Familie Schwörer

27. März 2016 13:48; Akt: 28.03.2016 11:11 Print

Bündner auf weltweiter Umwelt-Mission

Dario Schwörer ist über alle Weltmeere gefahren und hat alle Kontinente bereist – nur mit Hilfe von Wind, Sonne und Muskelkraft. Jetzt wartet das nächste Abenteuer.

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«Unsere Kinder haben nur eine Box mit Spielsachen. Wenn sie ein neues möchten, müssen sie eines verschenken - der Platz auf unserem Schiff ist beschränkt», sagt Dario Schwörer (47), hier in San Francisco. Seit 15 Jahren reist der Familienvater mit seinen Liebsten auf der ganzen Welt umher... ... und bestieg mit ihnen die höchsten Punkte jedes Kontinents. Der Abenteurer hat auf seiner Mission bereits über hundert Länder bereist ... ... und Vorträge vor rund 90'000 Schülern gehalten. Schwörers sind über 400'000 Höhenmeter geklettert ... ... über 18'000 Kilometer geradelt ... ... und über 70'000 Meilen gesegelt. «Es wäre schön, wenn die Jungen ihre Zukunft selbst aktiv mitgestalten», sagt der Umweltabenteurer. Hier ist sein Schiff in Sydney. Ob mit dem Schiff, dem Fahrrad oder zu Fuss: Um sich fortzubewegen benötigt die Familie nur Wind, Sonne und die eigene Muskelkraft. Auch gesunde Ernährung ist der Familie offebar wichtig. Schwörers würden den Kindern anhand von Beispielen zeigen, dass die Natur etwas zurückgebe, wenn man sie respektiere. Geplant ist nun eine Umrundung der beiden Amerikas, von Pol zu Pol in einer Achterschlaufe. Winde und Strömungen sollen auf diese Weise optimal genutzt werden können. Zuerst werden Schulen an der Westküste der USA und Mexikos besucht. Dann will die Familie über die Nordwest-Küste in die Antarktis und schliesslich nach New York gelangen. Losgehen soll es noch im März. Die Abenteurer sind zuversichtlich: «Als Höhepunkt der Reise besteigen wir den Mount Vinson in der Antarktis.»

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«Unsere Kinder haben nur eine Box mit Spielsachen. Wenn sie ein Neues möchten, müssen sie eines verschenken – der Platz auf unserem Schiff ist beschränkt», sagt der Bündner Dario Schwörer (47). Seit 15 Jahren segelt der Familienvater mit seinen Liebsten über die Weltmeere und dient dabei dem Umweltschutz. In mehr als hundert Ländern war die siebenköpfige Familie zu Gast. Dario Schwörer und seine Frau Sabine (40) hielten zahlreiche Vorträge vor über 90'000 Schülern und versuchten, diese für Umweltanliegen zu sensibilisieren. Nun hisst die Familie die Segel ihres Schiffes «Pachamama» erneut.

Die Reisen seien nicht immer ganz ungefährlich. «Im Südpazifik sind wir vor ein paar Jahren mit einem schwimmenden Container zusammengestossen. Es gab einen riesigen Schaden, Unmengen an Wasser flossen ins Boot. Wir hatten Angst, dass wir untergehen», erzählt Schwörer weiter. Aber so ein Unfall sei irgendwie auch absehbar gewesen: «Anfangs reisten wir bloss mit einem Hand-GPS.»

Gegründet haben die Schwörers die Non-Profit-Organisation Top to Top im 2002. Unterstützt und finanziert wird sie von verschiedenen Sponsoren. Die Vision der Schwörers: Einmal um die Welt und das nur mit Hilfe von Sonne, Wind und eigener Muskelkraft. «Es wäre schön, wenn die Jungen ihre Zukunft selbst aktiv mitgestalten», sagt der Umweltabenteurer. Doch um dies zu realisieren, müsse man sie erreichen. Manchmal frage er Jugendliche bei seinen Besuchen: «iPad oder Baum? Welchen Gegenstand berührst du öfters?»

Winde und Strömungen perfekt ausnützen

Sie wollten den Kindern vermitteln, dass Sport in der Natur etwas Grossartiges sei: «Wir sind schon 70‘000 Meilen gesegelt, 18‘000 Kilometer geradelt und 400‘000 Höhenmeter geklettert», erzählt Schwörer weiter. Die Route der Familie führte über die sieben Weltmeere jeweils auf den höchsten Gipfel jedes Kontinents. Die Umweltabenteurer waren fast überall: Nur der Mount Vinson in der Antarktis blieb bis jetzt unerreicht.

