Benken SG

13. Juli 2018 06:18; Akt: 13.07.2018 09:25 Print

Hanffeld zerstört und mit fremden Samen sabotiert

Vor rund einer Woche wurden auf einem Feld in Benken SG 4000 Hanfpflanzen zerstört – ein Millionenschaden. Der Besitzer vermutet die Konkurrenz hinter der Tat.

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«Es wurden über 4000 Hanfpflanzen ausgerissen und auf der Erde liegen gelassen», sagt Besitzer Tony Peruzzo von der CBD-Produktionsfirma Tell Hemp am Donnerstag zu 20 Minuten. Seit diesem Jahr hat sein Unternehmen in Benken rund drei Hektare Feld für den Anbau von CBD-Hanf gemietet. Nun wurde vor rund einer Woche ein Drittel des Anbaus böswillig zerstört.

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Damit nicht genug: Die Unbekannten haben auch andere Hanfsamen gestreut. «Die daraus entstehenden männlichen Hanfpflanzen machen dann den Bestand der weiblichen Pflanzen unbrauchbar», so Peruzzo weiter. Wenn die weiblichen Pflanzen nämlich befruchtet werden, wird deren Blüte voller Samen und ist somit für die Produktion nicht mehr brauchbar.

Vorwürfe gehen an die Konkurrenz

Für das Unternehmen bedeutet der Sabotageakt einen riesigen Verlust: Aus den über 4000 Hanfpflanzen wäre ein Ertrag von 1600 Kilogramm Hanfblüten gewachsen. «Das bedeutet für uns einen Schaden von rund 1,3 Millionen Franken», so Peruzzo. Zuerst habe er vermutet, dass ein Hanfgegner hinter der Tat steckt. Doch als die neuen Pflanzen wuchsen, sei für ihn klar gewesen: «Dahinter steckt die Konkurrenz.»

Denn die Hanfsamen, die nicht jedermann einfach so erwerben könne, seien auf einer ganzen Hektare gestreut worden. «An so eine grosse Menge Samen kommt nur jemand aus der Branche.» Peruzzo vermutet, dass der Pächter der Vorjahre – ebenfalls ein CBD-Produzent – für die Tat verantwortlich ist.

Konkurrenz bestreit Vorwürfe vehement

Auf Anfrage von 20 Minuten bestreitet dieser die Vorwürfe vehement: «So etwas haben wir ganz sicher nicht nötig», sagt Jakob Beglinger vom beschuldigten Unternehmen. Das Geschäft laufe gut und um der Konkurrenz entgegenzuwirken, würde das Unternehmen etwa die eigenen Preise senken, aber sicherlich nicht die Felder von Mitbewerbern manipulieren. Beglinger vermutet vielmehr einen Schulbubenstreich: «Die wollten vielleicht richtiges Gras anpflanzen und haben gedacht, in diesen Feldern würde das nicht auffallen.»

10'000 Fr Belohnung ausgesetzt

Die Firma Tell Hemp hat Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Die Kantonspolizei bestätigt das: «Unsere Ermittlungen laufen», sagt Kapo-Sprecher Gian Andrea Rezzoli. Genaueres könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.

Die Aufklärung des Falls will Peruzzo auf jeden Fall nun vortreiben: «Für jeden sachdienlichen Hinweis, der zur Aufklärung des Falls beiträgt, setzen wir eine Belohnung von 10'000 Franken aus.»

(lad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bruno am 13.07.2018 07:03 Report Diesen Beitrag melden

    Heinzelmännchem am Werk???

    Ja sag mal, um 4000 Pflanzen auszureissen und auf 1 ha neu auszusähen, das braucht Zeit. Das macht man doch nicht einfach so, ohne dass das irgendjemand mitkriegt.

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  • Marcel am 13.07.2018 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Berechnete Aktion

    Das ist bestimmt kein Lausbubenstreich. Das tut mir leid für den Unternehmer. Ich hoffe die Täter werden gefasst.

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  • Emilio Gaviria am 13.07.2018 07:48 Report Diesen Beitrag melden

    Pablo Emilio Escobar Gaviria

    Hier gehts ja zu und her wie im alten Kolumbien:)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Norbi am 13.07.2018 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Ist kein Nahrungsmittel also egal

    Nicht schlimm ist ja kein Nahrungsmittel, regt euch ab. Andere Leute wären froh hätten sie Äcker welche sie bewirtschften könnten mit sinnvollen Nahrungsmitteln. Die Welt ist wirklich verrückt. War bestimmt noch subventioniert.

  • Velogümmeler 76 Rentner am 13.07.2018 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    AnstattBauersucht FrauBauer pflanzt Hanf

    Bin heute wieder an dieser Hanf Plantage mit dem Rennvelo vorbei gefahren.Jetzt ist mir erst recht klar ,warum die Polizei vor Tagen auf diesem Hof war.Nicht wegen dem Hanf,aber wegen der Zerstörung oder dem Diebstahl.

  • Anti Drögeler am 13.07.2018 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Genau solche Geschichten beweisen mir

    dass das ganze ein riesiges, unsauberes Geschäft ist und dass da mehr oder weniger nur kriminelle Leute dahinterstehen, den die Kohle wichtig und die Gesundheit der Mitmenschen nichts wert ist. Deshalb sage ich: hört endlich auf mit dem Geschrei nach Legalisierung und das ganze sei gesund für Menschen mit MS etc. etc.

    • Bilou am 13.07.2018 13:11 Report Diesen Beitrag melden

      Heuchler

      Und Alkohol ist ja so mega gesund. Hanf Tote im letzte Jahr... 0 Alkoholtote... 1600 (jeder 12. Tote)

    • Gähn am 13.07.2018 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anti Drögeler

      Ja dann bring doch bitte mal gute Argumente. nur billiges Prohibitionistengeschrei sind keine Argumente.

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  • S.G am 13.07.2018 11:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Berufspflanzer ^^

    Was für geile spezialisten hier sind xDDDDD Mit einer Outdoor Pflanze bekommt man Verkaufsfertig zwischen 300-750g Pro pflanze. Variiert nunmal leider so, aber sicherlich niemals nur 30g, das gibts vlt. bei Stecklingen schlechtester Art, aber nicht auf offenem Feld. 30g in welchem Loch leben sie denn? zuhause aufm balkon geht das vlt, aber sogar da hab ich mindestens 200g verkaufsfertig rausgeholt, find das immer so toll wie sich hier alle aufplustern und meinen sie wüssten über alles bescheid. Pflanzt erstma selber euer Zeug an und zwar richtig. Der mit seinen 30g pro pflanze tut mir echt leid, der hats übelst verbockt.

  • Dani am 13.07.2018 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Spass, die Geschichte kommt raus!

    Huiiii bei 10'000 Franken Kopfgeld wird derjenige jetzt viele viele Tage lang einen schlechten Schlaf haben dürfen. Denn, wenn es mehere waren, seis nur ein Strohmann, wird bei diesem extrem hohen Kopfgeld bestimmt einer reden.