Fall Tekie T.

19. Mai 2017 11:36; Akt: 19.05.2017 14:25 Print

Aus Eifersucht stach er 20-mal zu

Der 43-jährige Eritreer Tekie T. ermordete im Oktober 2013 seine Ex-Partnerin vor den Augen der gemeinsamen Kinder. Das Obergericht bestätigte nun die Freiheitsstrafe von 18,5 Jahren.

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Die schreckliche Tat ereignete sich in einem Wohnblock in Trimbach SO: Tekie T. tötete seine ehemalige Freundin aus Eifersucht mit 20 Messerstichen — und das vor den Augen der gemeinsamen Söhne, die damals drei und sechs Jahre alt waren.

Wie die «Solothurner Zeitung» schreibt, bestätigte das Obergericht nun am Donnerstag in den Grundzügen das erstinstanzliche Urteil des Amtsgerichts Olten-Gösgen von 18,5 Jahren Gefängnisstrafe. «Es handelt sich um nichts anderes als einen klaren Mord, begangen aus Eifersucht und Rage», sagte Oberrichter Hanspeter Marti bei der Urteilsverkündung.

«Trotz der Bitte seiner Kinder stach Tekie T. weiter auf ihre Mutter ein»

Die Mord-Qualifikation sei in diesem Fall doppelt gegeben. Einerseits hinsichtlich der niedrigen Beweggründe und andererseits wegen der Brutalität der Ausführung der Tat. «Er liess sich selbst durch das Bitten seiner Kinder nicht davon abbringen, weiter auf das Opfer einzustechen.»

Das Amtsgericht hatte den Eritreer noch zu einer Freiheitsstrafe von 19,5 Jahren verurteilt. Den Unterschied machte aber nicht der Mord, sondern der zweite Anklagepunkt. Laut der «Solothurner Zeitung» befand das Obergericht, dass das Amtsgericht die Gesamtstrafe wegen versuchter schwerer Körperverletzung, begangen einige Monate vor dem Mord nach einem Raufhandel beim Oltener Bahnhof, zu stark erhöht habe.

Nebst der Gefängnisstrafe von 18,5 Jahren muss Tekie T. seinen beiden Kindern jeweils eine Genugtuung von 70'000 Franken zahlen. Die Schwester, die nach dem Mord in die Schweiz reiste und sich um die Kinder kümmerte, erhält ebenfalls eine Genugtuung in Höhe von 15'000 Franken.

(jen)