Todesfall am One Love Festival

12. Juli 2018 09:33; Akt: 15.07.2018 13:10 Print

«Ein Defibrillator war erst nach 15 Minuten da»

Nachdem ein Besucher während eines Goa-Festivals in Filisur GR verstarb, erzählt ein Augenzeuge von den Rettungsversuchen.

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Das Goa-Festival One Love in Filisur GR endete am Sonntag für einen Besucher tödlich. Der bewusstlose Mann konnte von den Rettungskräften nicht wiederbelebt werden (20 Minuten berichtete). Wie mehrere Leser berichten, handelt es sich beim Opfer um einen Mann im Alter zwischen 30 und 40 Jahren. Auf dem Festival-Gelände sei es zum Zeitpunkt des Festivals sehr heiss gewesen, sagt eine Besucherin zu 20 Minuten. An der Veranstaltung seien auch viele Besucher aus dem Ausland dabei gewesen.

Ein Augenzeuge sagt zu 20 Minuten, das Opfer sei bewusstlos unter einem Massagezelt gelegen, als ein Bekannter den Mann entdeckt habe und versucht habe, ihn aufzuwecken. Danach sei sofort die Sanität gerufen worden, die auf dem Areal ein eigenes Zelt betrieb. «Die Sanitäter kamen sofort und haben gleich Massnahmen zur Wiederbelebung eingeleitet», sagt der Mann.

«Friedlich und gut organisiert»

Einen Defibrillator hätten sie allerdings nicht dabei gehabt. «Der kam erst mit der Ambulanz, die eine Viertelstunde später eintraf.» Ein Rettungswagen war auf dem Gelände stationiert, musste aber offenbar einen längeren Weg rund um das Gelände fahren. Er habe bereits zuvor einem anderen Mann helfen müssen, der bewusstlos auf dem Gelände gelegen sei. Auch um ihn hätten sich Sanitäter gekümmert. «Das Festival war insgesamt aber äusserst friedlich und gut organisiert», sagt der Mann. Dem pflichtet eine weitere Besucherin bei. «Die Stimmung war sehr fröhlich, ich habe gestaunt, wie friedlich die Menschen waren», sagt sie.

Der betreffende Rettungsdienst teilt in einer Stellungnahme mit, die Alarmierung sei etwa fünf Minuten, nachdem der Patient entedeckt wurde, erfolgt. Zwei Minuten später habe das erste Team den Patienten erreicht. Darunter sei auch ein diplomierter Rettungssanitäter mit einem Notfallrucksack und einem automatischen externen Defibrillator gewesen. Eine zweite Einheit mit einem weiteren Notfallrucksack, einem Rettungsdienst-Defibrillator und einem CPR-Gerät sei kurz darauf eingetroffen.

Sechs Retter kümmerten sich um Patienten

Parallel zu diesem Einsatz sei die Sanitätsnotrufzentrale informiert worden. Die habe ein örtliches First-Responder-Team alarmiert, das nach etwa 15 Minuten eingetroffen sei. Dieses Team sei aber nicht eingesetzt worden, sondern als Backup zur Verfügung gestanden. «Beim Patienten befanden sich alle notfallmedizinischen Geräte innerhalb kürzester Zeit sowie sechs Personen aus dem Rettungsteam», heisst es in der Mitteilung.

Etwa 5500 Menschen nahmen am Festival teil. Die Veranstalter um die Zürcher TBA Events GmbH haben auf mehrere Anfragen von 20 Minuten nicht reagiert.

(ehs/stv)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Tut mir Leid die Berichterstattung ist nicht korrekt. Bitte Bericht von Kriminalpolizei abwarten. – Belle Da Dorma

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rotationsfachmann am 12.07.2018 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz ehrlich

    Das ist auch nicht die Aufgabe einer Organisation sich mit Zeitungen zu unterhalten. Das wird jetzt mit der Polizei geklärt werden.

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  • Roger am 12.07.2018 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt...

    Es gibt keine Pflicht, einen Defibrillator "auf Platz" zu haben. - Zudem, das weiss ich als ehem. Saniätspolizist: Ich habe mit dem Defi von ca. 100 Patienten lediglich 1 aus dem Kammerflimmern holen können...

