Prozess in Vorarlberg

10. Juli 2018 15:47; Akt: 10.07.2018 15:47 Print

Eltern lassen Baby im Auto, bis es stirbt

Ein junges Paar aus Vorarlberg wurde verurteilt: Es hatte ein Kleinkind im Auto zurückgelassen und sich schlafen gelegt. Mit fatalen Folgen.

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Das Landesgericht Feldkirch, wo sich die Mutter des Kindes und ihr Freund am Dienstag (10.07.2018) zu verantworten hatten.

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Der tragische Vorfall ereignete sich im vergangenen August im Bezirk Bludenz (A). Die damals 17-jährige Mutter und ihr 20-jähriger Freund kamen am Nachmittag von einem Besuch in der Steiermark zurück nach Hause. Vor ihrer Wohnung parkierten sie das Auto im Schatten, das 20-monatige Kleinkind liessen sie im Auto zurück: Der Bub sollte während einer Viertel- oder Halbstunde tief einschlafen, damit er beim Hineintragen nicht geweckt würde.

Doch einmal in der Wohnung angekommen, legte sich das Paar hin und schlief ein. Als es rund fünf Stunden später erwachte, war der Bub tot: Die Sonne war gewandert und hatte das Auto während Stunden aufgeheizt. Dies, obwohl eine Scheibe einen Spalt breit offen war.

Psychologisch betreut

Am Dienstag nun stand das junge Paar vor Gericht. Er fühle sich moralisch schuldig, sagt der Freund der Mutter, wie vol.at berichtet. Der Mann ist zwar nicht der leibliche Vater des Kindes, er habe es aber wie sein eigenes behandelt. Er, die Mutter und auch der leibliche Vater werden psychologisch betreut.

Das Gericht verurteilt die junge Mutter zu vier Monaten bedingter Haft plus 1000 Euro Geldstrafe, ihren Freund zu fünf Monaten bedingt plus 3600 Euro. «Die, die nach einer höheren Strafe schreien, sollen sich überlegen, ob nicht sie einfach Glück gehabt haben, wenn sie einen Moment nicht auf ihr Kind aufgepasst haben», sagte der Richter an die Adresse jener Angehörigen, denen das Urteil laut vol.at offenbar zu milde war.

(20 Minuten)