Walenstadt

12. Oktober 2017 19:07; Akt: 12.10.2017 19:07 Print

Rätsel um Steinschlag am Walensee

Im Gebiet um einen alten Steinbruch am Walensee kommt es in letzter Zeit häufig zu Steinschlag. Sollte sich die ganze Felspartie lösen, wären die Folgen fatal.

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Im Juni 1997 stürzten im Gebiet Lochezen mehrere hundert Kubikmeter Fels in den Walensee. (Bild: Keystone/Arno Balzarini)

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Im Juni 1997 lösten sich im Gebiet Lochezen mehrere hundert Kubikmeter Steingeröll und stürzten in den Walensee. Menschen kamen bei jenem Ereignis keine zu Schaden.

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Der Steinbruch Lochezen ist mittlerweile stillgelegt. Stattdessen testet eine Firma dort neue Steinschlagschutzsysteme. Dies scheint auch bitter nötig. Denn gemäss dem «Sarganserländer» wurde ein Wassersportler Anfang September von der Seepolizei aus dem Gebiet weggewiesen. Dort kämen Steine «wie noch nie» herunter, so die Warnung. Wie das «Regionaljournal Ostschweiz» von SRF berichtete, gingen in der Folge mehrere Meldungen wegen Steinschlags ein.

In den kommenden Wochen soll es nun eine Begehung geben. Mit dabei sind Vertreter der Seepolizei und der Gemeinde. «Aufgrund der Steinschlagmeldungen besteht sicherlich Handlungsbedarf», so Angelo Umberg, Gemeindepräsident von Walenstadt, gegenüber dem «Regionaljournal».

Tsunami im Walensee?

Wie sähen die Folgen für die Walensee-Region aus, wenn sich plötzlich eine grosse Felspartie lösen und in den See donnern würde? Einer ähnlichen Frage gehen derzeit Geologen am Vierwaldstättersee nach. Das Schlagwort hier: Tsunami-Gefahr. Ein vier Meter hoher Tsunami ereignete sich nämlich am 23. September 1687, weil das Delta der Muota in Brunnen abrutschte. Die Folge war, dass die bis zu vier Meter hohe Welle weite Küstenteile des Vierwaldstättersees verwüsteten.

Die Gefahr eines «Steinschlag-Tsunami» am Walensee besteht laut Geologe Hans Mohr von der BTG Büro für Technische Geologie AG in Sargans nicht. Die Lage hält er für nicht gefährlicher als sonst – es sei denn, es würden keine Massnahmen ergriffen. «Regelmässige Felsreinigungen sind von grosser Bedeutung. Sie gewähren einen ständigen Blick auf die Felspartien und garantieren damit für Sicherheit», sagt Mohr. Ständig angepasste Sicherheitsmassnahmen wie Stahlseile seien ebenfalls von grosser Bedeutung.

Wanderin am Kopf verletzt

Geologe David Imper von der Impergeologie AG in Mels gibt an, dass ein Felssturz am Walensee zwar unwahrscheinlich, aber theoretisch möglich sei. Ein solches Ereignis würde sich jedoch anbahnen. «Das passiert nicht von einem Tag auf den anderen. Man würde die Risse messen und Sicherheitsvorkehrungen treffen», so Imper.

Gefährlicher stellt sich die Lage zwischen Weesen und Betlis dar. Dort wurde im Februar dieses Jahres eine Wanderin von Steinschlag am Kopf getroffen. «Sie lag in einer grösseren Blutlache», berichtete damals eine Augenzeugin. Die Frau musste mit schweren Verletzung ins Spital geflogen werden.

(jeh)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fritz am 12.10.2017 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steinbruch

    Als vor über 50 Jahren der alte Steinbruch zwischen Quinten und Amden ein gestürzt war. Gab es schon damals einen kleine Welle die am Gegenufer kleinere Schäden anrichtete. Mit dieser Gefahr mus s der Mensch leben können.

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  • Berta am 12.10.2017 20:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Karies

    Von Nord nach Süd und von Ost nach West gibt es zur Zeit in der Schweiz Felsstürze, Steinschläge und Murgänge. Mich dünkt, die schweizer Berge haben Karies.

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  • Didi Zwicky am 12.10.2017 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Machtlos

    Gegen die Natur ist der Mensch machtlos,mein Grossvater ist bei der Arbeit beim Hochwasser vor vielen Jahren,beim fällen einer Tanne in die Linth gefallen,vermutlich ist er im Walensee im ewigen Grab,nie mehr würde er gefunden,meine Mutter erzählte viel von Ihm,

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ueli am 13.10.2017 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    "Die ewige Majestät der Berge" ist eben auch ein Mythos - wie so vieles im Lande von Wilhelm Tell.

  • Daniel am 13.10.2017 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Helm

    Ich überlege mir, beim Tauchen im Walensee doch bald mal einen Helm anzuziehen :-)

  • Anna am 13.10.2017 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Klimaerwärmung

    Dann litten die Berge schon 1687 unter der Klimaerwärmung?

    • Skywalker99 am 13.10.2017 08:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anna

      nein, aber an der Schwerkraft.

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  • boris am 13.10.2017 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Meere haben Küsten, Seen und Flüsse haben Ufer. Muss man wissen

    • Leseratte am 13.10.2017 08:39 Report Diesen Beitrag melden

      Der kleine aber feine Unterschied

      Meine Worte! Vor allem "Journis", Pardon, Redaktoren müssten das eigentlich wissen.

    • walter45 am 13.10.2017 08:53 Report Diesen Beitrag melden

      Aha.......

      dann müssten also die Zürcher ihre Goldküste in Goldufer umtaufen. Da würden die Bodenpreise aber schlagartig sinken.

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  • RicBellini am 13.10.2017 07:28 Report Diesen Beitrag melden

    Creatore

    Berge und damit die Natur wurden von Gott geschaffen (Kreationismus). Menschen sollten daher was Gott erschaffen hat nicht verändern wollen. Steinbrüche von Menschen gemacht, schwächen offenbar die Gesteinssubstanz mit.