Tödlicher Unfall in Kosovo

11. Juli 2018 12:07; Akt: 11.07.2018 15:14 Print

«Alle waren im Schockzustand»

Bei einem Unfall in Kosovo kam am Sonntagnachmittag eine im Aargau wohnhafte Familie ums Leben. Bei der Beerdigung am Dienstag nahmen Tausende Menschen Abschied.

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Am frühen Sonntagnachmittag wurde bei einem Verkehrsunfall im Südwesten Kosovos eine fünfköpfige Familie ausgelöscht. Vater J.S.* (32), seine Frau A.S.* (26), Sohn E.S.* (6) und Tochter E.S.* (3) sowie deren Grossmutter H.S.* (56) kollidierten auf der Strecke Duhel-Suhareka mit ihrem Mietwagen mit einem entgegenkommenden Bus.

Bei den Verstorbenen handelt es sich um kosovarische Bürger mit Wohnsitz in Reinach AG. Bereits der Vater des Fahrers war vor 29 Jahren auf derselben Strecke tödlich verunglückt.

«Einige sind zusammengebrochen»

Am Dienstagnachmittag fand in Sopi, der Heimatstadt von J.S., die Beerdigung statt. Auch Ylli V.* (29), der Bruder von Mutter A.S., nahm daran teil. «Es kamen ein paar Tausend Leute», erzählt er. «Ich habe zwar viele Menschen erwartet, aber gerade so viele auch wieder nicht. Es war überwältigend.»

Die Stimmung beschreibt V. als sehr emotional, viele Tränen seien geflossen. «Einige Angehörige sind zusammengebrochen. Ein enger Verwandter des Vaters musste mit der Ambulanz ins Spital gebracht werden.» Zugleich sei eine grosse Sprachlosigkeit und Ohnmacht beim Begräbnis spürbar gewesen. «Alle waren im Schockzustand», sagt V.

«Ich bin vollkommen leer»

Neben Angehörigen wohnte auch der Gemeindepräsident von Suhareka, Bali Muharremaj, der Bestattung bei und hielt eine Trauerrede. «Er warnte unter anderem vor der gefährlichen Strecke, auf der es immer wieder zu Unfällen kommt», sagt V. Auch Hashim Thaci, Präsident der Republik Kosovo, war zum Begräbnis erwartet worden. «Er war aber leider verhindert», so V.

Auch drei Tage nach dem tödlichen Unfall hat V. das Geschehene noch nicht richtig realisiert. «Für mich ist unbegreiflich, was da passiert ist. Ich fühle mich vollkommen leer.»


* Namen der Redaktion bekannt

(sul)