Bezirksgericht Dietikon

23. August 2017 09:33; Akt: 23.08.2017 10:45 Print

Crack rauchender Flüchtling dealte in Haft

Ein 23-jähriger Mann stand am Dienstag vor dem Bezirksgericht Dietikon. Er hatte Kokain ins Gefängnis geschmuggelt und versucht, in Häuser einzubrechen.

storybild

Der junge Algerier musste sich am Dienstag vor dem Bezirksgericht in Dietikon verantworten. (Bild: Keystone/Thomas Delley)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Katzentürchen mit einem Besen aufbrechen, den Arm hindurch strecken und die Terrassentür von innen öffnen – so wollte ein 23-jähriger Algerier am 7. Februar um 4.30 Uhr in ein Haus an der Weihermattstrasse in Urdorf ZH einbrechen. Der Bewohner hörte den Lärm jedoch, stellte das Licht an und trieb den Einbrecher so in die Flucht.

Am nächsten Tag versuchte der 23-Jährige sein Glück nochmals in einer anderen Überbauung an derselben Strasse. Auch hier machte er zu viel Lärm und die Bewohner wachten auf. Er flüchtete erneut – in die kantonale Notunterkunft (NUK) im Urdorfer Bergermoos, wo er damals wohnte, wie die «Limmattaler Zeitung» schreibt.

15 Monate Gefängnis und sieben Jahre Landesverweis

Das ist aber noch nicht das ganze Strafenregister des abgewiesenen Asylsuchenden: Seit der Einreise in die Schweiz, die 2014 erfolgt sein soll, hatte er täglich Crack geraucht und als er 2016 im Gefängnis Gmünden in Niederteufen AR war, engagierte er sich als Kokain-Schmuggler für seinen Zellengenossen. Dessen Frau platzierte ein Päckchen mit vier Gramm Kokain auf dem Besucherplatz der Strafanstalt mit offenem Strafvollzug. Der 23-jährige Algerier holte es dort ab und brachte es ins Gefängnis. Dafür durfte er mit dem Zellenkollegen mitkonsumieren.

Am Dienstag stand der junge Mann vor dem Bezirksgericht in Dietikon. Dieses verurteilte den jungen Algerier zu 15 Monaten unbedingter Freiheitsstrafe, einer Busse von 300 Franken und sieben Jahren Landesverweis. Hinzu kommen zwei Strafbefehle von der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland und Zürich-Sihl aus diesem Jahr. Insgesamt muss der 23-Jährige nun 22 Monate ins Gefängnis – rund sechs Monate hat er schon im Gefängnis Horgen abgesessen.

(wed)