Verkauf im Darknet

13. Juni 2018 23:10; Akt: 14.06.2018 00:43 Print

Schwyzer Polizist wegen Waffenhandels verhaftet

Der Logistikchef der Schwyzer Kantonspolizei soll im Darknet Schusswaffen verkauft haben. Die Bundesanwaltschaft ermittelt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Bundeskriminalpolizei hat im Februar einen Schwyzer Polizisten in Einsiedeln SZ verhaftet. Der Logistikchef der Kantonspolizei soll laut dem «Tages-Anzeiger» im grossen Stil mit Waffen gehandelt haben.

Bei der Festnahme stellten die Beamten zahlreiche Waffen sicher – mehr, als sie mit ihren Fahrzeugen abtransportieren konnten, schreibt die Zeitung weiter. Dem Polizisten wird Widerhandlung gegen das Kriegsmaterialgesetz und/oder das Waffengesetz, Begünstigung, Amtsgeheimnisverletzung und ungetreue Amtsführung vorgeworfen. Es gilt die ­Unschuldsvermutung.

Der Logistikchef soll Teil eines Duos sein, das im Darknet unter dem Pseudonym «Clultimate» Waffen zum Verkauf angeboten hat. Darunter Glocks, russische Pistolen, Schweizer Sturmgewehre und sogar ein Scharfschützengewehr für über 10'000 Euro.

Verbindung zum Münchner Amoklauf

Die Verhaftung durch die Bundeskriminalpolizei ging offenbar auf Ermittlungen der deutschen Behörden zurück. Diese hatten nach dem Amoklauf vom 22. Juli 2016 in München nach dem Ursprung der eingesetzten Pistole gesucht. Und sind laut dem «Tages-Anzeiger» im «Spackentreff», einem Teil eines Darknetforums, fündig geworden. Dort verkaufte auch «Clultimate» seine Waffen.

Der Schwyzer Polizist wurde inzwischen auf freien Fuss gesetzt. Das Verfahren gegen ihn läuft noch.

(hvw)