Werbung fürs Grenzgängertum?

19. Oktober 2017 19:45; Akt: 19.10.2017 19:45 Print

SRF will «Mini Beiz, dini Beiz» im Ausland drehen

von Silvana Schreier - Die SRF-Sendung «Mini Beiz, dini Beiz» plant, auch Restaurants im nahen Ausland zu porträtieren. Dies schade einheimischen Beizen, sagen Kritiker.

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In der SRF-Sendung «Mini Beiz, dini Beiz» übertrumpfen sich Woche für Woche Schweizer Beizen. Für die aktuelle Staffel sucht das Schweizer Fernsehen nun auch Restaurants in den Grenzregionen. «Geplant ist eine Woche in Liechtenstein, eine in der Region Konstanz und Bodensee sowie eine im Elsass», sagt Karen Ballmer, SRF-Produzentin im Bereich Unterhaltung, auf Anfrage von 20 Minuten. Insgesamt seien es 15 Beizen, die gezeigt würden.

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FDP-Nationalrat Thierry Burkart kritisiert die Neugestaltung der Sendung: «SRF muss sich um den Service public in der Schweiz kümmern. Schliesslich wird es auch von den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Unternehmen mit Zwangsabgaben finanziert. Es ist falsch, wenn der Sender die Konsumenten noch dazu animiert, im Ausland zu konsumieren.» Dies sei Werbung fürs «Grenzgängertum» und schade dem Schweizer Gastgewerbe.

«Sehr ungeschickt von SRF»

Auch der Wirteverband Basel-Stadt hält es für möglich, dass durch die Sendung «der grenzüberschreitende Gastronomietourismus weiter angeheizt wird»: «Man darf den Effekt solcher Sendungen jedoch auch nicht überschätzen», sagt Maurus Ebneter, Vorstandsmitglied des Wirteverbands Basel-Stadt. Er meint den Grund für das neue Konzept bei «Mini Beiz, dini Beiz» zu kennen: «Soviel ich weiss, haben die Produzenten zunehmend Mühe, genügend geeignete Betriebe zu finden.»

Beat Meier, der die Facebook-Fangruppe «Freunde von ‹Mini Beiz, dini Beiz›» gegründet hat, ist empört über seine Lieblingssendung: «Es ist sehr ungeschickt von SRF, dass man nun auch Beizen aus dem Ausland zeigen will.» Eine Sendung mit Schweizer Beizen auf Mallorca, das wäre noch lustig. «Aber doch nicht mit Restaurants, die eine grosse Konkurrenz für die Schweizer Betriebe sind», sagt Meier, der vor zwei Jahren selbst bei «Mini Beiz, dini Beiz» als Stammgast mitgemacht hat.

Die Schweiz hätte genug zu bieten

CVP-Nationalrat Martin Candinas findet die Kritik an SRF fehl am Platz: «Als Politiker sage ich, dass wir nicht ständig Programmdirektoren spielen sollen. Das ist nicht unsere Aufgabe», sagt Candinas. Aber als Konsument sage er: «In der Schweiz gibt es eine riesige Vielfalt in der Gastronomie. Wir haben genug zu bieten, da braucht man nicht ins Ausland zu gehen.»

Die SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher wohnt selbst in einem Grenzkanton: «Viele Schweizer gehen gern zum Essen nach Deutschland, genauso kommen die Deutschen aber auch in die Schweiz. Das ist für uns im Grenzgebiet ganz natürlich.» Das neue Konzept von «Mini Beiz, dini Beiz» sei somit eine Bereicherung für beide Seiten. Und: «Für die Wirte ist die persönliche Empfehlung immer noch am wichtigsten. Wenn durch die Sendung dann auch noch zusätzliche Gäste aus dem nahen Ausland kommen, geht ihre Rechnung doch auf.»

Sendung wäre Teil von Spezialwoche

Die SRF-Produzentin Ballmer erklärt die Neugestaltung der Sendung damit, dass in der aktuellen Staffel eine Spezialwoche gedreht werden soll: «Diese kommt aber nur zustande, wenn ein starker Schweizbezug besteht.» In der Sendung müssen also Schweizer Köche, Stammgäste oder Beizer vorkommen. Ansonsten werde keine Spezialwoche im angrenzenden Ausland gedreht.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Manu ela am 19.10.2017 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hmmmm...

    Ach DAFÜR braucht ihr die Bilag. Um im Ausland das Geld liegen zu lassen. Aber mir macht man dann ein schlechtes Gewissen, wenn ich änet der Grenze einkaufe ab und zu.

  • Amina123 am 19.10.2017 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tschüss,war nett....

    tschau billag zu 100% jetzt so sicher wie nie... auch wenn ichs nie schaue... es gibt hier im lande genug beizen zum vorstellen...

    einklappen einklappen
  • Mansaylon am 20.10.2017 07:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht zu glauben

    Da es ja an eigenen Beizen fehlt. Doch irgendwie müssen die Bilag Gelder ja raus geworfen werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Leo65 am 21.10.2017 11:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    änliche sendung gibts in DE auch

    machen deutsche sender das auch in der schweiz? wohl kaum...

  • T.S. am 21.10.2017 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein..

    Mal davon abgesehen, dass diese Sendung völlig obsolet ist und ohnehin schon BILLAG-Gebührengelder verschleudert, macht es eine Verlagerung ins Ausland nicht besser.

  • Jackie am 21.10.2017 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Last SRF in Ruhe

    Seit meiner Kindheit vor mehr als 50 Jahren gehen wir Basler gern ins Elsass und das Badische essen. Weil es gute und gemütliche Beizen gibt. Nicht (nur) weil es billiger ist und sicher nicht, weil eine TV-Show Lokale empfiehlt. Diese kennen wir sowieso bereits bestens. Dass wir dabei auch noch Geld sparen, ist eine angenehme Zugabe.

    • Wiesendanger Ursus am 02.11.2017 09:25 Report Diesen Beitrag melden

      Bravo

      Bravo ! Dies ist genau meine Meinung

    einklappen einklappen
  • S.Stucki am 21.10.2017 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geldverschwendung

    hmm auch eine weitere Möglichkeit Geld ins Ausland zu bringen. Ich weiss nicht so recht.

  • Erika am 20.10.2017 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein, nein, nein

    Eigentlich sehr schade. Ich habe nur mal eine Woche die Beizen vom Tessin gesehen und von der Westschweiz gar nie. Wir haben hier viele tolle Beizen in der Schweiz da braucht man nicht ins Ausland zu gehen !