Im Mai 2015 liefen die Vorbereitungen in San Diego für die bevorstehende Reise zur Antarktis auf Hochtouren. Die Familie hatte sich bereits von ihren Freunden und Bekannten verabschiedet. Doch nur zwölf Stunden vor dem Auslaufen zog sich Dario Schwörer einen Riss der Achillessehne zu und musste für eine Operation in die Schweiz fliegen. Die Krankenkasse habe ihm keine andere Wahl gelassen, erzählt Schwörer. Die Abreise wurde verschoben. Nun sei ihr Mann aber wieder auf den Beinen, sagt Sabine Schwörer.

Wieder losgehen soll es dieser Tage: Geplant ist eine Umrundung der beiden Amerikas von Pol zu Pol in einer Art Achterschlaufe. So sollen die Winde und Strömungen optimal genutzt werden, erklärt der Umweltabenteurer. Und: «Als Höhepunkt der Reise bezwingen wir den Mount Vinson in der Antarktis.»

(nab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rolf Ramseyer am 27.03.2016 14:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grandoises "Nichtstun"!

    Na ja, als Lebensinhalt das 'Nichtstun' (die Vorträge haben noch gut Platz), dabei 4 Kinder zeugen, alles von Sponsoren bezahlt, auf die Idee muss man kommen, sie ist grandios!

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  • Muetzel am 27.03.2016 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überzeugung mit argen Lücken

    Auf Naturliebhaber machen und dann wenns einem mal schlecht geht um die halbe Erde in die Schweiz fliegen. Als wenn man eine Achillessehne nicht auch in SanDiego nähen könnte...

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  • Lilou am 27.03.2016 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    Halbe Wahrheiten

    Wie grün sie wirklich unterwegs sind, könnte man jedoch erst beurteilen, wenn alle Flugmeilen und Autokilometer bekannt würden, welche sie auf diesem, nach meiner Ansicht nach erbettelten Luxusabenteuer, aufwenden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Soulman am 28.03.2016 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neid und Missgunst

    Es ist herrlich zu lesen wie viel Neid und Missgunst in unserer Bünzlischweiz herrscht. Eine Idee zu verfolgen etwas aus seinem Leben zu machen, etwas zu erleben, den Menschen in anderen Ländern zu begegnen und vieleicht etwas kleines wie sorgsamer Umgang mit Abfällen zu vermitteln.... Warum nicht? Wer von Euch lieben Kritikern würde nicht sofort die Rega für einen Heimflug rufen wenn man im Ausland ein " Bobo" hat? Wer von Euch würde nicht in die Ferne ziehen mit einem Sponsoring im Sack?? Aber wenn es andere erfolgreich machen, sich die Mäuler zerreisen. Denkt mal nach bevor Ihr motzt. ;-)

  • BVBkusi am 28.03.2016 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Das nenn ich abenteuer

  • Oli Dee am 27.03.2016 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bleibt fit

    Wisst ihr was ihr Superschweizer, die hier bei 20-Minuten kommentiert; streift eures kleingeistiges Gedankengut ab. Soll mal jeder darüber nachdenken, was er der Umwelt zuliebe Gutes machen könnte. Ich leiste folgendes: Grundsätzlich wäre ich von Berufes wegen auf ein Auto angewiesen, habe aber entschieden, dass ich die rund 15-20 Kilometer pro Tag zu Fuß absolviere. Tolle Nebeneffekte: Knackarsch, fit und Körper-Gewicht im Lot.

  • Ruth am 27.03.2016 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    Umweltschutz woher

    und zur Operation in die CH fliegen lassen. Gab es vor Ort keine guten Ärzte? Dann spielt der Umweltschutz auf einmal keine Rolle. Der eigene ist sich doch der nächste....

    • Marie88 am 27.03.2016 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ruth - Inkonsequent bis zum geht nicht mehr

      Ja, genau! Seine "Aufgabe" ist doch reine Alibi-Übung, um seine Robinson-Crusoe-Bedürfnisse zu verwirklichen! Im übrigen ist es unfair und egoistisch, den Kindern dieses Leben aufzuzwingen! Ein, zwei Jahre mag das gehen, aber 15 Jahre....?! Einfach rücksichtslos.

    • Payawe amicare am 28.03.2016 01:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ruth

      Das stimmt das kann man nicht so Ernst nehmen. Aber sie verbreiten Wiessen! Und die Leute können das gut gebrauchen...

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  • Biker am 27.03.2016 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fehlender zeigefinger

    Also der mit der Muskelkraft stimmt so ja kaum. Ich kann auf einem Bild eindeutig zwei Stomer eBikes erkennen. Ich fahr pro Jahr 6000km Velo. Und das wirklich mit Muskelkraft. Ich glaube kaum, dass die Stromer ausschliesslich mit Solarstrom geladen werden.