Nationalrätinnen

09. November 2017 11:03; Akt: 09.11.2017 11:03 Print

«Wolff verharmlost Übergriffe von Köln»

Zürcher Nationalrätinnen ärgern sich über Sicherheitsvorsteher Richard Wolff. In ihren Augen verhöhnt er die Opfer der Kölner Silvesternacht.

Richard Wolff erklärte am Dienstag, warum die Polizei die Namen der Täter nicht nennt.
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Die automatische Nennung der Täterherkunft bei Polizeimeldungen sei «diskriminierend», sagte der Zürcher Sicherheitsvorsteher Richard Wolff am Montag vor den Medien.

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Verhöhnt Wolff mit seiner Aussage die Opfer von Köln?

Zudem sei er «sich sicher, dass die Ereignisse um den Silvester in Köln keinen solchen Wirbel entfacht hätten, wenn nicht Nationalitäten im Spiel gewesen wären». Das sagte der AL-Stadtrat im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» vom Dienstag.

Diese Aussage ärgert Zürcher Politikerinnen, etwa SP-Nationalrätin Chantal Galladé. Zum «Blick» sagt sie, dass diese Aussagen eine Verhöhnung der Opfer und eine unfassbare Bagatellisierung von sexuellen Übergriffen an Frauen seien. Auch GLP-Nationalrätin Tiana Angelina Moser fragt sich, wie Richard Wolff auf diese Aussage kommt. Die Ereignisse der Silvesternacht in Köln derart herunterzuspielen und zu verharmlosen, sei gefährlich.

CVP-Nationalrätin will eine Entschuldigung

Wolffs Haltung sei ein «falsches Signal für Frauen», die in einer Menschenmenge sexuellen Übergriffen ausgeliefert sind, so Moser zur Zeitung. Sie sei aber auch ein fatales Signal an die Täter. Kulturelle Differenzen, gerade im Frauenverständnis, seien eine Realität. Diese Probleme kleinzureden, sei kontraproduktiv.

CVP-Nationalrätin Kathy Riklin (65) fordert gar eine Entschuldigung von Wolff im Namen der Frauen. Wenn der eigene Polizeivorsteher so etwas sage, fühle man sich als Frau nicht mehr wohl und nicht mehr beschützt in seiner Stadt.

Wolff präzisiert gegenüber dem «Blick», er habe gegenüber dem «Tages-Anzeiger» «nordafrikanische» Nationalitäten gemeint. Auf die Frage, ob es kein wesentliches Merkmal der Straftaten in Köln sei, dass es Asylsuchende waren, sagt Wolff, dass er das nicht gesagt hat. Er habe nur gesagt, vermutlich wäre die Berichterstattung weniger grossflächig gewesen, wenn es deutsche Jugendliche gewesen wären. Am Oktoberfest in München gäbe es ja auch mehrfache sexuelle Übergriffe, die aber nicht im gleichen Ausmass thematisiert würden.

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michel Wicki am 09.11.2017 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wer wählt solche Menschen?

    Herr Wolff fährt mit seinem gesponserten 1. Klasse Abo Zug, wohnt in einer schönen Gegend/Haus und theoretisiert über das Leben, sehr schön. Schlimm nur, dass er über das Leben anderer Menschen mitbestimmen kann.

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  • Kastrati am 09.11.2017 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichbehandlung?

    Wär das von der SVP gekommen, man hätte natürlich den Rücktritt gefordert.

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  • Knaller am 09.11.2017 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Wundert ihr euch wirklich darüber? Das ist doch klar, dass er diese Haltung hat! Danke für die Stimmgebenden!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ticino3 am 09.11.2017 15:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wolff, adieu

    Nur eine Frage: wer wählt einen solchen Politiker. Er soll endlich selbst mal vor seiner Türe kehren. Nun verhöhnt er auch noch die Opfer von Köln, Pfui, keine Achtung vor Frauen, aber besetzte Häuser in der Stadt Zürich geniessen seinen Schutz, weshalb weiss man ja, treten Sie ab Hr. Wolff, wäre schön!

  • Esmeralda am 09.11.2017 15:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht auf der Höhe der Zeit

    "...keinen solchen Wirbel verursacht...", "...keine so grossflächige mediale Berichterstattung...". Nur schon diese Aussagen Wolffs sagen alles über seine Denkweise. Es MUSS Wirbel verursacht, es MUSS grossflächig berichtet werden! Genau darum, weil Wolff alles unter den Teppich kehren würde. Es ist nun mal Tatsache, dass sich Frauen in einer Menschenmenge mit Horden von Migranten eher bedroht fühlen als in einer Menge nur mit dem erwähnten weissen Männern. Wolff ist nicht tragbar, hat nichts im Griff. Ich sage da nur "Koch-Areal".

  • Schweizer am 09.11.2017 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Nächste Wahlen

    Meine Hoffnung ist, dass bei den nächsten Stadtratswahlen diesem personellen Missstand die rote Karte gezeigt wird!

  • Pierre am 09.11.2017 15:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ablenkung+Unterstützung

    Ist doch klar: W will damit nur von seinen Söhnen ablenken, die als Aushängeschild der städtischen Hausbesetzer Szene gelten.

  • Chrigel us Schwami am 09.11.2017 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schöner Volksvertreter

    Nach seinem höchst fragwürdigen Auftritt gestern auf Tele Züri und seinem geleisteten Fauxpas betreffend des Koch-Areals sollte Herr Wolff wenigstens die Grösse haben um zu merken, wann sein politisches Abtreten unumgänglich geworden ist. Einen Vertreter der SVP hätte man unter solchen Umständen längst abgesägt und verklagt. Aber eben, wenn zwei das Selbe tun, ist es nie das Selbe...!