Adrian Amstutz

24. Oktober 2017 11:56; Akt: 24.10.2017 12:03 Print

«SVP ist für 55 oder mindestens 40 Kampfjets»

Adrian Amstutz, der scheidende Fraktionschef der Volkspartei, nimmt Stellung zu den Rüstungsplänen für die Luftverteidigung.

Diese Kampfjets lässt Parmelin testen Der Bundesrat will bis zu 40 neue Kampfjets für die Schweizer Luftwaffe beschaffen. (Video: Tamedia)
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Die SVP tritt bei der Beschaffung von neuen Kampfjets für 55 oder mindestens 40 neue Kampfflugzeuge ein. «Sicherheit duldet keine Halbheiten», sagte der abtretende Fraktionschef Adrian Amstutz in einem Zeitungsinterview.

Die Expertengruppe zur Kampfjet-Beschaffung schlug Ende Mai vier Varianten vor mit 20 bis 70 Flugzeugen. Mit den beiden Minimalvarianten könnten die Menschen in der Schweiz nicht wirksam geschützt werden, sagte Amstutz in einem Interview, das am Dienstag in der «Neuen Zürcher Zeitung» erschien.

«Alles andere ist gemeingefährlich»

«Die SVP ist für eine wirksame Variante mit 55 oder mindestens 40 neuen Kampfflugzeugen», sagte er. Die Option mit 40 Jets unterstütze die SVP nur, wenn die neue bodengestützte Luftverteidigung (BODLUV) die entstehende Sicherheitslücke vollumfänglich kompensieren könne. «Alles andere ist gemeingefährlich.» Die teuerste von den Experten zur Diskussion gestellte Variante für 15 bis 18 Milliarden Franken sieht den Kauf von 55 bis 70 Kampfjets vor, zusammen mit einem BODLUV-System grösserer und kleinerer Reichweite vor.

40 neue Flugzeuge plus ein BODLUV-System mit grösserer Reichweite bekäme die Schweiz für 9 Milliarden Franken. Objekte und eingesetzte Kampfverbände wären mit dieser zweiten Variante aber nur beschränkt geschützt.

Minimalvariante für 5 Milliarden

Die dritte Variante, die in der Begleitgruppe die grösste Zustimmung gefunden hatte, sieht ein umfangreicheres BODLUV-System vor, aber nur 30 Kampfjets, und würde 8 Milliarden Franken kosten. Die Minimalvariante geht von 20 Kampfjets und einem einfacheren BODLUV-System für 5 Milliarden Franken aus.

Einer der modernsten Jets: F-35 von Lockheed Martin. (Tom Reynolds, Handout)

Verteidigungsminister Guy Parmelins Entscheid, die Beschaffung des BODLUV auf Eis zu legen, stützte Amstutz. Der dezidierte Sistierungsentscheid sei wichtig gewesen, sagte er. Die Geschäftsprüfungskommissionen (GPK) dagegen hatten Parmelins Entscheid kritisiert. Ihre Untersuchungen haben sie angesichts der Neuinitiierung der BODLUV-Beschaffung im September abgeschlossen.

(rub/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anton Müller am 24.10.2017 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    alle Tage wieder

    Wie reisserisch eine F35 abzubilden, im Bewusstsein dass es sicher nicht das Flugi wird

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  • Markus Wiesmann am 25.10.2017 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Die geforderten 55 sind zu teuer

    erst recht im Fall der F-35, die leider ein Problemflieger mit gravierenden technischen Mängeln ist und daher keine Option sein kann, auch in Anbetracht des Preises von 120 Millionen oder mehr ( 400 490 Mio mit Entwicklung). Was ich nicht verstehe, ist warum preiswertere Kampfflugzeuge wie die Su-35 oder Su-57 nicht einmal ansatzweise in Betracht gezogen wurden, trotz eines Stückpreises von lediglich 50 bzw. 60 Millionen, womit sie das mit Abstand beste Preis-/Leistungsverhältnis haben. Schade eigentlich. das wäre sogar billiger als der Gripen.... 1.3 statt 3.1 Mia für 22 Jets 0_O

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  • BZ am 24.10.2017 12:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    let the show begin

    wor alle wissen worauf das hinauslaufen wird: ein riesen geheule im namen der Sicherheit, geld für Rentner fehlt und die finanzspritze wird den militärs herumgereicht wie im fixerstübli und am Schluss heisst wieder "viel zu wenig", kein wunder wenn überall geld verschwindet.

