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Energy Challenge

06. Juni 2018 14:57; Akt: 07.06.2018 09:57 Print

Diese Tiere betrifft der Klimawandel besonders

von Stephanie Sigrist - Die Schweiz spürt die Auswirkungen des globalen Temperaturanstiegs stark. Was bedeutet das für unsere Tierwelt?

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Der Klimawandel bestimmt den Zeitpunkt des Frühlingserwachens verschiedener Arten unterschiedlich stark. Daher sind zeitliche Fehlabstimmungen zwischen Bienen- und Pflanzenarten möglich und es besteht laut einer Untersuchung der Universität Würzburg die Gefahr, dass Bienen ohne Nahrungspflanzen auskommen müssen, wenn sie ihre Winterruhe zu früh beenden. Ähnlich ergeht es den Igeln: Die Stacheltiere beginnen ihren Winterschlaf, wenn die Temperaturen über einen längeren Zeitraum unter sechs Grad Celsius liegen. Seit einigen Jahren unterbrechen Igel ihren Winterschlaf früher, wenn die Temperatur dauerhaft über mehr als sechs Grad liegt. Während der Schlafpausen verbrauchen die Tiere enorme Mengen ihrer gespeicherten Fettreserven. Erneute und plötzliche Wintereinbrüche bedeuten für Igel oftmals den Tod. Murmeltiere reagieren empfindlich auf die Wärme und weichen in höhere Regionen der Alpen aus. Die Humusschicht in höheren Lagen reicht irgendwann jedoch nicht mehr aus und der Boden wird wörtlich zu dünn, um genügend tiefe Höhlen für einen sicheren Winterschlaf zu graben. Da die Dauer der Schneebedeckung in den Bergen weniger lange anhalten wird, müssen sich viele Tiere in immer höher gelegene Gebiete zurückziehen. Alpenschneehühner beispielsweise sind heute rund 120 Meter weiter oben zu finden als noch vor 20 Jahren. Das bedeutet, dass ihr Lebensraum kleiner wird, Populationen isoliert werden und mit einem Bestandsrückgang gerechnet werden muss. Der Alpenschneehase hat mit dem gleichen Problem zu kämpfen. Es wird prognostiziert, dass er bis 2100 durchschnittlich über einen Drittel (35 Prozent) seines Lebensraums verloren haben wird. Mit der Klimaerwärmung wird auch die durchschnittliche Wassertemperatur der Schweizer Seen und Flüsse zunehmen. Kaltwasserfische wie die Forelle verenden bei Temperaturen ab 20 Grad Celsius. Weil es im Frühling früher zur Schneeschmelze kommt und die Vegetation schneller wächst, grasen Steinböcke im Spätsommer und Herbst in höheren Lagen. Auch Gämsen treibt es gegen Ende des Sommers und im Herbst weiter nach oben, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Kälteempfindliche Arten profitieren von der Klimaerwärmung. Diverse Schmetterlinge und einige Schneckenarten, wie die auch unter dem Namen Baumschnecke bekannte Gefleckte Schnirkelschnecke, können sich weiter ausbreiten und mehr Lebensraum für sich beanspruchen. Schädlinge wie der im Bild gezeigte Borkenkäfer, der Kartoffelkäfer oder die Blattlaus können sich bei wärmeren Temperaturen besser vermehren. Dies stellt eine Gefahr für die Fauna dar.

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Die Jahresdurchschnittstemperatur in der Schweiz ist seit 1850 um 1,8 Grad gestiegen, während der weltweite Anstieg bei 0,85 Grad liegt. Gemäss dem Bericht «Brennpunkt Klima Schweiz» des Forums für Klima und globalen Wandel ist unser Land besonders stark vom Klimawandel betroffen. In erster Linie sind die Veränderungen im Alpenraum sichtbar. Seit Mitte der 80er-Jahre wird laut Glaziologen der Universität Freiburg im gesamten Alpenraum ein starker Gletscherschwund beobachtet. Dieser steht in direktem Zusammenhang mit den erhöhten Treibhausgasemissionen der Industriegesellschaft und dem dadurch verursachten globalen Temperaturanstieg.

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Die Wintersportsaison wird sich hierzulande in Zukunft um einige Wochen verkürzen und die Schneegrenze um mehrere hundert Meter ansteigen. Vorerst wird der Klimawandel besonders Skigebiete, die unterhalb von 2000 Metern liegen, empfindlich treffen. Im Gegenzug dürfte die Wandersaison künftig länger dauern und von Frühling bis Herbst mehr Gäste in die Berge locken. Beim Wandern droht jedoch vermehrt Steinschlag-Gefahr: Permafrost taut langfristig bis in tiefere Schichten auf, was zu Felsstürzen führen kann.

