen, sodass sich die Population selber regeln sollte. Die TPS stützt sich bei der Initiative auf die Erfahrungen des Kantons Genf, wo schon im Jahr 1974 die private Jagd abgeschafft wurde.

«Wildhüter können Aufgabe nicht übernehmen»

Von dieser Idee hält Christian Jaques, Präsident von Jagd Zürich, nichts: «Das Modell Genf als jagdfreier Kanton muss als gescheitert betrachtet werden», sagt er zum «Tages-Anzeiger». Man könne die Zahlen schlicht nicht miteinander vergleichen. So hat Zürich sechsmal mehr Fläche und 15-mal mehr Waldfläche. Während der Bestand von Rehen in Genf bei gerade einmal 350 Tieren liege, zähle der Kanton Zürich rund 11'000 Rehe. Zusätzlich hätten im letzten Jahr in Genf auch 29 Rehe und 290 Wildschweine geschossen werden müssen.

Laut Jaques hätten die Zürcher Jäger eine mindestens dreijährige Ausbildung, und die ganzen Jagdreviere seien gut organisiert und aufgeteilt. Die Jäger würden sich bestens in den spezifischen Gebieten auskennen und können somit einen gesunden Wildbestand regulieren.

Nicht zu vergessen seien auch die 1500 Rehunfälle, die im Kanton Zürich pro Jahr – also vier pro Tag – passieren, wo die Jäger ausrücken. Jacques: «Zu glauben, dass die durch die Initianten erwähnten 30 bis 50 Wildhüter diese eingespielte und bewährte Regulierung durch gut ausgebildete und verantwortungsvolle Jägerinnen und Jäger übernehmen können, ist reine Augenwischerei.»

(tür)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pompidou am 26.10.2017 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht keinen Sinn

    Selbstregulierung durch welchen natürlichen Feind? Ein staatlich angestellter Wildhüter kostet nur..

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  • Bürger am 26.10.2017 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sinnlose Initiative

    Und wer soll die 30-50 Jäger bezahlen? An den Privaten Jägern verdient der Kanton... Und die Arbeit / Gejagten Tiere bleiben die Gleichen...

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  • Lolli am 26.10.2017 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Theoretische Tierschützer

    Oh man wieder diese Papier Tierschützer Keine Ahnung aber alles fordern Jäger sind meist die ehrlicheren und auch besseren Tierschützer Ich kenne einige und es ist keiner darunter der es wegen dem ballern tut, denn dafür gibts Schiessstände Als Kind durfte ich mit meinem Onkel mit und vielfach gings ohne Beute zurück aber mit viel gesehenem und vielen neuen Eindrücken

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dä Täll am 26.10.2017 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt nur noch Möchtegern

    Diese Initiative zeigt wieder einmal, wie hirnlos diese selbsternannten Tierschützer sind. Das ist der Jöverein und den kann niemand ernst nehmen, der sich mit der Natur ernsthaft auseinander setzt und nicht nur von der Couch aus Stumpfsinn verbreitet.

  • TPS am 26.10.2017 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Überpopulation

    Ziel der Initiative ist nicht ein Verbot des Tötens von Wildtieren, sondern eine Professionalisierung. Es soll nicht das gesellschaftliche Ereignis wie bei einer Treibjagd im Vordergrund stehen, sondern Tiere mit Respekt und Treffsicherheit getötet werden, wenn nötig. Sollte die Population wider Erwarten zu gross sein, wird weiterhin regulierend eingegriffen. Die Angstmacherei der Jagdbefürworter entspricht nicht der Wahrheit. Auch mit Annahme der Initiative haben wir nicht plötzlich Wildschweine, Füchse und Co. im Garten!

  • Nicht mein Hobby auf Tiere schiessen am 26.10.2017 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    Sofort, ja, bitte!

    Wirklich ein Armutszeugnis für unser Land, diese bewaffneten Privatleute, welche in den Wäldern nach Lust und Laune rumballern. Wilderer sind ein Riesenproblem, und auch die obersten Wildhüter der Schweiz und des Bundes, sind der Meinung, dass die Aufgabe von Privaten oftmals schlecht ausgeführt wird. Heute sind sie bereits mit Nachtsichtgeräten auf Wildschweinjagd. Sprich: Der Wald wird in der Nacht und dem Tag bejagt. Und wer mal gesehen hat, wie Treibjagd und Fuchsjagd so vonstatten geht und trainiert wird (mit dem Fuchs in der Mitte im Käfig), dem wirds sowieso schlecht.

  • Fleischtiger am 26.10.2017 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Mmmmmmh

    Freue mich über jeden geschossenen Hirsch, der auf meinem Teller landet. Einfach köstlich :)

  • Alerta am 26.10.2017 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Heuchelei

    Jagd ist Spass am töten, nichts anderes! Mit Regulierung hat das nichts zu tun. Es wird aus niederwertigen Gründen auf alles geballert, was vor die Flinte kommt...