Bundesgericht

10. November 2017 13:03; Akt: 10.11.2017 13:37 Print

16-Jährige vergewaltigt? Teenager freigesprochen

Ein damals 16-Jähriger war beschuldigt worden, im Sommer 2015 eine gleichaltrige Kollegin vergewaltigt zu haben. Das Bundesgericht hat ihn freigesprochen.

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Weil nicht ausgeschlossen werden könne, dass die sexuellen Kontakte freiwillig stattgefunden hätten, spricht das Bundesgericht den Angeklagten frei. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

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Die junge Frau rügte vor dem Bundesgericht, dass sie bei der Berufungsverhandlung vor dem Obergericht Zürich hätte befragt werden müssen. Als Grund führte sie an, dass die beiden aufgezeichneten Befragungen durch die Polizei unzureichend gewesen seien. Die Polizistin soll Suggestivfragen gestellt und nicht ausreichend nachgefragt haben.

Das Obergericht hatte aus Rücksicht auf die junge Frau keine weitere Befragung durchgeführt. Es hat sich gemäss dem Urteil des Bundesgerichts mit den Mängeln der vorangegangenen Befragungen auseinander gesetzt und war zum Schluss gekommen, dass sie verwertbar seien.

Freiwilliger Sex kann nicht ausgeschlossen werden

Das Bundesgericht bestätigt den Entscheid des Obergerichts, das die Verurteilung zu einer bedingten fünfeinhalb Monate langen Freiheitsstrafe aufgehoben hatte. Es war zum Schluss gelangt, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die sexuellen Kontakte freiwillig stattgefunden hätten.

Der Jugendliche hatte seine Kollegin und deren Freundin im Sommer 2015 zu einer Party im Haus eines Freundes eingeladen. Dort hatten sich der Freigesprochene und die junge Frau in einen Raum im Untergeschoss begeben. Dort kam es zu den sexuellen Handlungen.

Weitere Besucher der Party hatten zwischendurch die Türe zum entsprechenden Raum geöffnet. Gemäss deren Aussagen bestand nicht der Anschein, dass etwas gegen den Willen der jungen Frau geschehe.

(sda)