Vierwaldstättersee

11. Juni 2018 14:47; Akt: 11.06.2018 14:47 Print

Einziges U-Boot der Schweiz taucht bald ab

Die Unterwasserwelt des Vierwaldstättersees entdecken, ohne nass zu werden: Ein Hergiswiler bietet neu einstündige Rundfahrten im einzigen U-Boot der Schweiz an.

Franz Hattan zeigt uns im Video sein U-Boot. (Video:tk/sw)
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Der Hergiswiler Franz Hattan (65) ist Berufstaucher und verdient damit seinen Lebensunterhalt. Doch jetzt möchte er sich mit U-Boot-Fahrten ein zweites Standbein aufbauen. Im vergangenen Jahr hat er sich dafür ein passendes Gefährt gekauft: ein U-Boot, das 6,8 Tonnen schwer, 5,8 Meter lang und 2,3 Meter breit ist. «Es gibt in der ganzen Schweiz kein zweites immatrikuliertes U-Boot», sagt er stolz.

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Wracks, Fische und Felslandschaften

Ab August soll das U-Boot in den Vierwaldstättersee abtauchen. Es bietet Platz für vier Personen und soll ein einmaliges Erlebnis werden, schreibt die «Luzerner Zeitung». Auf der einstündigen Rundfahrt sind drei Passagiere an Bord. In einem Radius von 300 Metern möchte Hattan seinen Gästen die Unterwasserwelt näherbringen. Er wird bis auf den Grund abtauchen, dieser liegt an der tiefsten Stelle rund 215 Meter unter der Wasseroberfläche. «Bei guten Sichtverhältnissen sieht man alles bis zu einer Distanz von etwa 15 Metern, Wracks, Fische, aber auch interessante Felslandschaften», verspricht der Berufstaucher.

Fahrt kostet 200 Franken

Die Fahrten will er in den Monaten August und Oktober anbieten. «Dann ist die Sicht sehr gut und ich kann es beruflich einrichten», sagt er. Im Siebentagerhythmus können so zwölf Personen in die Unterwasserwelt eingeführt werden. Die einstündige Fahrt kostet 200 Franken. Die ersten Buchungen über seine Homepage sollen schon bald möglich sein.

Das U-Boot hat Hattan für einen sechsstelligen Betrag gekauft. Eingesetzt wurde es auf dem Bodensee und für Staudammkontrollen. Damit das Unterwasserboot auch für Passagierfahrten fahrtauglich ist, müssen noch mehrere Arbeiten ausgeführt werden. Es werden neue Batterien eingebaut sowie eine leistungsstarke LED-Beleuchtung und ein Positionierungssystem, das das Boot genau orten kann.

Rege Nachfrage

Hattan ist schon vor einigen Jahren mit einem kleinen U-Boot auf dem Vierwaldstättersee abgetaucht. «Die Passagiere stiegen jeweils begeistert aus, waren fasziniert von der Technik und überwältigt vom Anblick unter Wasser», erinnert er sich. Darum ist er überzeugt, dass das Angebot auf rege Nachfrage stossen wird.

Die Sicherheit stehte an erster Stelle: Ein Schiffsführer überwacht mit einem Boot oben die Fahrt des U-Boots. Ein Kommunikator bleibt mit dem U-Boot-Führer in Verbindung. Für den Fall einer Panne ist auch vorgesorgt. «Wir können auf verschiedene Systeme zurückgreifen, um im Notfall mit einem schnellen Auftrieb das U-Boot an die Oberfläche zu bringen», erklärt Franz Hattan. Sollte dies nicht klappen, so sind im U-Boot Lebensmittelvorräte eingelagert und reichlich Sauerstoff ist ebenfalls vorhanden. Um ein U-Boot zu steuern benötigt es eine spezielle Bootsprüfung.


(sw)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • nicipo am 11.06.2018 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    journalistin

    ob irgend eine Journalistin sich auf tauchfahrt traut?

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  • Insider am 11.06.2018 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt noch etliche Uboote mehr

    sie gehören einer Spezial Einheit der Armee welch darüber absolutes Stillschweigen hält.

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  • Foe am 11.06.2018 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abstimmung

    Bei der Abstimmung fehlt: Habe ich schon gemacht

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Delta V am 16.06.2018 23:36 Report Diesen Beitrag melden

    Danke... Nicht für mich...

    Ich hätte nicht genug Chuzpe, in so einen "schwimmenden Sarg" zu steigen. Mir genügt es, in den schweizer Seen mit Tauchausrüstung auf max. 40m zu tauchen.

  • eimei am 12.06.2018 23:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das U- Boot von Piccard 1964

    Bin schon 1964 an der Expo in Lausanne mit dem Mesoscaphe von Piccard getaucht. Das Er,ebnis im U- Boot zu tauchen war schon was besonderes, bloss im Genfersee was zu sehen war 0,00! ( ir trübes Wasser) Trotzdem ein unvergessliches Erlebnis

  • Nautils am 12.06.2018 22:50 Report Diesen Beitrag melden

    Eintagsfliege !!!

    Für 200.- erwartet der Pasagier auch etwas, Sehenswürdigkeiten im See sind nur mit hohem Aufwand zu finden ! Ansonsten ist es das Geld nicht wert !

  • Mimi am 12.06.2018 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toi toi toi

    Gut Luft Franz! Freue mich dein Uboot mal Unterwasser zu sehen wenn ich als Neoprenfisch zusehen bin ;-)

  • Realist am 11.06.2018 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gier

    Mag ja ein gutes Geschäftsmodell sein! Wer es noch nötig hat, sich mit 65 ein zweites Standbein aufzubauen, hat irgendwie einen unbefriedigten Gelungsdrang, oder ist wie so oft, der absolut grenzenlosen Gier nach noch mehr verfallen! Eines ist klar, würde ich mich für eine solche U-Boot fahrt interessieren, dann müsste der U-Bootführer mindestens 10 Jahre jünger sein....

    • Butch am 11.06.2018 23:23 Report Diesen Beitrag melden

      @Realist:

      Es gibt auch Leute, denen wird es nach der Pensionierung langweilig und sie suchen sich so eine Beschäftigung. Der sieht jedenfalls noch sehr fit aus. Für also kein Problem, mit dem auf Tauchfahrt zu gehen. Da ich nicht tauchen darf, ist das die einzige Möglichkeit, mal etwas tiefer abzutauchen. Ich werde es jedenfalls machen.

    • Urner am 13.06.2018 09:44 Report Diesen Beitrag melden

      Super Sache

      Selten etwas blöderes gelesen. Sollte man denn mit 65 nur noch vor der Glotze sitzen oder sich in der Stammbeiz volllaufen lassen? Dieser Mann steht mitten im Leben und hat noch Pläne, gratuliere. Werde es bei Zeit und Gelegenheit nutzen.

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