Höhere Pollenproduktion führt zu mehr Allergien

Auch im Flachland ist der Klimawandel für Todesfälle und Unwohlsein verantwortlich. Hitzesommer – wie beispielsweise derjenige im Jahr 2003 – können insbesondere für ältere Menschen tödlich enden. Allergiker spüren Ärzten zufolge bereits heute Anzeichen der weltweiten Erwärmung. Allergologen vermuten, dass der Anstieg der CO2-Konzentration die Pollenproduktion bei Pflanzen signifikant ankurbelt und deswegen zu mehr Allergien führt.

Direkte wirtschaftliche Folgen sind vor allem in den produzierenden und verarbeitenden Sektoren spürbar. In erster Linie die Landwirtschaft leidet unter Trockenperioden und Bauern werden in Zukunft öfter auf Bewässerung angewiesen sein. Trockenheit setzt aber auch Kiefergewächsen zu. Fichten, die in der Holzwirtschaft eine äusserst wichtige Rolle spielen, drohen unter anderem aus Wassermangel und einer Zunahme des Borkenkäferbestandes aus den Wäldern des Mittellands zu verschwinden.

Zahlreiche Tierarten sterben in den nächsten 100 Jahren aus

Neben der Fauna leidet auch die Tierwelt stark unter dem Klimawandel. Laut «National Geographic» dürfte jede sechste Tierart innerhalb des nächsten Jahrhunderts aufgrund des globalen Temperaturanstiegs und den damit einhergehenden Veränderungen der Umwelt aussterben. Andere Forscher sprechen gar davon, dass nur vier von fünf Tierarten das nächste Jahrhundert erleben werden. In der obigen Bildstrecke wird gezeigt, welche heimischen Tiere besonders stark unter dem Klimawandel leiden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mann28 am 06.06.2018 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Das Klima wird wärmer, schon klar. Das gab es auch früher. Die Tiere werden damit klar kommen. Mehr sorgen machen mir Mikroplastik, Glyphosat, Hormone im Wasser, Waldrodung für Öl-Palmen, Walfang für die Forschung, Millionen Katzen (nicht heimische Raubtiere) allein in der Schweiz, saubere Elektromobilität-Lüge, saubere Energiegewinnung wird nicht in Angriff genommen, ungerechtfertigte Umweltabgaben nur für die Kleinen, ... Kann so endlos weitergehen. Solang Umsatz/Gewinn/Geld das wichtigste auf diesem Planeten bleibt können wir die Natur vergessen.

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  • Cleo am 06.06.2018 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mensch

    Nicht der Klimawandel, der Mensch meint ihr wohl...

  • Kurt Wüethrich am 06.06.2018 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrnehmungsversuch

    Der Mensch haltet den Klimawandel immer noch für ein Gerücht. Genauso wird es in 1000 Jahren das Gerücht sein, es gab mal Menschen auf dem Planeten Erde.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • MrHolmes am 07.06.2018 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    98%

    Bis zu diesem Zeitpunk sind 98% aller Lebewesen die je auf der Erde gelebt haben ausgestorben. Warum sollte es jetzt anders sein? Ich sage nicht, dass es keinen von Menschen geschaffenen Klimawandel gibt, aber das Aussterben ist keine neue Erfindung. Darum bitte erst denken und danach posten. Thx

  • Lexlilu am 07.06.2018 22:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahrheit

    Soooo ihr liebende leider ist es nicht richtig was der Mensch der Welt antu, doch ich sage euch jetzt mal die Wahrheit. In 2025 werden all diese dinge sich schlagartig ändern, die die es wissen und sich INFORMIEREN wissen genau was kommen wird. So heftig dass es mir Eiskalt den Puckel runter geht, Die Regierung aller Länder werden jetzt wirtz hart ( soooo viel Menschen Töten) ist wirklich so geplant kein scherz mann kann das sogar nach lesen wie viele sie in den sogenannten Länder Töten wollen.

  • John Livers am 07.06.2018 21:37 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann immer nur......

    Ich kann nur immer wieder dasselbe schreiben: Was jammert ihr über den Klimawandel, wenn die Menschheit sich weiter so rasend vermehrt werden noch ganz andere Probleme auf uns zukommen!

  • mms am 07.06.2018 21:09 Report Diesen Beitrag melden

    pendel wirkung

    Oh je ,den Grünen ist es wieder einmal langweilig . Ich hätte da ne Idee . Den Eiszuwachs in der Antarktis messen . Noch fragen .?

    • Dummschwätzer am 07.06.2018 21:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @mms

      Es wird bereits gemessen. Das Eis nimmt rapide ab.

    • Sonderegger am 07.06.2018 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @mms

      Wie ignorant kann man noch sein? Wir können froh sein gibt es die Grünen ansonsten sähe es anders aus.

    • ächtez am 07.06.2018 23:13 Report Diesen Beitrag melden

      @Sonderegger

      Wir sollen froh sein über eine ideologische Organisation? Soso, habe ich wieder etwas gelernt...

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  • Nordpol am 07.06.2018 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Südpol

    Die Kältewelle wo für unsere Gebiete nötig wäre, befindet sich im Südpol! Sie wird sich wieder verschieben, wenns die Natur für nötig hält und dann wird bald die Eiszeit stattfinden...