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  • Goa Rettungssanitäter am 12.07.2018 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CPR Richtlinien

    Ein professioneller Defibrillator im Rettungswagens kostet 50'000.-. Es ist verständlich dass man nicht gleich mehrere davon rumstehen hat. Geht man auch davon aus dass es diesen nicht stündlich braucht. Dass dieser dann bereits für einen Patienten gebraucht wurde ist natürlich sehr unglücklich für den betroffenen. Was hätte man selber tun können um diesem Mann zu helfen? Wenn dieser kein Lebenszeichen von sich gibt (Thoraxhebung, Pulsmessung unnötig) UMGEHEND mit Herzdruckmasssge beginnen 30:2 oder durchgehend drücken. Beatmung zweitrangig (Mögliche krankheitsübertragung). Zu Beginn hat es noch genug Sauerstoff im Blut. Die Rettungskräfte werden die Beatmung mit Beutel übernehmen. Seitenlage nur wenn Patient noch Atmet. Das wurde wenigstens veranlasst wenn auch falsch. Immerhin. An einem anderen Ort hätte man wohl nur gefilmt und nicht geholfen worden. Goa Menschen schauen wenigstens auf sein nebenan. Bravo!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • psylognom am 12.07.2018 21:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ein neuer stern wurde geboren

    mmmh. sah beim sport schon welche, die zusammen klappten und innerhalb kürzester zeit verstarben (22 jähriger und auch ein jüngerer). obwohl die ärzte mit allem vor ort waren.. verstarben sie.. nun waren drogen im spiel? anabolika, stereoiden, speed oder koks oder sonst eine leistungsfähige substanz? nein. der eine hatte einen heftigen hitzeschlag in kombination mit zu viel wasser! ( wollte nicht aufhören und ertrank innerlich "Vergiftung durch wasser" und der hitzeschlang war der punkt auf dem i..) der andere hatte ein sportlerherz und mit der hitze war es keine gute combi.. ps. schaut mal im internet nach wieviele junge menschen beim sport starben.. aber das interessiert die meisten gar nicht... haupsache goa gleich drogen gleich tote.... verkehre seit 20 jahren in dieser szene. ok illegale drogen findet man viel. nur ging ich auch schon an zwei, drei eidgenössische schwingerfeste * ein besoffener gast überfuhr ein kind! auch ein toter*. gibt es bei mir in der nähe jedes jahr. diese szene mit ihrem legalem rauschgift alkohol finde ich persönlich sehr traurig. diese besoffene agressionen die immerwieder stattfindet wie auch bei der luzernerfasnacht, wo ich jedes jahr verkehrte,(seit 7 bis 8 jahre nicht mehr) nur noch beschämend... rip armer freak. aber immerhin konntest du an einem schönen und friedlichen ort mit viel freude und ohne gewalt in den ewigen schlaf träumen. ob mit oder ohne drogen. leider ist ein gutmensch gestorben. mein beileid an die familie und die freunde und bekannten..

  • Lara am 12.07.2018 19:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lach mich schlapp

    Wiso Hacken hier einige nur auf den Drogen rum? Beim Hip Hop ist doch Kokain dauerstandart mit unmengen Alk! Und bei Rock ist Kiffen mit unmängen Alk. Jede Szene hat ihre Drogen. Hier schreiben entweder sehr unerfahrene oder Neider die nicht dabei waren!

  • Markus am 12.07.2018 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viele Möglichkeiten

    jetzt wartet doch mal ab! immer waren es drogen und immer sind die Veranstalter schuld ? es gibt tausend andere Möglichkeiten. Ich war am besagtem Festival und bin zb. sehr starker Bienen-allergiker, jeder Stich führt unbehandelt zum Tod. hätt ich zu jedem Zeitpunkt den einen Stich bemerkt oder als solchen erkannt ? ich bin mir nicht sicher..... und ja ich trage medikamente bei mir und meine besten Freunde wissen das. Kumpels und kollegen aber nicht... Kurz lasst den Mann in frieden Ruhen. Lasst die Veranstalter das verarbeiten, die sind bestimmt schwer betroffen, betrübt und voller UNNÖTIGER Gewissensbisse

  • Masli am 12.07.2018 18:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ruhe auf den billigen Plätze

    Ich bin Fassungslos, was für dumme kritische Kommentare ich hier lese. Leute die noch nie an einem Goa Festival waren. Bitte bitte Schnauze gaaaaanz tief.

  • Tama am 12.07.2018 18:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich glitzere

    Hier schreiben einige gezielte Provokation rein das so nicht stimmt. Lasst euch nicht mitreissen von solchen matten Seelen