Hoffnungsbarometer

03. Januar 2017 05:46; Akt: 03.01.2017 08:38 Print

Schweizer hoffen auf Wirtschaft - und mehr Sex

von B. Zanni - Schweizer sind laut einer Umfrage für 2017 besonders optimistisch gestimmt - wobei Frauen positiver ins neue Jahr blicken.

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Eine positivere Grundstimmung für 2017 zeigen die Schweizerinnen auch im Hinblick auf die nationale Politik und für die brennenden sozialen Themen. Auf einer Skala zwischen null für «pessimistisch» und fünf für «optimistisch» sind die Frauen (3.86) im Gegensatz zu den Männern (3.75) in Bezug auf ihr privates Leben optimistischer eingestellt. Soziale Beziehungen gingen mit Hoffnung einher, sagt Andreas M. Krafft, Zukunftsforscher und Vorstand von Swissfuture. «Da Frauen soziale Kontakte stärker pflegen, während Männer eher auf ihre beruflichen Ziele fokussiert sind, stimmt sie dies optimistischer.» Lediglich Frauen, die erwerbslos sind, haben eine leicht (aber nicht signifikant) schlechtere Grundstimmung als erwerbslose Männer. Die persönliche Gesundheit sowie eine glückliche Ehe, Familie und/oder Partnerschaft sind wie auch in den vergangenen Jahren das Wichtigste für die Schweizer Bevölkerung. Während die persönliche Unabhängigkeit und Selbstbestimmung bei den Männer auf dem dritten Platz rangiert, fällt dieser Punkt bei den Frauen auf Rang 5. Was bei den Männern auffällt: Der Wunsch nach Sex und romantischen Erlebnissen ... ... ist grösser als der Wunsch nach Erfolg am Arbeitsplatz, anderen Menschen helfen zu können oder mehr Geld zu haben. Am meisten Hoffnung setzen die Schweizer in die Ehe- oder Lebenspartner, auf sich selbst, Freunde und die Familie. Das Schlusslicht bilden Banker, Unternehmer und Pfarrer. Männer denken und analysieren Zusammenhänge etwas stärker als Frauen (M=2.30 vs. M=2.19), um ihre Hoffnungen zu erfüllen. Kirchen oder Tempel zu besuchen, um Hoffnungen zu erfüllen, ist bei den Schweizern am wenigsten verbreitet. In allen vier Fragen haben Frauen signifikant höhere Werte als Männer. Sie geniessen vertrauensvollere Beziehungen zu Freunden und Familienangehörigen, was ihnen mehr Sicherheit in schwierigen Zeiten gibt. Frauen empfinden mehr Mitgefühl mit anderen Menschen als Männer. Frauen zeigen leicht mehr positive Gefühle als Männer. In Vergleich zu den Männern zeigen Frauen leicht, aber signifikant mehr positive Gefühle wie «Gut», Angenehm, «Glück» und «Freude». Gleichzeitig erleben Frauen aber auch mehr negative Gefühle als Männer. Die meisten Menschen verfolgen ihre wichtigen Ziele mit Entschlossenheit und sind bereit, hart dafür zu arbeiten. Es zeigt sich allerdings, dass Männer zielstrebiger sind als Frauen. Jedoch wollen die wenigsten Menschen, vor allem Frauen, auf andere wichtige Dinge verzichten, nur um bestimmte Ziele zu erreichen. Positiv und hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen, ist für die meisten Menschen in der Schweiz wichtig. Auch fühlen sich die meisten Personen hoffnungsvoll in Bezug auf ihr Leben Laut den Autoren hat sich das hoffnungsvolle Gefühl zwischen 2015 und 2016 bei den Frauen merklich gesteigert. Die höchste Zufriedenheit verspürt die Schweizer Bevölkerung mit ihrem privaten Leben. Männer (M=3.46) sind nur leicht, aber nicht signifikant zufriedener mit ihrem privaten Leben gewesen als Frauen (F=3.41). Über 280'000 Menschen sind im 2011 ausgebrochenen Bürgerkrieg in Syrien ums Leben gekommen, Millionen mussten aus ihren Heimatstädten fliehen: Trümmer nach einem Luftangriff auf die von Rebellen gehaltene Stadt Idlib. Ein 31-jähriger Tunesier raste am französischen Nationalfeiertag,14. Juli 2016, in Nizza auf der Strandpromenade mit einem Lastwagen kurz nach dem Feuerwerk durch die Menschenmenge. 84 Menschen kamen ums Leben. Ein Austritt aus der EU zeichnet sich ab: EU-Befürworter zittern in London. (24. Juni 2016). Am 23. Juni stimmten die Wähler des Vereinigten Königreichs in einem Referendum dafür, aus der Europäischen Union auszutreten. Im Millbank Tower in London freuen sich EU-Gegner über den Ausgang des Referendums. (24. Juni 2016) Der Kirchturm von Amatrice am Corso Umberto im Dezember 2011. Die Wohnhäuser vor und hinter dem Kirchturm sind in sich zusammengebrochen (24. August 2016). In Mittelitalien sterben am 24. August 2016 durch ein Beben rund 300 Menschen, die meisten in dem Ort Amatrice. Zwei starke Erdstösse erschüttern am 26. Oktober 2016 die mittelitalienische Region, die bereits zwei Monate zuvor von einem verheerenden Beben heimgesucht wurde. Ein Mann stirbt, Tausende sind obdachlos. «Friedlich entschlafen»: Der britische Popsänger George Michael, hier bei einem Konzert in Prag im Sommer 2011, starb an Weihnachten in London. Der Musiker David Bowie erlag am 10. Januar 2016 im Alter von 69 Jahren einem Krebsleiden. Am 19. Dezember 2016 raste ein Attentäter mit einem LKW in einen Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz in Berlin. 12 Menschen starben, 56 wurden schwer verletzt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beanspruchte darauf die Tat für sich. Der neugewählte US-Präsident Donald Trump versprach in seiner ersten Rede nach der Wahl am 9. November, er wolle ein Präsident für alle Amerikaner sein und das Land einen.

