Veraltete Technik

12. April 2017 08:54; Akt: 12.04.2017 16:40 Print

Neuer Wasserwerfer gegen Demonstranten

Das Modell aus den 1960er-Jahren ist veraltet: Die Berner Kantonspolizei hält deshalb nach einem neuen Wasserwerfer Ausschau. Das bringt auch Reitschüler auf den Plan.

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Die Kantonspolizei Bern rüstet auf: Um besser gegen Demonstranten gewappnet zu sein, will sich die Polizei einen neuen Wasserwerfer kaufen. Wie «Der Bund» berichtet, soll das neue Fahrzeug einen der beiden Wasserwerfer ersetzen, über die die Kantonspolizei derzeit verfügt. Dieser stammt aus den 1960er-Jahren und funktioniert nur, wenn er stillsteht. «Das Modell entspricht nicht mehr den Anforderungen», sagt Polizeisprecherin Regina Aeberli auf Anfrage.

Umgebautes Feuerwehrauto

Das neue Fahrzeug, nach dem die Polizei nun Ausschau hält, soll auf dem neusten Stand sein: Neue Wasserwerfer haben etwa ein Wassertankvolumen von 10'000 Litern, die mit einem Druck von bis zu 10 Bar bis zu 65 Meter weit auf Demonstranten gespritzt werden können. Zum alten Fahrzeug auf Mercedes-Basis macht die Kantonspolizei keine technischen Angaben, da sich dieses offiziell noch im Einsatz befindet.

Der aktuelle Marktpreis für einen Wasserwerfer beträgt derzeit rund eine Million Franken. Zum Anschaffungspreis will die Kapo aber keine Angaben machen. Sprecherin Aeberli sagt lediglich: «Wir werden das wirtschaftlich günstigste Angebot berücksichtigen, das den Kriterien in der Ausschreibung entspricht.»

Verletzungen durch Wasserwerfer

Nebst dem neuen Einsatzfahrzeug will die Polizei ihren zweiten Wasserwerfer weiterhin in Betrieb halten: Dieser wurde vor 19 Jahren auf dem Fahrwerk eines alten Feuerwehrautos aufgebaut.

Wasserwerfer sind nicht unumstritten: Immer wieder kommt es durch ihren Einsatz zu schweren Verletzungen. Auch für die hiesigen Polizisten droht Gefahr: wenn der Wasserstrahl unter Strom stehende Berner Tramleitungen trifft.

Reitschule nimmt Stellung

Auch bei der Reitschule in Bern hat man Wind von den Anschaffungsplänen der Kantonspolizei bekommen. Auf Facebook nehmen die Reitschüler mit einem Augenzwinkern Stellung dazu: Die Reitschule wolle «den alten putzigen» Wasserwerfer übernehmen, «um damit den Vorplatz effektiver putzen zu können», heisst es dort. Zum ironischen Schlenker will sich die Kapo nicht äussern. Aeberli: «Was mit dem alten Fahrzeug passiert, ist derzeit noch offen.»

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Urs Schär am 12.04.2017 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Symptombekämpfung?

    Statt die Reitschule zu schliessen, verschleudert man weiter munter die Steuerfranken. Symptombekämpfung nennt man das. Die Strategie welche der Berner Stadtrat an den Tag legt ist mehr als fragwürdig und ein Schlag ins Gesicht der Berner Steuerzahler.

  • Röufu am 12.04.2017 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Für was

    die Beschaffung ist das eine. Einsetzen darf ihn die Polizei ja wohl kaum bei diesen desorientierten Bernerstadtpolitikern

  • Daniel S am 12.04.2017 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Na ja

    Symtombekämpfung, mehr nicht. Und da die Polizei nur halbherzig eingreift, oder besser gesagt darf, bringt auch ein neuer Wasserwerfer nichts.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Röufu am 12.04.2017 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Für was

    die Beschaffung ist das eine. Einsetzen darf ihn die Polizei ja wohl kaum bei diesen desorientierten Bernerstadtpolitikern

  • The Observer am 12.04.2017 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Genau...

    ...mit einem Wasserwerfer den Vorplatz putzen. Schon recht! Warum glaube ich hier eher, dass die Reitschüler hier eine Gelegenheit zur Gegenwehr gegen die Polizei suchen? Rückt die Polizei mit ihrem Wasserwerfer an, ziehen die Reitschüler ihr Gefährt hervor und leisten Widerstand... Ein Schelm, der Böses dabei denkt...

  • Daniel S am 12.04.2017 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Na ja

    Symtombekämpfung, mehr nicht. Und da die Polizei nur halbherzig eingreift, oder besser gesagt darf, bringt auch ein neuer Wasserwerfer nichts.

  • Wie bitte?! am 12.04.2017 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Ey, toll ist das! Statt nach umweltfreundlicheren Alternativen zu suchen, gehts im stil der 60er weiter. Herzliche Grautlation, wir sind echt weiter gekommen!

  • Urs Schär am 12.04.2017 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Symptombekämpfung?

    Statt die Reitschule zu schliessen, verschleudert man weiter munter die Steuerfranken. Symptombekämpfung nennt man das. Die Strategie welche der Berner Stadtrat an den Tag legt ist mehr als fragwürdig und ein Schlag ins Gesicht der Berner Steuerzahler.