Loryplatz

09. November 2017 09:37; Akt: 09.11.2017 09:37 Print

Hausbesetzer wollen bleiben, bis Denner kommt

Das Kollektiv «Symbiose» hat in Bern die Räume eines leerstehenden Lebensmittelladens besetzt. Es will bis im Frühling bleiben – sehr zum Unmut der Eigentümer.

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Seit rund einem Jahr steht das Lokal an der Könizstrasse 13 in Bern beim Loryplatz bereits leer. Der frühere Mieter betrieb dort einen Lebensmittelladen und machte Konkurs.

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Eine Gruppe von Linksautonomen hat die Räume nun besetzt. Sie wollen so lange dort wohnhaft bleiben, bis ein anderer Laden den Platz wieder beansprucht. Geplant ist an diesem Standort laut «Berner Zeitung» eine Denner-Filiale. Wie 20 Minuten vor Ort erfahren hat, glauben die Besetzer, dass der Umbau zur neuen Filiale erst im Frühling startet. Bis dahin wollen sie dort bleiben.

Was steckt dahinter?

Ein Schreiben, das an der Fensterscheibe klebt, erklärt das Vorgehen, das die Besetzer planen. So ist etwa ein Kulturtreffpunkt in Planung. In den besetzten Räumlichkeiten soll «ein lokaler Knotenpunkt» entstehen. «Ein Ort, um Informationen, Wissen und Infrastrukturen zugänglich zu machen und zu teilen, Alternativen zum Geld-Konsumsystem kennenlernen, aufbauen und ausprobieren», schreiben die Organisatoren.

«Komm vorbei und gestalte mit», werden Fussgänger auf das Vorgehen aufmerksam gemacht und eingeladen.

Zeitpunkt der Nachmiete unklar

Wie lange die Besetzer bleiben, hängt ganz davon ab, wann der Nachmieter den Platz des leerstehenden Raums beanspruchen wird.

Doch das gefällt den Liegenschaftsbesitzern – eine Erbgemeinschaft – überhaupt nicht. Sie haben konkrete Pläne: Schon nächstes Jahr soll an der Könizstrasse die neue Dennerfiliale eröffnet werden. «Wir warten seit längerer Zeit auf die Baubewilligung», so Eigentümer Gerhard Schaerer gegenüber der «Berner Zeitung».

Nun prüfen die Eigentümer und die Verwaltung, ob sie gegen die Besetzer Anzeige erstatten werden.

(nla)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mieter am 09.11.2017 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    ganz einfach...

    Strom Heizung und Wasser abstellen und Türe verriegeln sowie Strafe wegen Einbruch.

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  • Güshtri am 09.11.2017 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    Brutstätten...

    ...für einschlägiges Gedankengut! Wären die andersdenkenden drin gäbe es solche Hausbesetzungen nicht. Finde unser System schon langsam schäbig das eine Richtung toleriert wird und die andere nicht. Es sollen beide mit gleichen Längen gemessen werden! Und Hausbesetzungen sollten in jedem Fall geräumt werden, auch ohne dass der Besitzer zuerst Anzeige erstatten muss! Ist schliesslich fremdes Eigentum welches hier ungefragt benutzt wird! Was Mein ist, ist nicht gleich Dein! Geht arbeiten, dann könnt ihr euch das ganze leisten ohne andern auf der Tasche zu sitzen!

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  • Arbeiter am 09.11.2017 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Während die Normalbürger ihrer Arbeit nachgehen, haben die Arbeitsscheuen Typen Zeit, Häuser zu besetzen und auf Kosten des Steuerzahlers, sprich Sozialamtes , unser Geld zu verprassen. Super, ich arbeite um denen ein schönes Leben zu finanzieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Heidi am 10.11.2017 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lohnarbeit

    Die Jungs und Mädels verwechseln das mit Frohnarbeit. Aber wer noch nie Ressourcen aktiviert hat, um rauszufinden, was für Arbeit ihm Gefallen könnte, der oder die wird Lohnarbeit wohl stets als Frohnarbeit betrachten. Naja. Jedem das Seine. Solange Mami oder Papi genug Kohle haben und ihre Kids von Beruf Sohn oder Tochter spielen ist das doch ok.

  • Frag mal nach am 10.11.2017 02:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grund?

    Wieso entscheidet sich ein Mensch für so einen Schritt? Hinterfragen statt verurteilen! Unser System hat leider Lücken und es gibt sie, die unverschuldete Armut in der CH weil man gewagt, riskiert und vertraut hat.. Bis vor 3 Jahren habe ich gegen diese Aussage lauthals protestiert.. bis es mich selber traf! Und trotz MS arbeite ich und kämpfe ohne IV da ich die Krankheit beherrschen will! 1 Monat hätte ich Hilfe vom Staat gebraucht! Wegen Grauzonen Wohnung verloren usw Zum Glück gibt es noch Menschen mit Herz sonst säss ich heut trotz Job auf der Strasse

    • Antworter am 10.11.2017 08:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frag mal nach

      Du hast aber sicher keine fremde Liegenschaft ungefragt besetzt. Genau das ist der springende Punkt. Hier wird einfach so fremdes Eigentum in Beschlag genommen.

    • kiki am 10.11.2017 09:20 Report Diesen Beitrag melden

      Ja danke Deinen Kollegen

      Klar MS ist eine schlimme Krankheit. Das tut mir auch leid für all die Betroffnen. Doch genau für Dich gibt es eben die IV. Die helfen Dir und auch Deinen Arbeitgebern und Kollegen. Da kannst Du wirklich dankbar sein, dass Dein Arbeitgeber da nicht bockt. Ich bin mir sicher, Du kannst Deine Arbeit nicht mehr zu 100% erledigen. Das ist in Deinem Krankheitsfall auch normal. Jedoch solltest Du nicht Deinen Arbeitskollegen auf der Tasche liegen sondern der IV. Sorry harte Worte aber ich stehe dazu.

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  • Denners am 09.11.2017 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    zweiter Denner?

    In ca. 5 Minuten Gehweg gibt es schon einen Denner bei der Brunnhof Haltestelle. Reicht einer denn nicht?

    • Dave74 am 09.11.2017 15:54 Report Diesen Beitrag melden

      @Denners

      Hab ich mir auch gedacht. Und in der anderen Richtung hats beim Europaplatz auch schon wieder einen. Für die entsprechende Adresse kann ich übrigens kein Baugesuch finden. Naja. Vielleicht verhandelt man ja erst darüber.

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  • Satox am 09.11.2017 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Ich nenne ein solches Verhalten schmarotzen, und das braucht unsere Gesellschaft nicht. Deutlicher kann ich hier nicht werden, würde ich aber gerne.

    • Peter am 10.11.2017 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Satox

      Da haben sie die richtige Wortwahl gesagt aber da unser Regierung auch rot-grün ist werden solche Geduldet und darum haben sie auch nichts zu befürchten.

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  • Ohnesorg am 09.11.2017 12:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alle wütend

    Das schönste am Leben auf der Strasse sind die Güggeli, die einem in den Mund fliegen. Da wird wohl schon der ein oder andere gut ausgebildete und hart arbeitende neidisch. Vor allem, wenn dann leer stehende Räume in Zeiten explodierender Mietpreise nicht sofort zu Geld gemacht werden können. Und die Verluste für die Banken aufgrund fehlender Mietzinseinnahmen, das kann man schon als Angriff auf das Kaputalistische System sehen.