Polen angefahren

09. August 2017 09:38; Akt: 09.08.2017 14:52 Print

24-jähriger Autoraser von Luzern hat gestanden

In Luzern ist am Wochenende ein Auto in eine Menschengruppe gefahren, worauf ein Mann starb und ein weiterer schwer verletzt wurde. Die Polizei enthüllte Details zu dem Fall.

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Markierungen der Spurensicherung am Boden: Die Kehrichtverbrennungsanlage Ibach in Luzern. (6. August 2017) (Bild: Keystone/Alexandra Wey)

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In der Stadt Luzern sind am letzten Sonntag drei Fussgänger von einem Auto angefahren worden. Vor dem Vorfall war es zwischen den Autoinsassen und den Fussgängern zu einem Streit gekommen, wie die Luzerner Polizei am Mittwoch mitteilte.

Bei den Fussgängern handelte es sich um drei Polen, die im Autohandel tätig gewesen sein sollen. Der Älteste von ihnen, ein 44-Jähriger, wurde bei der Kollision getötet. Ein Kollege von ihm wurde schwer verletzt, der Dritte blieb unverletzt. Der mutmassliche Automobilist und sein Beifahrer befinden sich in Untersuchungshaft.

Streit und tätliche Auseinandersetzung

Gemäss ersten Erkenntnissen hätten sich die drei Polen in der Nacht auf den Sonntag alkoholisiert zu Fuss Richtung Reusseggstrasse bei der ehemaligen Kehrichtverbrennungsanlage begeben, teilte die Polizei mit. In der Nähe des Strassenstrichs seien sie auf die beiden anderen Männer gestossen.

Ein Augenzeuge sagte am Montag zu 20 Minuten: «Die drei Polen haben davor beim Strassenstrich wie auch auf der Reusseggstrasse Prostituierte, Freier und andere Personen angepöbelt und randaliert.» So soll einer der beiden Kroaten Schläge von einem der Polen kassiert haben. Auch sollen die drei Polen nicht das erste Mal im Gebiet Ibach unterwegs gewesen sein. «Nach den aktuellen Erkenntnissen sind die Beteiligten nicht im Milieu tätig», sagt Urs Wigger, Sprecher der Luzerner Polizei.


Nach dem verbalen Streit und der tätlichen Auseinandersetzung hätten die drei Polen den Ort zu Fuss Richtung Seetalplatz verlassen. Kurze Zeit später sei es auf der Reusseggstrasse zum Ereignis gekommen.

Ein Augenzeuge filmte die Sanitäter am Unfallort:

Lenker geständig

Nach der Kollision, die sich um 2.15 Uhr ereignete, leitete die Polizei eine Fahndung ein. Sie konnte am Sonntagmittag in einer Luzerner Agglomerationsgemeinde einen verdächtigen silberfarbigen BMW sicherstellen. Es sei in der Zwischenzeit nachgewiesen, dass es sich um das Verursacherfahrzeug handle, teilte die Polizei mit.

Dabei wurden auch zwei Männer festgenommen. Einer von ihnen ist ein 24-jähriger schweizerisch-kroatischer Doppelbürger. Er sei geständig, das Fahrzeug zum Ereigniszeitpunkt gelenkt zu haben, teilte die Polizei mit. Sein Beifahrer sei ein 27-Jähriger aus Kroatien. Die beiden Männer befänden sich in Untersuchungshaft. Dem Lenker sei der Führerausweis abgenommen worden und an das Strassenverkehrsamt weitergeleitet worden.

Weitere Abklärungen

Für die Spurensicherung, die Auswertungen vor Ort und an dem sichergestellten Auto zogen die Luzerner Ermittler das Forensische Institut der Kantonspolizei Zürich und das Institut für Rechtsmedizin des Kantons Zürich zu. Diese Auswertungen würden noch einige Zeit in Anspruch nehmen, teilte die Polizei mit. Der genaue Ereignisverlauf sei weiterhin ungeklärt.

(chi)

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