Die neusten Leser-Kommentare

  • U Fo am 25.10.2017 21:46 Report Diesen Beitrag melden

    Unsichtbar

    ..am besten ein jet "unsichtbar" die luftwaffe müsste dann keine bürozeiten mehr angeben wann sie fliegen

  • bringt viel am 25.10.2017 18:16 Report Diesen Beitrag melden

    und dies

    während die Schweiz schleichend irreversibel islamisiert wird.

  • wachtmeister am 25.10.2017 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    würde man nicht die spielzeugflugzeuge der amerikaner und der europäer kaufen, sondern die premium variante der russen, wäre die hälfte mehr als genug..

    • citoyen am 25.10.2017 22:19 Report Diesen Beitrag melden

      Die Amerikaner bauen Spielzeugflugzeuge?

      Da sind die Russen aber anderer Ansicht.

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  • P.S. am 25.10.2017 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich?

    Von wo kommt das Geld? Dafür haben wir überall gespart damit wir 40-55 Flugzeuge kaufen und wir dann nur 2 aufs mal brauchen als Flugpolizei? Einmal mehr, geld ins Ausland werfen....

  • Markus Wiesmann am 25.10.2017 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Die geforderten 55 sind zu teuer

    erst recht im Fall der F-35, die leider ein Problemflieger mit gravierenden technischen Mängeln ist und daher keine Option sein kann, auch in Anbetracht des Preises von 120 Millionen oder mehr ( 400 490 Mio mit Entwicklung). Was ich nicht verstehe, ist warum preiswertere Kampfflugzeuge wie die Su-35 oder Su-57 nicht einmal ansatzweise in Betracht gezogen wurden, trotz eines Stückpreises von lediglich 50 bzw. 60 Millionen, womit sie das mit Abstand beste Preis-/Leistungsverhältnis haben. Schade eigentlich. das wäre sogar billiger als der Gripen.... 1.3 statt 3.1 Mia für 22 Jets 0_O

    • Tiger am 25.10.2017 11:23 Report Diesen Beitrag melden

      Aufwand ohne bleibenden Mehrwert.

      @Markus Wiesmann: das sind völlig anders konzipierte Flugzeuge und Systeme. Es wäre logitisch in Etwa ähnlich, wie wenn wir in der Schweiz die Stromversorgung auf 110 Volt, den Strassenverkehr auf linksfahren oder auf die englischen Masseinheiten umstellen würden. Kurzum ein riesiger und teurer Aufwand ohne bleibenden Mehrwert.

    • Markus Wiesmann am 25.10.2017 13:20 Report Diesen Beitrag melden

      Bleibender Mehrwert mit kleinem Aufwand

      @Tiger: Rhetorische Frage: Sind es wirklich völlig anders konzipierte Flugzeug und Systeme, wenn andere Nationen mit viel weniger Geld, wie Indonesien, es schaffen mehrere verschieden konzipierte Flugzeuge und Systeme ohne den von Ihnen prophezeiten immensen Aufwand zu betreiben? Indonesien hat schon seit längerem verschiedene Systeme bzw. Kampfjets von verschiedenen Herstellern/(Ländern): Su-27(RUS), F-16(US), Su-30(RUS) und sogar aus der Schweiz Pilatus PC-6. Anscheinend existiert sehr wohl ein Mehrwert den Sie aber nicht anerkennen und der Aufwand kann, wie man sieht, nicht so gross sein.

    • citoyen am 25.10.2017 21:48 Report Diesen Beitrag melden

      preiswert heisst:

      Ist ein bestimmter Flugzeugtyp seinen Preis wert? Kaum eine Luftwaffe hält ihre Jets so lang im Dienst wie wir. Wir müssen also das qualitativ beste und anhand eines Anforderungskatalogs das bestgeeignete Flugzeug wählen. Nur so kann ein Auftrag von unseren Piloten erfüllt werden. Ich bin mit Ihnen der Meinung, ein russisches Modell hätte in die Auswahl gehört. Ob es so gut ist, wie Sie glauben, würde sich ja bei der Erprobung erweisen. Kompatibilitätsprobleme wird es sicher geben. Anderseits: Die Israelis mit ihren F-15 sprechen sich problemlos mit ihren russischen Kollegen ab.

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