Zum Thema
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Terroranschläge, Bürgerkriege, Erdbeben, Brexit, Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten: Das vergangene Jahr war turbulent. Tragische Ereignisse machten sogar am Weihnachtstag keine Pause. George Michael starb und folgte David Bowie und Prince in den Himmel – nur zwei von einer Reihe in diesem Jahr verstorbener Popgrössen. Mit Statements in den sozialen Medien wie «Ich hab genug vom 2016. Mach einen Abgang!» bringen Schweizer ihre Sehnsucht nach einem neuen und vor allem besseren Jahr zum Ausdruck.

Umfrage
Wie erlebten Sie das Jahr 2016 für sich persönlich?
22 %
32 %
2 %
44 %
Insgesamt 4480 Teilnehmer

Tatsächlich blickt die Schweizer Bevölkerung trotz negativer Meldungen mehrheitlich positiv in das Jahr 2017, wie das Hoffnungsbarometer der Schweizerischen Vereinigung für Zukunftsforschung Swissfuture zeigt. Besonders optimistisch sind die Schweizerinnen. Auf einer Skala zwischen null für «pessimistisch» und fünf für «optimistisch» sind die Frauen (3.86) im Gegensatz zu den Männern (3.75) bezüglich ihres privaten Lebens optimistischer eingestellt.

«Männer sind auf berufliche Ziele fixiert»

Eine positivere Grundstimmung zeigen die Schweizerinnen auch im Hinblick auf die nationale Politik und für die brennenden sozialen Themen. Soziale Beziehungen gingen mit Hoffnung einher, sagt Andreas M. Krafft, Zukunftsforscher und Vorstand von Swissfuture. «Da Frauen soziale Kontakte stärker pflegen, während Männer eher auf ihre beruflichen Ziele fokussiert sind, stimmt sie dies optimistischer.»

Ein weiterer Grund sei, dass Frauen sich meist weniger von negativen Nachrichten beeinflussen lassen. «Sie beschäftigen sich nebst ihrem Job meistens intensiver mit der Familie und Menschen in ihrem Umfeld und konzentrieren sich somit weniger auf die Flut von Schreckensmeldungen», sagt Krafft. Hingegen fokussierten viele Männer ihre Aufmerksamkeit stärker auf das, was auf der Welt nicht funktioniere, und beachteten vielleicht weniger, was in ihrer Nähe an Gutem geschehe.

Sex ist wichtiger als Nächstenliebe

Für die wirtschaftliche Entwicklung fühlen die Männer (2.92) dagegen mehr positive Vibes als die Frauen (2.79). Krafft: «Männer sehen wirtschaftliche Krisensituationen gelassener an und vertrauen eher dem Markt und den Unternehmen.» Frauen hingegen stünden dem wirtschaftlichen Geschehen tendenziell etwas kritischer gegenüber.

