«Wasserkopf Zürich»

17. April 2018 11:39; Akt: 17.04.2018 12:45 Print

SRF-Mitarbeiter aus Bern wollen nicht nach Zürich

Der geplante Umzug der SRG-Belegschaft von Bern nach Zürich sorgt für Proteste. 160 Angestellte haben eine Petition eingereicht.

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Viel zu viel werde mittlerweile vom Studio in Zürich aus gesteuert, finden die Angestellten. (Bild: Keystone)

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Nach Wirtschaft und Politik wehrt sich nun auch die betroffene SRG-Belegschaft gegen die geplante Verlegung des Radiostudios Bern nach Zürich. Über 160 Angestellte fordern den SRG-Verwaltungsrat in einem Schreiben auf, die Pläne zu überdenken. Die Umzugs-Pläne gefährdeten nicht nur die föderalen Strukturen der SRG, sondern auch die Medienvielfalt, schreibt die Arbeitsgruppe «Pro Radiostudio Bern». Unterzeichnet hätten den Brief an den Verwaltungsrat die grosse Mehrheit der Mitarbeitenden des Radiostudios Bern sowie die Auslandkorrespondentinnen und -korrespondenten.

Die Berichterstattung der meisten nationalen Medien werde inzwischen aus Zürich gesteuert. Ziehe Radio SRF nun ebenfalls noch nach Zürich, «wächst der viel kritisierte 'Wasserkopf Zürich' weiter», kritisiert die Belegschaft.

Mit einer Verlegung nach Zürich wäre die Eigenständigkeit der «reichweitenstarken und glaubwürdigen Informationssendungen» von Radio SRF bedroht. Bern spiele zudem eine wichtige Rolle als Brückenkopf zwischen der Deutschschweiz und der Romandie.

«Nicht nur finanzielle Überlegungen machen»

Die SRG hatte vorletzte Woche bekanntgegeben, sie erwäge die Verlegung aus Kostengründen. Laut Mitteilung der Belegschaft werden bei einem Umzug der Abteilung Information nach Zürich 3 bis 3,5 Millionen Franken eingespart.

Die Angestellten fordern den SRG-Verwaltungsrat, die SRG-Generaldirektion und die Geschäftsleitung von SRF auf, «nicht nur finanzielle Überlegungen zu machen, sondern auch föderalistische und medienpolitische Argumente zu gewichten.»

Gegen die Umzugs-Pläne wehren sich auch alle Berner Kantonalparteien sowie Wirtschaftsverbände. Zudem wurde eine Unterschriftensammlung lanciert.

(bla/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Loretta M. am 17.04.2018 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Gemäss RAV ist ein Arbeitsweg

    von 2 Stunden zumutbar. Also: husch!

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  • S.Kritischer. am 17.04.2018 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle reden vom sparen.

    Alle reden von sparen, aber keiner will. Ganz einfach es muss keiner nach Zürich, man kann auch kündigen!

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  • Ruedi am 17.04.2018 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    das vestehe ich...

    mit einem Budget von ca 1600 Millionen pro Jahr muss man schon sparen, denn das kann ja nicht für ein bisschen Service Public reichen :-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jürg Wehrli am 19.04.2018 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Zu Ende denken

    Bei aller Kritik an der SRG i.S. Billag und Co., sei doch die Frage erlaubt: Was macht ein Radiostudio Bern in Zürich? Wenn schon aufrechterhalten, dann dort wo Radio entsteht. Vor Ort. Oder man schafft das Studio gleich ganz ab. Das wäre wenigstens ehrlich. Ausnahmsweise stehe ich hier auf der Seite der Radiomacher. 2 h Arbeitsweg sind ein Unsinn, für dieses Medium. Für Radiojournalisten sollte sogar eine Wohnsitzpflicht bestehen. Man kann immer noch überdenken, ob 160 Leute zu viel Personal sind. Aber generell einfach "alles nach Zürich" ist ein Unsinn.

  • Fabi am 19.04.2018 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Armes Land

    Da will man weniger Pendler in dem Land und was macht man? Man verlegt! Herzlichen Dank für noch mehr Miesepeter in den Zügen, die nicht Grüezi sagen können. Wann verlegen wir unsere Politiker oder ersetzten sie durch billigere Arbeitskräfte aus dem Ausland?!

  • Hotwith am 18.04.2018 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorry

    Wer geht schon freiwilig nach ZH?

    • Martial2 am 20.04.2018 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hotwith

      Entweder hat man ein weiterer Job, oder man bleibt zuhause und geht zu RAV anklopfen...

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  • huschmie am 18.04.2018 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sparpotetial nutzen

    Die könnten wahrscheinlich auch eingespart werden. Das Programm würde dadurch nicht schlechter.

  • Ueli H. am 18.04.2018 17:56 Report Diesen Beitrag melden

    Noch mehr Wirtschaftsförderung für ZH?

    Neben dem Leutschenbach gibt es in Zürich bekanntlich eine ETH. Diese schafft, vorwiegend mit Bundesgeldern(!), Arbeitsplätze. Viele davon sind qualifiziert und gut bezahlt. Dies führt zu Steuervolumen und befruchtet die Wirtschaft in der Umgebung, was nochmals Arbeitsplätze und Steuervolumen schafft Die Verlegung des SRG-Radiostudios von Bern nach Zürich würde einmal mehr die Region Zürich subventionieren, zu Lasten von Bern. Auch darum ist dieser fragwürdige Kahlschlag abzulehnen.

    • Kari Schweizer am 18.04.2018 20:58 Report Diesen Beitrag melden

      Umzug der Bundeshauptstadt nach SG

      Der Bundeshauptort Bern subventioniert den Kanton Bern, der jährlich über 1 Milliarde aus dem Finanzausgleich von anderen Kantonen erhält, einmal mehr. Krankenkassen und andere staatsnahe Firmen lassen sich nicht wegen Lebensqualität und Willkommenskultur (haha) der Berner dort nieder, sondern um direktere Wege fürs Lobbying zu haben. Das damit und mit den vielen gut verdienenden und horrend besteuerten Staatsbeamten erzielte Steuervolumen ist von der Restschweiz geklaut.

    • Franz Brunner am 19.04.2018 08:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ueli H.

      Du musst einmal den Lastenausgleich zwischen den Kantonen anschauen dann bist du besser informiert und siehst welche Kantone von welchen Kantonen Geld erhalten. Sicher nicht ZH von BE. Abgesehen davon kann man ja auch in die andere Richtung zügeln. Wird vermutlich einfach viel teurer.

    • Ueli H. am 20.04.2018 21:01 Report Diesen Beitrag melden

      Medizin-ETH in Bern

      Franz Brunner: Hab ich gelesen, auch den Jahresbericht der ETH Zürich: ETH-Finanzierung 2016 durch Träger (Bund): 1.289 Mia. - Regierungsrat Ammann (SP BE) hat neulich die gute Idee wieder aufgenommen, in Bern eine Medizin-ETH zu schaffen. Ziel: ETH-Milliarde statt Lastenausgleichs-Milliarde.

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