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12. März 2018 11:27; Akt: 12.03.2018 11:48 Print

Zuger Chauffeure fahren nun in Zürich Busse

Die Zuger haben zu viele, die Zürcher zu wenige Bus-Chauffeure: Darum kurven jetzt Zuger die Zürcher Busse durch die grösste Stadt der Schweiz.

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Die Verkehrsbetriebe Zürich haben zu wenig Chauffeure - und nun eilen ihnen die Zuger zu Hilfe. (Bild: VBZ)

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Neun Zuger Busfahrerinnen und Busfahrer sind ab sofort bis Ende Jahr auf dem Stadtzürcher Verkehrsnetz mit VBZ-Bussen unterwegs. Dabei handelt es sich um ein Win-Win-Projekt: Es entspannt den Fahrpersonalmangel bei den Zürcher Verkehrsbetrieben und schliesst Beschäftigungslücken bei den Zugerland Verkehrsbetrieben (ZVB).

Die VBZ sind seit Längerem immer wieder auf der Suche nach neuen Busfahrern, während ein Sparprogramm im Kanton Zug zu einem Überbestand von ZVB-Fahrerinnen und -Fahrern führte. Diese Tatsache haben die beiden Unternehmen zum Anlass genommen, sich gegenseitig auszuhelfen.

«Man war auf beiden Seiten auf der Suche nach einer Lösung», sagte Thomas Rieser von der VBZ-Medienstelle. In Zug seien durch den erzwungenen Angebotsabbau Chauffeure frei geworden, während man in Zürich schon länger einen Personalmangel zu beklagen habe.

Zuger lernen Grosstadt kennen

Der Transfer sei für beide Seiten ein Gewinn, wird denn auch Jürg Widmer, Leiter Betrieb bei den VBZ, in einer Mitteilung vom Montag zitiert. Die Zugerland-Verkehrsbetriebe zeigen sich «sehr dankbar für die pragmatische Lösung». Sie biete den Busfahrern die Chance, einen Grossstadtbetrieb kennenzulernen.

Sieben Tage lang wurden die Zugerinnen und Zuger geschult und über die busspezifischen Spezialitäten, das Liniennetz und die Regelungen informiert, wie es in der Mitteilung heisst. Während ihres Zürcher Einsatzes tragen sie die Uniform der VBZ und haben Zugriff auf alle bestehenden elektronischen Arbeitsmittel.

Die Zusammenarbeit basiert auf einem Personalleihvertrag, der bis Ende 2018 gültig ist. Die neun Zuger Busfahrerinnen und Busfahrer bleiben zu den Konditionen der ZVB angestellt und kehren nach ihrem Einsatz in der Grossstadt wieder nach Zug zurück. Für den Austausch haben sie sich freiwillig gemeldet.

(mme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ... am 12.03.2018 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Das finde ich eine gute Lösung. Besser als Stellenabbauen, sich gegenseitig helfen. Bravo!

  • Spaniel am 12.03.2018 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Lösung

    Finde ich doch eine gute Lösung - beiden Unternehmen ist geholfen und die Fahrer behalten ihre Arbeit.

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  • Letzi Parker am 12.03.2018 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Offene Grenzen

    Was denken denn die Zuger Bus-Chauffeure, wenn sie das erste mal durch die Langstrasse fahren müssen? Haben die Frauen hier so hohe Schuh-Absätze wegen dem Müll auf der Strasse.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Carla am 12.03.2018 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unwahrscheinlich

    Das sind kaum echte Zuger, die sich freiwillig gemeldet haben, nach Zürich zu gehen.

    • Ira vom Gubel am 15.03.2018 10:03 Report Diesen Beitrag melden

      Kollegialität geht vor

      ...und warum nicht? Echte Zuger sind offen und cooperativ, eben richtig gute Kollegen.

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  • Patriot am 12.03.2018 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    In Zürich wird es eng

    In den letzten 8 Jahren wuchs in Zürich die Einwohnerzahl um 40.000 zugleich entstanden 50.000 neue Arbeitsplätze. Also hat es neu 10.000 zusätzliche Pendler täglich. Die müssen alle irgendwie zu ihren Arbeitsplätzen kommen. Bald braucht es noch mehr Personal das dann die Fahrgäste an den Haltestellen und auf den Perrons in die Fahrzeuge drückt damit die Türen geschlossen werden können, so wie in Japan.

  • Wirk Lich am 12.03.2018 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Akkusativ

    ui, hoffentlich gehen die Zürich Busse bei den Zusammenstössen nicht kaputt :-)

    • Christian am 12.03.2018 14:25 Report Diesen Beitrag melden

      @Wirk Lich

      Dachte ich mir auch. Aber wie man sieht interessiert das hier keinen. Schade.

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  • Pidä am 12.03.2018 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zürich nein

    Ich schrie letzthin mein Navi an: Fahr zur Hölle...bin dann in Zürich angekommen...

  • Schofför am 12.03.2018 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Arbeitsbedingungen

    Ich bin Berufschauffeur unf fahre zur Zeit Car bei der grössten Firma der Schweiz, bei 15 Std. Einsatz gerade mal 16.60 Stundenlohn brutto. Essensspesen reichen nie, du musst immer drauflegen. Bei diesen miesen Bedingungen müssen sich die Fuhrhalter nicht wundern, wenn sie keine Chauffeure mehr finden. Ob auf Car oder Linie. Ich rate jungen Menschen dringendst ab, sich versklaven zu lassen!!

    • Güscht am 12.03.2018 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Schofför

      Kann ich nur bestätigen! Der kleine Chauffeur ist immer der Bölimann und trägt zu den Millionengewinnen der Firmen bei, ohne adäquate Entschädigung. Sklaventreiberei und Ausbeutung pur!

    • Chloisu am 12.03.2018 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Güscht

      Das ist die Branche! Sklavenhalterei statt Fuhrhalterei...Unseriös bis menschenverachtend!!

    • Ira vom Gubel am 16.03.2018 09:31 Report Diesen Beitrag melden

      mehr Lohn für geschätzte Chauffeure

      Ihr lieben Chauffeure! Es ist gut, dass Ihr Euch zu Wort meldet und den Wahrheitsgehalt darstellt. Der Reisende weiss meist garnicht, welche Verantwortung und Last Ihr trägt. Die Zuger und Zürcher Verkehrsbetriebe und andere Carunternehmer sollen Euch einen gerechten Lohn geben, dafür würde ich demonstrieren. Obwohl ich wenig ÖV benutze, schätze ich Euch sehr!

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