Tauchen ohne Luft

13. Januar 2018 21:30; Akt: 13.01.2018 21:30 Print

Schweizer wird dreifacher Weltrekordhalter

Ohne Sauerstoff, Flossen und Neoprenanzug tauchte Peter Colat 80 Meter weit. Das ist aber nicht der einzige Rekord, den er innert Kürze aufstellte.

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In zwei Tagen wurde Peter Colat zum dreifachen Weltrekordhalter im Freitauchen. 155,4 Meter, 3 Meter weiter als der bisherige Rekord, tauchte der Extremsportler am Freitag unter der Eisfläche des österreichischen Weissensees. Am Samstagmorgen schwamm er 110, 2 Meter unter Wasser – nicht nur ohne Sauerstoff, sondern auch ohne Flossen und brach damit den alten Rekord von 108 Metern.

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Am Samstagnachmittag setzte Colat noch einen drauf: Ohne Flossen – und auch ohne Neoprenanzug – tauchte er ins zwei Grad kalte Wasser ab. Dennoch schaffte er es, 80 Meter zurückzulegen und den bisherigen Rekord von 75 Metern zu brechen.

«Ich bin happy!»

«Ich habe alle meine Ziele erreicht. Ich bin happy!», freut sich Colat am Samstagabend am Telefon gegenüber 20 Minuten. Das Gefühl, drei Rekorde gebrochen zu haben, sei unbeschreiblich. «Dank meiner guten Vorbereitung, meinem guten Team und der positiven Energie um mich herum hat es geklappt.»
Die letzte und herausforderndste Strecke sei ihm am wichtigsten gewesen. «Ich bin mega erleichtert, dass ich auch diese Strecke schaffte, weil ich für die Vorbereitungen sehr viel Aufwand betrieben hatte», sagt Colat.

Seine Familie habe immer Rücksicht nehmen müsssen. «Auch musste ich schauen, dass ich Randzeiten zum Trainieren erwischte. Schliesslich ist das Freitauchen ja nur ein Hobby», sagt der hauptberufliche Architekt. Am Samstagabend werde er mit seinem Team, Familie und Freunde feiern. Doch am Montag kehrt bereits wieder der Alltag ein. «Dann bin ich wieder ganz normal am Arbeiten.»

Lungenvolumen von 13 Litern

Der 46-Jährige hat ein Lungenvolumen von acht Litern. «Fünf Liter kann ich durch die Karpfen-Technik zusätzlich reinpressen.» Frauen haben ein durchschnittliches Lungenvolumen von 4,5 bis 5 Litern, Männer eines von 6,5 bis 7 Litern.

Peter Colat brach bereits diverse Weltrekorde im Streckentauchen und Luftanhalten. 21 Minuten und 33 Sekunden hielt er am 17. September 2011 unter Wasser aus, ohne Luft zu holen. Statische Apnoe nennt sich diese Disziplin. Zwei Jahre später knackte er einen weiteren Weltrekord: Unter der Eisfläche des österreichischen Weissensees tauchte er 150 Meter lang am Stück. So lange wie keiner zuvor.


(Video: Youtube/Peter Colat)

«Wichtig ist, unter Wasser entspannt zu bleiben»

Die Strecke ohne Neoprananzug und Flossen bezeichnete er vorgängig als «richtig hart». Sein Körper sei entsprechend abgehärtet. Es komme auf die richtige Technik an. «Am wichtigsten ist, dass ich unter Wasser entspannt bleiben kann.»

Für den Rekordtauchgang wurden etwa acht Löcher ins Eis geschnitten. Jene zwischen Start und Ziel dienten der Sicherung für ein Auftauchen im Notfall. Ungefährlich sei sein Vorhaben natürlich nicht, sagte Colat im Vorfeld. «Ohne regelmässiges Training kann Apnoetauchen lebensgefährlich sein.»
Rund 7700 Franken hat er übrigens durch Gönner und Sponsoren gesammelt, um die Kosten für die Durchführung decken zu können.


(Video: Youtube/Peter Colat)


(bz/duf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Toni am 13.01.2018 21:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt!

    Unglaubliche 21.33 min unter Wasser ohne Luft. Ich schaffe gerade mal 1 min...

    einklappen einklappen
  • InMa am 13.01.2018 21:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Atemberaubend

    Im wahrsten Sinne des Wortes Atemberaubend.

  • Andreas Horvath am 13.01.2018 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Geniale Leistung: Gratulation!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Photelegy am 14.01.2018 14:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vertippt?

    Sollte es "156m unter eis mit Flossen und Neoprenanzug ..." heissen? 15.6m scheint mir etwas unrealistisch verglichen mit den anderen Distanzen.

  • Peter Miller am 14.01.2018 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwann...

    Ist wie Wingsuite-Springer - Irgendwann überschreitet man eine Grenze, von der man nicht mehr zurückkehrt. Natürlich ist sowas unglaubliches, was ein Körper aushalten kann - nach jahrelangem Training und Körperbeherrschung. Wünschen dem Rekordbrecher lange Gesundheit.

  • Jamaika Jamal am 14.01.2018 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow

    Richtig krass. Respekt!

  • Andi am 14.01.2018 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Beeindruckend

    Aber ist das gesund?

  • Radix am 14.01.2018 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und wie geht es nun weiter?

    Rekord halten, noch mehr dran hängen, noch tiefer, noch länger, noch weiter bis zum endgültigen Absaufen. Dann kommen Nachahmer und weitere Psychoathleten die das versuchen wollen und ihr Leben aufs Spiel setzen werden. Wozu?