Was bei den Männern auch auffällt: Der Wunsch nach Sex und romantischen Erlebnissen ist grösser als jener nach Erfolg am Arbeitsplatz, anderen Menschen helfen zu können oder mehr Geld. Krafft verweist darauf, dass an der Umfrage 15 Prozent männliche Singles teilnahmen. «Bei ihnen ist das Bedürfnis nach einer Beziehung – wobei auch etwas Kurzfristiges infrage kommt – besonders gross.»

«Ausgeprägtes Mitgefühl»

Die Frauen zählen es zu den bedeutendsten Wünschen, anderen Menschen helfen zu können. «Sie haben ein ausgeprägteres Mitgefühl für Menschen.» Auch in der Rangordnung der persönlichen Hoffnungen zeigen sich Unterschiede. Während die persönliche Unabhängigkeit und Selbstbestimmung bei den Männern auf dem dritten Platz rangiert, fällt dieser Punkt bei den Frauen auf Rang 5. Hat die Emanzipation versagt? Krafft verneint. «Frauen sind teamorientierter und haben somit nicht den Druck, immer alles allein machen zu müssen.»

Am meisten Hoffnung setzen die Schweizer in die Ehe- oder Lebenspartner, auf sich selbst, Freunde und die Familie. Das Schlusslicht bilden Banker, Unternehmer und Pfarrer.

An der achten Online-Befragung von Swissfuture nahmen rund 18'000 Personen teil. Sie wurden zwischen dem 1. und 30. November 2016 befragt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Carlo am 03.01.2017 07:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sommaruga soll gehen

    Ich hoffe, dass endlich weniger Immigranten sich in unserem Land tummeln mit rundum Service. Wir Schweizer müssen wegen diesen falschen Flüchtlingen auf vieles verzichten. Wenn das Sommaruga anders will, soll sie gehen. Heute noch.

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  • Deader am 03.01.2017 05:56 Report Diesen Beitrag melden

    Dann hofft mal

    Betonung liegt auf hoffen. Happy new year!

  • Rick am 03.01.2017 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffnungsvoll

    Was uns der Wirtschaftsunterricht gelehrt hat, kann man auch auf das allgemeine Leben übertragen. Eine Konjunktur ist keine Gerade sondern besteht aus einer Kurve. Nach einer Rezession gibt es einen Aufschung und es folgt ein Boom danach nimmt die Kurve wieder ab und es tritt wieder mal eine Rezession ein. Deshalb ist es durchaus möglich, dass es nach dieser turbulenten Zeit wieder bergauf geht mit unserem allgemeinen Leben, sei es finanziell als auch menschlich. Jede Krise macht einen bekanntlich stärker, wie bereits Goethe herausgefunden hatte. Denn ohne Zerstörung gibt es keinen Fortschritt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Heinz Geissbühler am 03.01.2017 22:41 Report Diesen Beitrag melden

    Happy new year

    Geissbühler meint es sollte mehr gevogelt werden im Jahre 2017

    • Lady Sandra am 04.01.2017 01:20 Report Diesen Beitrag melden

      @Heinu

      Ja Heinz das ist doch ein cooles statement im neuen Jahr

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  • 199851788 am 03.01.2017 21:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Optimistisch ins neue Jahr?

    Was könnte passieren? Kriegsausbruch im Westen, neue Weltordnung, radikale Islamisten/Feministen/SJWs, Einschränkung der Meinungsfreiheit, Globalisierung, Manipulation von Populisten (links und rechts) Ausserdem ist mir schon nach ein paar Tagen das Handy kaputt gegangen.

  • Fred Dupuis am 03.01.2017 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Wirtschaft=Mehr Sex

    Ganz klar, je besser die Wirtschaft, umsomehr Spass bei der Tantra-Massagen.

  • rene w am 03.01.2017 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum

    Verstehe das nicht: Warum wollt ihr noch mehr Sex?

    • Giovanni am 04.01.2017 09:31 Report Diesen Beitrag melden

      Weniger Sex wäre mehr

      Meine Frau will jeden Tag, ich brauch auch mal eine Verschnaufpause, sonst gehe ich ein, wie ein Kaninchen.

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  • B.Huber am 03.01.2017 18:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2017 wird für jeden der nicht Arbeiten kann .....

    Jedes Jahr wird Soziale um 10% gekürzt Wohnung wird auch um 20% gesenkt Reicht noch für ein Loch da 2 Zimmer Wohnungen überteuert sind dann mit knapp 800 Franken kein Trlefon Strom Kleider essen und sonstiges bezahlen am besten richtet Ihr uns öffentlich hin das wäre wenigstens ehrlich